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Nagasaki Chinatown - Besuch zum chinesischen Neujahr

Nagasaki Chinatown – Besuch zum chinesischen Neujahr

Nagasaki Chinatown ist das ältestes Chinatown-Viertel in Japan und nach Yokohama und Kobe das drittgrößte des Landes. Grund genug, bei einem Besuch in Nagasaki hier unbedingt einmal vorbei zu schauen. Dabei hatten wir das Glück Chinatown nur zwei Tage nach dem chinesischen Neujahrsfest zur Zeit des berühmten Laternenfest in Nagasaki zu besuchen. Alles war herrlich bunt geschmückt und es gab viele kleine Streetfood-Stände, die zum Verweilen einluden. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.

Wie entstand Chinatown in Nagasaki?

Während der langen Periode der Isolation Japans vom 17. bis Ende des 19. Jahrhunderts war es in Nagasaki nur Niederländern und Chinesen erlaubt, Handel mit Nagasaki zu betreiben. In dieser Zeit wurde für die Niederländer die Siedlung Dejima errichtet und auch die chinesischen Händler erhielten eine separate Siedlung. 

Die Siedlung hieß damals noch Tojin Yashiki (Tōkan), hatte eine Gesamtfläche von etwa 3 Hektar und umfasste ein Beamtenquartier, zwei große Tore, diverse Häuser, einen Markt, das Kantei-Mausoleum, die Tojindo-Halle, die Kannondo-Halle und vieles mehr und war von einem hohen Zaun umgeben.  Laut Überlieferungen lebten zu dieser Zeit 10.000 Chinesen in der Stadt, was eine hohe Zahl im Vergleich zu Nagasakis damaliger Bevölkerung von 60.000 Einwohnern war.

Darüber hinaus wurde die durch den Handel eingeführte Fracht chinesischer Schiffe in Lagerhäusern an der Küste der Städte Goto und Daikoku gelagert. Leider wurden diese Lagerhäuser 1698 bei einem Großbrand zerstört, später aber wieder aufgebaut.

Nach der Meiji-Restauration wurde Tojin Yashiki abgeschafft. Die verbliebenen Chinesen zogen an den Standort des ehemaligen Warenlagers in der Nähe des Hafens und gründeten in Nagasaki eine einzigartige chinesische Stadt – Chinatown.

Wie entstand Nagasaki Chinatown
Wie entstand Nagasaki Chinatown
Wie entstand Nagasaki Chinatown

Die Tore von Chinatown – ein Besonderheit

Die farbenfrohen Tore, die an alle vier Seiten von Chinatown, basierend auf dem alten chinesischen Feng Shui-System, zu finden sind, sind eine echte Besonderheit. Ihr Material wurde extra in der Stadt Fuzhou, China, bestellt und 1986 fertiggestellt. Die Tore sind jeweils 9 Meter hoch. Während das Ost-, Nord- und Südtor ebenfalls 9 Meter breit sind, ist das Westtor mit nur 4 Metern etwas schmaler.

Auf der Rückseite der Tore sind jeweils Schnitzereien von Göttern eingraviert, die die Tore beschützen: ein blauer Drache für das Osttor, ein weißer Tiger für das Westtor, Genbu (Schildkröte und Schlange) für das Nordtor und ein Suzaku für das Südtor. Das Genbu-Tor im Norden mit Blick auf den Doza-Fluss soll Wasser hereinlassen und das Suzaku-Tor im Süden, das zum Minato-Park führt, soll Feuer hereinbringen. 

Die Tore von Chinatown Nagasaki
Die Tore von Chinatown Nagasaki
Die Tore von Chinatown Nagasaki

Chinatown – Lasst Euch einfach treiben

Lasst Euch bei Eurem Besuch einfach durch die Straßen von Chinatown treiben. Entdeckt leckeres Streetfood und tolle Souvenirs, die Euch mit auf eine Reise nach China nehmen. Ich kann Euch nur empfehlen, die einzigartige Atmosphäre hier in Euch aufzusaugen. Es lohnt sich.

