Matsumoto - Yohashira Shrine

Matsumoto – Entdecke die Stadt an einem Tag

Matsumoto kennen viele vor allem wegen Matsumoto Castle – der Krähen-Burg. Doch die Stadt hat noch vieles mehr zu bieten. Wir haben einen Tag hier verbracht und ich möchte Euch zeigen, was es dabei alles zu erleben gibt. Wer dem Trubel der Großstädte wie Tokio oder Osaka entfliehen will, der ist hier genau richtig aufgehoben. Eine perfekte Verschnaufpause mit viel Tradition und leckerem Essen. 

Wie komme ich nach Matsumoto?

Matsumoto ist die zweitgrößte Stadt der Präfektur Nagano und liegt rund 230 km nordwestlich von Tokio im Tal unterhalb der höchsten Bergkette Japans, dem Hida-Gebirge. Von Tokio aus, seid Ihr bis nach Matsumoto etwa 2,5 bis 3 Stunden unterwegs. Von Kyoto bzw. Osaka aus sind es ebenfalls um die 3 Stunden Reisezeit. Mit dem Shinkansen fahrt Ihr entweder nach Nagano oder nach Nagoya, von dort aus geht es mit kleineren Zügen weiter.

Wenn Ihr nicht über den Japan Rail Pass* verfügt, dann empfehle ich Euch, den Hokuriku Arch Pass*, um nach Matsumoto zu kommen.  

Wir selbst sind nach unserer Wanderung auf dem Nakasendō Trail nach Matsumoto weiter gereist. Die Bahnfahrt durch das Kiso-Tal war einfach nur traumhaft. Nach einer entspannten Nacht ging es dann auf zum Sightseeing.

Wie komme ich nach Matsumuto und zur Matsumoto Castle
Wie komme ich nach Matsumuto und zur Matsumoto Castle

 

Matsumoto Castle

Matsumoto Castle ist wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Die Burg wird wegen ihres schwarzen Anstrichs auch als „Krähen-Burg“ bezeichnet und gehört zu den 12 Original-Burgen in Japan. Das heißt, dass die Burg zum größten Teil noch original wie zur Zeit ihrer Erbauung um 1594 erhalten ist und nie zerstört wurden. Auch das macht den Besuch dort zu einer echten Zeitreise. Matsumoto Castle ist zusätzlich eine von fünf Burgen, die zusätzlich als Nationalschatz gelten.

Die wunderschöne Wasserburg ist nicht nur von außen eine absolute Schönheit. Auch das Innere solltet Ihr unbedingt besuchen und Euch in frühere Zeiten versetzen lassen. Aber Vorsicht, die Stufen in der Krähenburg sind gefühlt um einiges steiler und vor allem enger als die sonst sowieso schon steilen Treppen in japanischen Burgen. Es besteht Verletzungsgefahr, wie ich leider schmerzhaft feststellen musste. Also betretet die Stufen mit Bedacht und lasst große Rucksäcke wenn möglich unten. 

Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch in Matsumoto Castle auf jeden Fall. Vor allem, wenn sich für das Thema Samurai interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten. Und ein Besuch ist sowie absolut obligatorisch.

↗ Hier erfahrt Ihr mehr zum Besuch auf Matsumoto Castle

Matsumoto Castle
  • Adresse: 4-1 Marunouchi, Matsumoto, Nagano 390-0873, Japan
  • Öffnungszeiten: Täglich 8:30 bis 17:00 Uhr (Letzter Einlass 16:30 Uhr) | Änderungen je nach Saison vorbehalten
  • Eintritt: Erwachsene 700 Yen | Kinder 300 Yen
  • Weitere Informationen: www.matsumoto-castle.jp

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Matsumoto Castle - Alle Tipps für Euren Besuch
Matsumoto Castle - eine der zwölf Originalburgen in Japan
Matsumoto Castle - eine der zwölf Originalburgen in Japan

Nawate Street

Nach Eurem Besuch in der Krähenburg, solltet Ihr unbedingt in der Nawate Street vorbei schauen. Eine niedliche kleine gepflasterte Straße mit vielen kleinen Geschäften rechts und links. Hier kann man wunderbar bummeln und sich treiben lassen. 

Die Nawate Street wird auch of als „Frog-Street“ also als Frosch-Straße bezeichnet. Warum? Vor der Meiji Ära war die Nawate Street nur ein kleiner Wall zwischen dem Metoba Fluß und einem Wassergraben. Nachdem 1879 der Yohashira Schrein erbaut wurde, entwickelte sich die Nawate Street zur Zugangsstraße für den Schrein. Doch der Platz war zu eng um mit Pferdewagen oder ähnlichem hindurch zu kommen. Und so ist die Nawate Street bis heute verkehrsfreie Zone. Doch warum nun dir Frösche. Nun das kommt dadurch, dass das Wort Frosch auf japanisch Kaeru ähnlich klingt wie „einkaufen können“ und „sicher nach Hause gehen“. Der Frosch stand also dafür, dass Besucher in der Straße einkaufen und die Einkäufe dann sicher mit nach Hause nehmen sollen. Der Frosch vor den Läden stehen bis heute als dieses Symbol und dafür, dass alle Besucher sicher nach Hause zurück gehen.

