Kein Besuch in Kumamoto wäre komplett ohne ein Besuch von Kumamoto Castle. Die beeindruckende Festung zählt zu den schönsten Burgen Japans und ist ein absolutes Muss für alle, die sich für Geschichte, Architektur und Samurai-Kultur begeistern. Mit ihrer imposanten Erscheinung thront die Burg majestätisch über der Stadt und erzählt von vergangenen Zeiten voller Kriege, Intrigen und Heldenmut.
In diesem Blogbeitrag nehme ich Euch mit auf eine Reise durch die faszinierende Welt von Kumamoto Castle und geben Euch wertvolle Tipps für euren Besuch.
Die Geschichte von Kumamoto Castle
Kumamoto Castle wurde im Jahr 1607 von dem berühmten Daimyo Kato Kiyomasa errichtet. Mit ihrer strategischen Lage und den innovativen Verteidigungsanlagen war die Burg eine der mächtigsten Festungen Japans. Besonders bekannt ist sie für ihre massiven Steinmauern, die leicht nach innen geneigt sind, um Angreifer daran zu hindern, sie zu erklimmen. Diese Bauweise wird als „Musha-gaeshi“ bezeichnet und galt als nahezu uneinnehmbar.
Über die Jahrhunderte hinweg spielte Kumamoto Castle eine zentrale Rolle in vielen historischen Ereignissen. Eine der bekanntesten Belagerungen ereignete sich während der Satsuma-Rebellion 1877, als die Truppen von Saigo Takamori die Burg angriffen. Obwohl ein Großteil der Anlage während der Kämpfe zerstört wurde, blieb die Festung ein Symbol der Stärke und des Widerstands.
Die Zerstörung und der Wiederaufbau
Leider wurde die Burg während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt. Viele der historischen Gebäude brannten nieder, doch die japanische Regierung und die Bewohner von Kumamoto legten großen Wert auf den Wiederaufbau der Anlage. In den 1960er Jahren wurde der Hauptturm rekonstruiert, und bis heute laufen umfangreiche Restaurierungsarbeiten, um das historische Erscheinungsbild der Burg zu bewahren.
Besonders tragisch war das verheerende Erdbeben von 2016, das die Region Kumamoto mit voller Wucht traf. Die Burg erlitt schwere Schäden: Zahlreiche Mauern stürzten ein, Türme wurden stark beschädigt, und einige Gebäude der historischen Anlage wurden teilweise oder vollständig zerstört. Besonders die ikonischen Steinmauern, die über Jahrhunderte als unüberwindbar galten, waren an vielen Stellen eingestürzt oder stark in Mitleidenschaft gezogen.
Der Hauptturm wurde ebenfalls beschädigt, jedoch so weit stabilisiert, dass er nicht völlig einstürzte. Teile der Dächer rutschten ab, und einige der hölzernen Strukturen innerhalb der Burg mussten vollständig abgetragen werden. Besonders erschreckend war der Zustand vieler Nebengebäude, die so stark beschädigt wurden, dass ein Wiederaufbau nur mit immensem Aufwand möglich ist.
Noch heute sind Spuren des Erdbebens deutlich sichtbar. Einige Teile der Burganlage sind weiterhin gesperrt, da sie entweder noch restauriert werden oder zu instabil für Besucher sind. Auch einige der Steinmauern sind mit Stützgerüsten versehen, um einen weiteren Verfall zu verhindern.
Doch trotz dieser Schäden zeigt sich die Widerstandskraft der Burg – der Hauptturm wurde bereits umfassend restauriert und ist für Besucher wieder zugänglich. Die Restaurierungsarbeiten werden voraussichtlich noch viele Jahre andauern, aber es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Sorgfalt und Hingabe Kumamoto Castle wieder in seinen ursprünglichen Glanz versetzt wird.
Dass man aus den Geschehnissen 2016 gelernt hat, zeigt eine spannende Konstruktion, die Ihr im Inneren der Burg entdecken könnt. Diese sitzt inzwischen nämlich komplett auf beweglichen Armen, die im Falle einen Erdbebens die Erdstöße abfedern und so Kumamoto Castle hoffentlich vor größeren Beschädigungen bewahren kann.
Das Innere von Kumamoto Castle
Wer die Burg betritt, wird von der beeindruckenden Ausstellung im Inneren des Hauptturms fasziniert sein. Hier gibt es zahlreiche Exponate, die die lange und bewegte Geschichte der Burg dokumentieren. Besucher können Rüstungen, Waffen und Artefakte aus der Samurai-Zeit bestaunen und sich ein Bild davon machen, wie das Leben in einer solchen Festung war. Multimediale Präsentationen und interaktive Displays sorgen dafür, dass die Geschichte lebendig wird. Besonders beeindruckend ist ein großes Modell der Burg, das zeigt, wie die Anlage vor den Zerstörungen durch Krieg und Naturkatastrophen aussah.
Ein weiteres Highlight ist die Aussichtsplattform im obersten Stockwerk des Hauptturms. Von hier aus hat man einen spektakulären Blick über die gesamte Stadt Kumamoto und die umliegenden Landschaften. An klaren Tagen kann man sogar die fernen Berge in der Umgebung sehen.
