Herbstlaub in Japan: Die 20 schönsten Spots
Japan ist weltweit bekannt für die spektakuläre Herbstlaubfärbung, die das Land von Mitte September bis Anfang Dezember in ein farbenprächtiges Gemälde verwandelt. Während im Frühling die Kirschblüten das Land in Rosa- und Weißtöne tauchen, dominieren im Herbst Rot, Orange und Gold. Diese Zeit wird in Japan Kōyō genannt und ist kulturell tief verwurzelt. Gedichte, Malerei und Feste feiern seit Jahrhunderten die Schönheit des herbstlichen Laubs.
Der Zauber liegt in der Vielfalt: Von majestätischen Bergen über stille Tempelgärten bis hin zu pulsierenden Metropolen – überall bieten sich traumhafte Kulissen für den Herbst. Besonders praktisch: Die Herbstlaubfärbung zieht sich von Norden nach Süden, sodass man über mehrere Wochen hinweg immer wieder neue Orte erleben kann.
Im Folgenden stelle ich dir 20 außergewöhnliche Orte vor, an denen ihr die Magie des japanischen Herbstes besonders intensiv erleben könnt. Jeder Spot enthält eine Beschreibung, die beste Reisezeit und praktische Fototipps.
Daisetsuzan-Nationalpark (Hokkaido)
Der Daisetsuzan-Nationalpark ist das „Dach Hokkaidos“ und eröffnet die Herbstsaison in Japan. Hier beginnt das Farbenspiel schon Mitte September. Majestätische Berge, tiefe Wälder und heiße Quellen machen ihn zu einem Paradies für Naturfreunde. Besonders beliebt ist der Asahidake, den man mit einer Seilbahn erreicht. Von dort bietet sich ein weiter Blick auf Täler, die von einem roten und goldenen Teppich überzogen sind.
Beste Zeit: Mitte bis Ende September.
Fototipps:
- Frühmorgens ist das Licht am schönsten und die Berge sind oft noch nebelfrei.
- Eine Telelinse* eignet sich hervorragend, um farbenfrohe Hänge im Detail einzufangen.
- Die Spiegelungen in kleinen Bergseen sorgen für atemberaubende Kompositionen.

Shiretoko-Nationalpark (Hokkaido)
Der Shiretoko-Nationalpark auf Hokkaido gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist berühmt für seine unberührte Natur. Besonders eindrucksvoll sind die Shiretoko Five Lakes, die von bunten Wäldern eingerahmt sind. Im Herbst spiegeln sich die Farben im Wasser und schaffen fast surreale Landschaftsbilder.
Beste Zeit: Ende September bis Anfang Oktober.
Fototipps:
- Die Holzstege rund um die Seen sind perfekte Aussichtspunkte.
- Drohnen sind hier verboten, deshalb lohnt es sich, Weitwinkelobjektive zu nutzen.
- Abends erzeugt das warme Licht eine fast goldene Stimmung, ideal für Landschaftsaufnahmen.