Nawate Street Matsumoto
Nawate Street Matsumoto
Nawate Street Matsumoto

Yohashira Schrein

Der Yohashira-Schrein wurde während der Meiji-Zeit erbaut und ist insgesamt vier Shinto-Gottheiten gewidmet. Der Name Yohashira bedeutet auch wörtlich „vier Säulen“. Ein Schrein mit so vielen Gottheiten an einem Ort ist selbst in Japan selten. Aus diesem Grund wird angenommen, dass der Schrein besondere Eigenschaften zur Erfüllung von Wünschen besitzt. Es liegt direkt an der Nawate Street und dem Metoba Fluß. Das hoch aufragende graue Tor des Schreins ist kaum zu übersehen.

Bei unserem Besuch fand gerade das Shinto-Festival  am Schrein statt. Viele wunderschön gestaltete Festwagen waren am Straßenrand ausgestellt und konnten bestaunt werden. Zudem waren an beiden Seiten des Metoba Flußes bunte Buden aufgestellt und boten die leckersten Speisen an. Die Wagyu-Bratwurst am Spieß war wirklich sehr lecker. Auch ein kleines Musik-Programm wurde geboten, das mich irgendwie an Max Rabe und sein Palastorchester erinnerte.

Yohashira-Schrein
  • Adresse:  3 Chome-3-20 Ote, Matsumoto, Nagano 390-0874, Japan
  • Öffnungszeiten: rund um die Uhr geöffnet
  • Eintritt: Der Besuch des Schreins ist kostenlos
  • Weitere Informationen: www.go.tvm.ne.jp
 

Bummel durch die Nakamachi-Street

Nachdem wir uns in einem kleinen Restaurant am Metoba Fluß mit Omu-Reis gestärkt hatten, ging es weiter zu einem kleinen Bummel durch die Nakamachi-Street. Diese ist bekannt für ihre traditionellen Lagerhäuser – Kura genannt – die sich durch ihre schwarz-weißen, kreuz und quer gemusterten Wände auszeichnen. Doch nicht nur die Gebäude an sich sind sehenswert. In der Straße befinden sich auch viele kleine Geschäfte, in denen man japanisches Kunsthandwerk wie Töpferwaren, Lackwaren und Holzhandwerk kaufen kann. Zudem gibt auch viele Cafés, Restaurants und Soba-Läden (Matsumoto hat die besten Soba-Nudeln Japans), in denen man sehr gut essen kann

Die gefliesten „Namako-Mauern“ entstanden übrigens aus der Not heraus. Nach mehreren Bränden, bei denen viele Gebäude der Stadt zerstört wurden, nutzten die Bewohner zum Wideraufbau die sogenannten Namako-Wänden, die durch Auftragen von Gips feuerfest gemacht wurden. Und so bis heute das Bild der Straße prägen.

Das Wahrzeichen der Nakamachi Street ist das Kurassic-kan, ein restauriertes Sake-Lagerhaus, das heute der Öffentlichkeit zugänglich ist und oft für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt wird. Ihr solltet unbedingt einen Blick hinein werfen. Entlang der Straße finden Sie auch mehrere natürliche Quellen und Brunnen. Das Matsumoto Scale Museum scheint ebenfalls sehr interessant zu sein.

Unser Bummel endete dann mit einer kleinen Shopping Tour in der AON Mall, wo wir uns mit einem leckeren Stück Kuchen belohnten.

Nakamachi Street - Matsumoto
Nakamachi Street - Matsumoto
Nakamachi Street - Matsumoto
Nakamachi Street - Matsumoto
Nakamachi Street - Matsumoto
Nakamachi Street - Matsumoto
Nakamachi Street - Matsumoto
Nakamachi Street - Matsumoto

Übernachtung im Ryokan mit einem speziellen Menü

In Matsumoto haben wir auch zum ersten Mal in einem Ryokan übernachtet. In den traditionelle japanischen Gasthäusern fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Schon bevor man das Gebäude betritt muss man die Schuhe ausziehen und diese gegen wunderbar gemütliche Hausschuhe tauschen. Der Service im Ryokan ist einfach faszinierend. Manchmal fühlt man sich bei all der Führsorge fast schon unangenehm.

Übernachtet haben wir auf Futons, die wir schon von unserer Übernachtung in Koyasan kannten und die während unseres Abendessens für uns ausgerollt wurden. Noch so ein Service, den es nur im Ryokan gibt. Leider konnte ich den Onsen auf Grund meines Tattoos nicht nutzen. Ryokan sind wirklich sehr traditionell und Tattoos in den meisten Onsen nicht erlaubt. So musste ich mich auf die Katzenwäsche im Zimmer beschränken.

Dafür hatten wir die Gelegenheit ein typisches traditionelles Abendessen zu genießen. Dieses umfasste 12 verschiedene Gänge mit traditionellem Essen. Nett fan ich, dass ich auf Grund meiner Allergie auf Schalentiere eine spezielle Vorspeise mit einer wunderschönen und leckeren Muschel bekommen habe. Gastfreundlichkeit ist hier wirklich das oberste Gebot. 