Schaut auch unbedingt im Minato Park im Süden von Chinatown vorbei. Neben einer 50 cm hohen Kopfsteinpflasterbühne aus chinesischem Granit an der Ostseite gibt es hier zudem ein Steinfront Tor im traditionellen Architekturstil der Region Suzhou in China. Des weiteren findet Ihr hier einen berühmten chinesischen Pavillon, ein Hintertor (Tongpaifang) und einen Pavillon (Ruheplatz). Ein Platz zum Entspannen, umrahmt von chinesischer Architektur.

Chinatown Nagasaki ist zudem bekannt für die chinesisch geprägten Gerichte Chanpon und Sara Udon. Hier ist der beste Ort, um diese lokalen Spezialitäten zu probieren. Eine weitere Delikatesse, nach der Ihr Ausschau halten solltet, ist Yori-Yori – eine brotähnliches süßes Gebäck, das vor dem Frittieren kunstvoll gedreht wird. Wer nach etwas weniger Exotischem suchen, sollte die Kakuni Manju – gedämpfte Brötchen gefüllt mit chinesischem geschmortem Schweinefleisch – probieren.

Wir waren allerdings so in unserem Sightseeing vertieft, dass wir noch ein paar verschiedene Yakitori-Spieße probiert haben, die dort frisch auf dem Grill zubereitet wurden. Auch die waren ein echter Genuss. Aber wir müssen unbedingt noch einmal hier her zurück kehren und uns durch die Spezialitäten kosten.

Unterwegs in Chinatown Nagasaki
Unterwegs in Chinatown Nagasaki
Unterwegs in Chinatown Nagasaki

Das Laternenfest

Wie oben schon geschrieben, hatten wir das Glück Chinatown nur zwei Tage nach dem chinesischen Mondneujahrsfest zum Start ins Jahr des Drachen zu besuchen. Auf dem Minato Park war alles festlich geschmückt, es gab verschiedene Stände und Bühnen, auf denen gefeiert wurde. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Das Laternenfest findet in jedem Fahr in den ersten 15 Tages des neuen Jahres nach dem chinesischen Mondkalender statt, also meist im Februar. Unzählige Laternen und Lampions erhellen dann die ganze Stadt. Darüber hinaus gibt es immer wieder verschiedene Aufführungen und Paraden. Eine der beeindruckendsten Aufführungen ist Jaodori – eine Art Drachentanz mit Akrobatik und wechselnden Masken.

Spannend ist mit Sicherheit auch die Kaiserparade, die auf dem Bild des Kaisers und der Kaiserin basiert, die während der Qing-Dynastie gemeinsam in die Stadt gehen, um mit dem Volk das neue Jahr zu feiern. Hin und wieder übernehmen sogar Prominente die Rollen von Kaiser und Kaiserin. Es wird daher jedes Jahr mit Spannung darauf gewartet.

Der Schmuck zum Laternenfest war übrigens nicht nur hier, sondern über die ganze Stadt verteilt zu finden. Kein Wunder, ist das Laternenfest doch einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender von Nagasaki. 

Alles Wichtige im Überblick

  • Adresse: 10-13 Shinchimachi, Nagasaki, 850-0842, Japan
  • Öffnungszeiten: Die Geschäftsstraßen von Chinatown können jederzeit besucht werden,
  • Eintritt: Der Besuch von Chinatown ist kostenlos
  • Weitere Informationen: www.nagasaki-chinatown.com

Das Laternenfest in Chinatown Nagasaki

Zum Weiterlesen
  • Hier findet Ihr alle Informationen für Euren Besuch in Nagasaki
  • Wir haben die niederländische Siedlung Dejima besucht
  • Und natürlich waren wir auch im Peace Park und im Atomic Bomb Museum
  • Zum Abschluss des Tages haben wir den Ausblick von Mt. Inasayama genossen
  • Finde eine Übernachtung in Nagasaki*

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Kathleen

Hallo! Ich bin Kathleen und Begründerin von "Verliebt in Japan". Hier teile ich meine Liebe zu Japan und möchte anderen Reisenden helfen, Ihr eigene Reise in das Land der aufgehenden Sonne zu planen. Eine Reise nach Japan gehört für uns mindestens ein bis zwei Mal im Jahr einfach dazu.

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