Hirosaki Park (Aomori)
Der Hirosaki-Park mit seinem Schloss ist im Frühling für Kirschblüten berühmt, doch im Herbst strahlt er ebenso intensiv. Über 1000 Ahornbäume färben das Gelände in Rot und Gold. Die Wassergräben rund um das Schloss spiegeln die Farben eindrucksvoll.
Beste Zeit: Ende Oktober bis Anfang November.
Fototipps:
- Besonders eindrucksvoll ist die Abendillumination.
- Verwende ein Stativ, um Spiegelungen im Wasser in klaren, ruhigen Linien einzufangen.
- Spiele mit dem Kontrast von weißen Burgmauern und rotem Laub.
© Aomori Prefecture
Oirase-Schlucht (Aomori)
Die Oirase-Schlucht in Aomori ist ein Paradies für Wanderer. Ein glasklarer Fluss fließt durch ein Tal, das von moosbedeckten Steinen, Wasserfällen und dichten Wäldern gesäumt wird. Im Herbst erstrahlt die Szenerie in warmen Farben.
Beste Zeit: Ende Oktober.
Fototipps:
- Verwende lange Belichtungszeiten, um die Wasserfälle seidig wirken zu lassen.
- Kombiniere fließendes Wasser mit buntem Laub im Vordergrund.
- Ein Polfilter verstärkt die Farben und reduziert Spiegelungen.
© Aomori Prefecture
Nikko (Tochigi)
Nikko, nur zwei Stunden von Tokio entfernt, in der Präfektur Tochigi, ist einer der bekanntesten Orte für Herbstlaub. Zwischen prächtigen Schreinen, Brücken und Bergen erlebt man ein Farbenfeuerwerk. Besonders beliebt sind der Chuzenji-See und die Kegon-Wasserfälle.
Beste Zeit: Mitte bis Ende Oktober.
Fototipps:
- Die Shinkyo-Brücke mit rotem Laub im Hintergrund ist ein Klassiker.
- Am besten früh morgens fotografieren, bevor Touristenmassen eintreffen.
- Wasserfälle mit buntem Herbstlaub bieten großartige Kontraste.
Photo courtesy of Tochigi Prefecture Tourism & Local Products Association
Rikugien-Garten (Tokio)
Der Rikugien Garten in Tokio ist einer der schönsten japanischen Landschaftsgärten. Im Herbst verwandeln sich die zahlreichen Ahornbäume in ein intensives Rot. Die Wege führen durch Teiche, kleine Hügel und Brücken, die sich für Fotos perfekt eignen.
Beste Zeit: Mitte bis Ende November.
Fototipps:
- Abends werden die Bäume illuminiert – eine magische Stimmung.
- Verwende ein Weitwinkelobjektiv*, um Spiegelungen im Teich einzufangen.
- Makroaufnahmen von einzelnen Blättern wirken sehr poetisch.
©Tokyo Convention & Visitors Bureau
Meiji-Schrein & Yoyogi-Park (Tokio)
Mitten im Herzen Tokios bietet der Yoyogi-Park eine Oase der Ruhe. Besonders eindrucksvoll sind die Ginkgo-Alleen, die sich goldgelb verfärben. In Kombination mit dem traditionellen Meiji-Schrein entstehen harmonische Bilder.
Beste Zeit: Ende November.
Fototipps:
- Die geraden Alleen lassen sich perfekt für Symmetrieaufnahmen nutzen.
- Porträts mit goldenem Hintergrund wirken besonders stimmungsvoll.
- Gegenlichtaufnahmen verstärken die Transparenz der Ginkgo-Blätter.
©Tokyo Convention & Visitors Bureau
Kamakura (Kanagawa)
Die alte Küstenstadt Kamakura bietet zahlreiche Tempel und Schreine, die von Wäldern umgeben sind. Besonders berühmt ist der Hase-dera-Tempel, wo Ahornbäume das Gelände in Rot- und Orangetöne tauchen.
Beste Zeit: Ende November bis Anfang Dezember.
Fototipps:
- Der Große Buddha vor goldenem Herbstlaub ist ein ikonisches Motiv.
- Treppenaufgänge, die von bunten Bäumen gesäumt sind, bieten perfekte Perspektiven.
- Nutze die Nachmittagsstunden für weiches, warmes Licht.

Fuji Five Lakes (Yamanashi)
Am Fuße des Fuji liegt die Region der Fuji Five Lakes (Kawaguchiko, Saiko, Yamanakako, Shojiko und Motosuko). Besonders am Kawaguchi-See entstehen atemberaubende Bilder, wenn der Fuji im Hintergrund majestätisch aufragt und sich davor die roten Ahornbäume spiegeln. Der Kontrast zwischen Vulkan, See und buntem Laub ist unvergesslich.
Beste Zeit: Anfang bis Mitte November.
Fototipps:
- Den Fuji am besten früh morgens fotografieren, wenn er wolkenfrei ist.
- Spiegelungen im Kawaguchi-See wirken besonders eindrucksvoll.
- Ein Polfilter verstärkt die Farben und macht das Wasser klarer.

Kōraku-en Garten (Okayama)
Der Kōraku-en gehört zu den drei schönsten Landschaftsgärten Japans. Sanfte Hügel, Teiche und Teehäuser bilden eine ideale Kulisse für das Herbstlaub. Besonders schön ist die Kombination aus den roten Ahornbäumen und dem benachbarten Okayama-Schloss, das im Kontrast schwarz glänzt.
Beste Zeit: Ende November.
Fototipps:
- Vom Schloss aus habt ihr einen tollen Überblick über den Garten.
- Ein Teleobjektiv eignet sich, um gezielt Kompositionen von Ahornzweigen vor der Burg aufzunehmen.
- Abends zaubert das Licht besonders weiche Stimmungen.