Der Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall – es ist eine der besten Möglichkeiten, die gewaltige Größe und strategische Bedeutung der Burg zu erfassen. Und natürlich kann man von oben auch gut die laufenden Restaurierungsarbeiten beobachten und sehen, was noch alles zu tun ist.
Neben der historischen Ausstellung und der atemberaubenden Aussicht gibt es im Inneren der Burg auch Bereiche, die sich speziell mit dem Erdbeben von 2016 und dem darauf folgenden Wiederaufbau befassen. Anhand von Fotografien, Videos und Modellen wird eindrucksvoll gezeigt, welche Schäden das Beben verursacht hat und welche aufwendigen Arbeiten erforderlich waren, um Kumamoto Castle wiederherzustellen. Diese Ausstellung bietet nicht nur interessante Einblicke in die Restaurierungsprozesse, sondern verdeutlicht auch, wie tief die Burg mit der Identität und dem Stolz der Menschen in Kumamoto verwurzelt ist.
Besonders sehenswert sind auch die rekonstruierten Innenräume, die zeigen, wie die Daimyo in der Edo-Zeit lebten. Tatami-Matten, kunstvolle Schiebetüren und detailreiche Wandmalereien vermitteln einen Eindruck der damaligen Wohnkultur. Wer sich für japanische Architektur und Design interessiert, wird von diesen liebevoll gestalteten Räumen begeistert sein.
Zudem gibt es im Inneren des Hauptturms zahlreiche interaktive Elemente, die besonders für Familien und Kinder spannend sind. Besucher können beispielsweise traditionelle Samurai-Rüstungen anprobieren oder an einer virtuellen Simulation teilnehmen, die den Angriff auf die Burg während der Satsuma-Rebellion nachstellt. Diese modernen Elemente machen die Ausstellung besonders lebendig und zugänglich.
Schließlich gibt es im Hauptturm auch einen kleinen Museumsshop, in dem ihr Souvenirs wie Bücher, Miniaturmodelle der Burg und Samurai-Andenken erwerben könnt. Wer nach einem anstrengenden Rundgang eine Pause braucht, findet in der Nähe der Burg zudem mehrere Cafés und Teehäuser, in denen man sich bei japanischem Grüntee und traditionellen Süßigkeiten entspannen kann.
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Im Museumsshop könnt Ihr übrigens auch ein ganz besonderes Souvenir erwerben. In Form eines Omamori könnt Ihr hier ein paar kleine Steinstücke der zerstörten Teile von Kumamoto Castle kaufen. Mit dem Geld unterstützt Ihr den Wiederaufbau der Burg. Eine schöne Idee finde ich und habe natürlich auch ein solches Omamori erworben.
Wie ihr die Burg erreichen könnt
Der Zugang zur Burg wurde nach den Erdbebenschäden mit großer Sorgfalt erneuert. Ein neu erbauter Holzweg ermöglicht es Besuchern, die Burganlage sicher zu erreichen und dabei eine gute Aussicht auf die Restaurierungsarbeiten zu genießen. Dieser Weg führt direkt zu den Haupteingängen und bietet an mehreren Stellen Aussichtspunkte, an denen man die beeindruckenden Steinmauern aus nächster Nähe betrachten kann.
Ein weiteres bemerkenswertes Element auf dem Weg zur Burg ist die sogenannte „Passage of Darkness“ – ein schmaler, dunkler Tunnel, der sich unter einem Teil der Anlage erstreckt. Früher diente diese Passage als Verteidigungsmaßnahme, um Angreifer zu verlangsamen und ihre Orientierung zu erschweren. Heute können Besucher diesen historischen Tunnel selbst durchqueren und so einen authentischen Eindruck davon bekommen, wie es sich für Samurai angefühlt haben muss, durch die engen, dunklen Gänge zu schleichen. Auch wenn dieser heute deutlich besser ausgeleuchtet ist.
Die Burg ist gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Vom Bahnhof Kumamoto aus könnt ihr mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle „Kumamoto Castle/City Hall“ fahren, von wo aus es nur noch ein kurzer Spaziergang zum Eingang der Burg ist. Alternativ gibt es auch mehrere Busverbindungen, die direkt zur Anlage führen.
Kumamoto Castle im Überblick
- Adresse: 1-1 Honmaru, Chuo Ward, Kumamoto, 860-0002
- Öffnungszeiten: täglich 9:00 – 17:00 Uhr (letzter Einlass 16:30 Uhr)
- Eintritt: Erwachsene 800 Yen | Kinder ab 6 Jahren 300 Yen
- Weitere Informationen: castle.kumamoto-guide.jp
Fazit – Ein unvergessliches Erlebnis
Ein Besuch auf Kumamoto Castle ist eine unvergessliche Erfahrung für alle, die sich für Japans Geschichte und Kultur begeistern. Die majestätische Architektur, die bewegte Vergangenheit und die atemberaubende Umgebung machen die Burg zu einem der schönsten Reiseziele Japans. Ob zur Kirschblütenzeit, im Herbst, an einem sonnigen Sommertag oder wie bei uns im Regen – Kumamoto Castle ist immer eine Reise wert.
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