Da in der Nähe von Matsumoto viel Wasabi angebaut wird, hatten wir zudem die Möglichkeit, frisch geriebenen Wasabi zu genießen. Ich kann nur sagen, wenn Ihr die Gelegenheit dazu habt, dann solltet Ihr sie nutzen. Frisch geriebener Wasabi ist wirklich total anders, als das, was wir aus der Tube kennen.

Alles in allem war es ein ganz besonderer Abend und eine wunderbare Übernachtung und ich kann die Übernachtung im Ryokan Fukashiso*

 

Der Blick nach unten  – Matsumotos Kanaldeckel mit den Temari-Kugeln

Wie in anderen Städten Japans auch, lohnt sich der Blick in Matsumoto nach unten. Allen, die dabei nach den wundervoll bemalten Kanaldeckeln suchen, werden mit Sicherheit die bunten Kugeln auffallen. Dabei handelt es sich um die sogenannte Temari – farbenfrohe Kugeln, die man durch eine Wickel- und Sticktechnik herstellt. Es gibt diese Kugeln zwar in ganz Japan, aber die in Matsumoto sollen besonders filigran und hübsch sein. Kein Wunder also, dass sie es auf die Kanaldeckel geschafft haben.

Kanaldeckel in Matsumoto

Weitere Sehenswürdigkeiten in Matsumoto – was wir an einem Tag nicht geschafft haben

Natürlich kann man an einem Tag nicht alles und so gibt es noch einige Sehenswürdigkeiten, die wir nicht besuchen konnten. Vielleicht ist ja noch die eine oder andere Inspiration für Euch dabei.

  • Matsumoto Museum of Art – Das Museum ist der bekanntesten Tochter der Stadt – Yayoi Kusama – gewidmet. Die alt „Dot Lady“ bekannte Künstlerin zeichnet sich durch die vielen Punkte auf Ihren Kunstwerken aus. Diese sind nicht nur schön anzusehen, sondern sorgten bei Yayoi Kusama selbst für eine Linderung von ihren visuellen und akustischen Halluzinationen.
  • Former Kaichi School – die Schule aus den 1870er-Jahren ist eine der ältesten in Japan. Hier gibt es eine Ausstellung mit Exponaten und Objekten rund um das Thema Bildung.
  • Timepiece Museum – dieses Museum hat sich komplett dem Thema Uhren verschrieben. Zu sehen gibt es Tischuhren, Wanduhren, Großuhren und vieles mehr
  • Ukiyo-e Museum – das Museum zeigt die traditionelle japanische Kunst des Holzschnittes. Mehr als 10.000 Exponaten gibt es hier zu bestaunen
  • Bacca Brewery – die Nano-Brauerei nutzt für ihre Braukunst nur lokal angebautes Obst, Getreide, Hopfen und andere Zutaten. Das klare Wasser aus den japanischen Alpen macht das Bier noch einmal besonders. Die Brauerei kann auch besichtigt werden.
  • Matsumoto-jinja Schrein – Dieser Schrein liegt hinter Matsumoto Castle am äußeren Burggraben. Durch seinen berühmten Nachbarn hat der Schrein aber leider kaum Besucher und wird nur durch Zufall entdeckt, obwohl der Ort viel Energie bergen soll
  • Narai-juku – Falls Ihr es nicht schafft, nach Tsumago oder Magome zu kommen, solltet Ihr einen kleinen Ausflug in die alte Post-Stadt Narai-juku planen, die unweit von Matsumoto liegt. Hier warten viele alte Gebäude mit kleinen Geschäften und netten Restaurants auf Euch
  • Gofukuji-Tempel – tief in den Bergen im Süden von Matsumoto liegt dieser Tempel auf 1000 Metern Höhe eingebettet in purer Natur. Bekannt ist der Tempel für seine Kühe. Eine lange Geschichte, die es noch zu erkunden gilt. Ein absoluter Ort der Ruhe mit nur wenigen Besuchern.
Unterwegs in Matsumoto
Unterwegs in Matsumoto
Unterwegs in Matsumoto

Lohnt sich ein Besuch in Matsumoto?

Für alle, die genug von überfüllten Städten und Sehenswürdigkeiten haben, ist Matsumoto geradezu perfekt. Hier könnt Ihr eine Verschnaufpause einlegen und abseits der ausgetrampelten Touristenpfade unterwegs sein. Zudem lässt sich der Aufenthalt in der Stadt wunderbar mit diversen Wanderungen in Naturerlebnissen in den japanischen verbinden. Perfekt für alle, die die Natur lieben.

Ihr solltet also Matsumoto nicht nur wegen der Krähenburg auf Eure Bucket-Liste setzen

Zum Weiterlesen

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Kathleen

Hallo! Ich bin Kathleen und Begründerin von "Verliebt in Japan". Hier teile ich meine Liebe zu Japan und möchte anderen Reisenden helfen, Ihr eigene Reise in das Land der aufgehenden Sonne zu planen. Eine Reise nach Japan gehört für uns mindestens ein bis zwei Mal im Jahr einfach dazu.

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