Kyoto – Kiyomizu-dera
Kyoto ist das Herz des Herbstlaubs. Der Kiyomizu-dera-Tempel thront auf einer Anhöhe und bietet einen Panoramablick über ein Meer aus roten und goldenen Blättern. Tausende Ahornbäume rund um die Holzterrassen machen den Ort zu einem der beliebtesten Fotospots Japans.
Beste Zeit: Mitte bis Ende November.
Fototipps:
- Früh morgens besuchen, um Menschenmassen zu vermeiden.
- Stativ für Nachtaufnahmen nutzen, wenn die Anlage illuminiert wird.
- Vom Okunoin-Tempel habt ihr die beste Sicht auf die Haupthalle.

Kyoto – Eikan-dō Tempel
Der Eikan-dō ist für viele der schönste Ort in Kyoto für Herbstlaub. Besonders die Reflexionen der Ahornbäume im Teich sind weltbekannt. Tausende Bäume leuchten in allen Rottönen und bilden ein fast malerisches Bild.
Beste Zeit: Mitte bis Ende November.
Fototipps:
- Spiegelungen im Teich einfangen, am besten mit Stativ.
- Detailaufnahmen der Blätter mit der Tempelarchitektur im Hintergrund wirken poetisch.
- Am Abend sorgen Illuminationen für märchenhafte Stimmungen.

Kyoto – Arashiyama
Arashiyama ist ein Stadtteil Kyotos, bekannt für den Bambuswald und den Affenpark, aber im Herbst auch für spektakuläres Laub. Besonders die Togetsukyo-Brücke bietet eine beeindruckende Aussicht auf den Fluss, der von farbenprächtigen Bergen eingerahmt ist.
Beste Zeit: Ende November.
Fototipps:
- Von Booten aus lassen sich einzigartige Perspektiven einfangen.
- Die Kombination aus Bambus und buntem Ahorn ist sehr kontrastreich.
- Ein Teleobjektiv* lohnt sich, um die Berge in voller Farbpracht einzufangen.

Nara-Park
Der Nara-Park ist für seine frei laufenden Hirsche berühmt, die sich wunderbar mit Herbstlaub ablichten lassen. Besonders schön sind die Tempelanlagen Tōdai-ji und Kasuga-Taisha, die von bunten Bäumen umgeben sind.
Beste Zeit: Ende November.
Fototipps:
- Die Hirsche als Vordergrundmotiv nutzen – sie sind zutraulich.
- Gegenlichtaufnahmen verstärken die Transparenz der Blätter.
- Am Morgen ist das Licht sanft und der Park noch ruhig.

Kōyasan (Wakayama)
Der heilige Berg Kōyasan ist ein spirituelles Zentrum des Shingon-Buddhismus. Der Okunoin-Friedhof mit seinen tausenden Steinlaternen und buntem Laub ist im Herbst besonders mystisch.
Beste Zeit: Ende Oktober bis Anfang November.
Fototipps:
- Nebel sorgt für besonders atmosphärische Aufnahmen.
- Ein Weitwinkelobjektiv* hilft, die endlosen Reihen an Grabsteinen mit dem Laub einzufangen.
- Abends leuchten die Laternen und schaffen stimmungsvolle Szenen.

Hiroshima – Shukkeien-Garten
Der Shukkeien-Garten in Hiroshima ist eine kleine Oase mitten in der Stadt. Im Herbst färben sich die Ahornbäume rot, und ihre Spiegelungen in den Teichen schaffen traumhafte Postkartenmotive.
Beste Zeit: Ende November.
Fototipps:
- Ein Stativ* für Nachtilluminationen nutzen.
- Besonders schön sind Aufnahmen von den kleinen Brücken über den Teichen.
- Makroaufnahmen einzelner Blätter bringen Vielfalt in die Bilderserie.
© Hiroshima Prefectural Tourism Federation (HIT) General Incorporated Association
Miyajima (Itsukushima)
Miyajima ist bekannt für das schwimmende Torii des Itsukushima-Schreins. Doch im Herbst locken auch die Momiji-Täler hinter dem Schrein. Hunderte Ahornbäume tauchen die Insel in leuchtendes Rot.
Beste Zeit: Mitte bis Ende November.
Fototipps:
- Das rote Torii mit buntem Herbstlaub im Hintergrund kombinieren.
- Panoramafotos vom Berg Misen bieten einen herrlichen Überblick.
- Abends herrscht ein besonders magisches Licht.
© Hiroshima Prefectural Tourism Federation (HIT) General Incorporated Association
Takamatsu – Ritsurin-Garten (Shikoku)
Der Ritsurin-Garten ist ein Meisterwerk japanischer Gartenkunst. Seine Teiche, kleinen Hügel und Pinien bilden im Herbst eine traumhafte Kulisse. Besonders die Ahornhaine an den Teichen sind spektakulär.
Beste Zeit: Ende November.
Fototipps:
- Boote auf den Teichen bieten eine tolle Möglichkeit für Fotos aus der Mitte des Gartens.
- Spiegelungen im Wasser wirken besonders harmonisch.
- Drohnen sind verboten – besser ein Weitwinkelobjektiv einsetzen.
Courtesy of the Kagawa Prefecture Tourism Association
Takachiho-Schlucht (Kyushu)
Die Takachiho-Schlucht ist eine der spektakulärsten Natursehenswürdigkeiten Kyushus. Steile Basaltwände, ein Fluss und Wasserfälle bilden eine dramatische Kulisse, die im Herbst von buntem Laub umrahmt wird.
Beste Zeit: Ende November.
Fototipps:
- Ein Boot mieten, um Fotos direkt von der Schlucht aus zu machen.
- Langzeitbelichtungen der Wasserfälle mit buntem Laub im Vordergrund wirken malerisch.
- Gegenlichtaufnahmen am Nachmittag schaffen eine goldene Atmosphäre.

Nagasaki – Glover Garden
Der Glover Garden ist ein westlich geprägter Garten aus der Meiji-Zeit mit Blick auf den Hafen von Nagasaki. Im Herbst kontrastieren die bunten Blätter wunderschön mit den historischen Villen.
Beste Zeit: Ende November bis Anfang Dezember.
Fototipps:
- Kombination aus Architektur und Natur festhalten.
- Panoramablick auf Hafen und Laub ist besonders eindrucksvoll.
- Abendaufnahmen mit Lichtern der Stadt im Hintergrund wirken romantisch.

Fazit – Herbstlaubfärbung – Eine Zeit der Magie
Der Herbst in Japan ist eine Jahreszeit voller Magie. Während sich das Land von Nord nach Süd in eine Farbpalette aus Rot, Orange und Gold verwandelt, eröffnen sich unzählige Möglichkeiten, Natur, Kultur und Tradition neu zu erleben. Von den wilden Landschaften Hokkaidos über die historischen Tempel Kyotos bis hin zu den geheimnisvollen Schluchten Kyushus – jede Region hat ihren eigenen Charme und eine ganz besondere Atmosphäre.
Das Schöne an der Herbstlaubfärbung ist ihr fließender Rhythmus: Wer geschickt plant, kann die Farben über mehrere Wochen hinweg begleiten und so gleich mehrere Regionen Japans bereisen. Dazu kommt, dass die Temperaturen angenehm mild sind und viele Sehenswürdigkeiten durch die bunten Bäume noch eindrucksvoller wirken.
Für Fotografen ist der Herbst ein Paradies – egal ob weitläufige Landschaftsaufnahmen, Spiegelungen in Seen oder Detailaufnahmen einzelner Blätter: Überall entstehen Motive, die in Erinnerung bleiben. Aber auch abseits der Kamera lädt der Herbst zum Innehalten ein – vielleicht bei einer Tasse Matcha unter leuchtenden Ahornen oder bei einem Spaziergang durch still erleuchtete Tempelgärten.
Egal, ob ihr Japan schon kennt oder zum ersten Mal besucht: Der Herbst ist eine der schönsten Jahreszeiten, um dieses faszinierende Land zu erleben. Wer einmal dabei war, wird die Bilder von Japans Kōyō nie vergessen.
Courtesy of the Kagawa Prefecture Tourism Association
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