Japans wilde Seele: Ein Wegweiser durch alle 34 Nationalparks

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Ein breiter, sanft fließender Fluss mit kleinen weißen Stromschnellen schlängelt sich durch Arashiyama, gesäumt von grünem Gras und Bäumen unter einem strahlend blauen Himmel mit vereinzelten Wolken. Am Horizont sind Häuser und ferne Berge zu sehen. Nationalpark

Wer an Japan denkt, hat oft sofort die hellen Lichter von Tokyo, das geschäftige Treiben an der Shibuya-Kreuzung oder die perfekt getakteten Shinkansen-Züge vor Augen. Doch abseits der Metropolen und der modernen Technik verbirgt sich ein ganz anderes Japan: ein Land von wilder, fast unberührter Naturschönheit. Über eine Länge von fast 3.000 Kilometern erstreckt sich der japanische Archipel und bietet dabei eine landschaftliche Vielfalt, die weltweit ihresgleichen sucht.

In den insgesamt 34 Nationalparks des Landes kann man diese Vielfalt hautnah erleben. Hier wandert man morgens durch tief verschneite Urwälder im Norden Hokkaidos und findet sich nur wenige Flugstunden später an türkisblauem Wasser unter Palmen in Okinawa wieder. Was die japanischen Nationalparks so besonders macht, ist das harmonische Miteinander von Natur und Tradition. Es ist völlig normal, mitten in der Wildnis auf einen jahrhundertealten Schrein zu stoßen oder den Tag nach einer ausgiebigen Bergwanderung in einem dampfenden Onsen – einer natürlichen heißen Quelle – ausklingen zu lassen.

In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf eine Reise von Norden nach Süden. Ich stelle dir jeden einzelnen der 34 Parks vor, zeige dir, was ihn einzigartig macht und warum es sich lohnt, die ausgetretenen Touristenpfade einmal zu verlassen. Ob aktive Vulkane, mystische Nebelwälder oder einsame Koralleninseln – Japans Natur wartet darauf, von dir entdeckt zu werden.

Was gibt es hier zu entdecken?

Das Konzept der japanischen Nationalparks

Die Geschichte der Nationalparks in Japan begann offiziell im Jahr 1931 mit der Verabschiedung des Nationalparkgesetzes. Heute werden diese Gebiete vom japanischen Umweltministerium verwaltet und schützen insgesamt etwa 5,6 % der Landfläche.

Was ihr bei eurem Besuch bemerken werdet: Das japanische System unterscheidet sich grundlegend von dem vieler anderer Länder, wie etwa den USA. In Japan befinden sich innerhalb der Parkgrenzen oft Privatgrundstücke, forstwirtschaftlich genutzte Flächen und sogar ganze Dörfer oder Kurorte. Das Ziel ist hier nicht die reine Isolation der Wildnis vom Menschen, sondern ein harmonisches Miteinander von Naturschutz, regionaler Wirtschaft und Erholung.

Für euch bedeutet das: In einem japanischen Nationalpark findet ihr nicht nur unberührte Urwälder oder aktive Vulkane, sondern oft auch jahrhundertealte Kulturgüter, Schreine und die berühmten Onsen (heiße Quellen). Es ist diese Symbiose aus Natur und Tradition, die das Wandern und Reisen in diesen Gebieten so einzigartig macht.

Sonnenaufgang über einem ruhigen Meer mit einem schneebedeckten Berg im Hintergrund des Nationalparks. Die Sonne spiegelt sich auf dem Wasser, Wellenbrecher ragen in die Bucht, und weiche Wolken ziehen über den Himmel.

© Hokkaido Tourism Organization

Rishiri-Rebun-Sarobetsu Nationalpark (Hokkaido)

Ganz im Norden Japans liegt dieser Park, der sich über zwei markante Inseln und einen Küstenstreifen auf dem Festland erstreckt. Wenn ihr euch der Insel Rishiri nähert, dominiert der Mount Rishiri das Panorama. Dieser 1.721 Meter hohe Vulkan steigt direkt aus dem Meer empor und erinnert in seiner Form stark an den Mount Fuji, weshalb er lokal oft als „Rishiri-Fuji“ bezeichnet wird. Die Besteigung ist anspruchsvoll, belohnt euch aber mit einem Rundumblick über das Japanische Meer.

Die Nachbarinsel Rebun ist ein flacheres Eiland, das vor allem für seine botanische Vielfalt bekannt ist. Aufgrund der nördlichen Lage und des Seeklimas findet ihr hier alpine Pflanzen, die normalerweise nur in deutlich höheren Lagen wachsen. Für Wanderinteressierte unter euch ist der „8-Stunden-Kurs“ zu empfehlen, der einmal über die Insel führt und fantastische Ausblicke auf die Steilküsten bietet.

Der dritte Teil des Parks ist das Sarobetsu-Moor auf Hokkaido selbst. Es handelt sich um eines der größten Hochmoore des Landes. Hier könnt ihr auf befestigten Holzstegen durch eine weite, fast baumlose Landschaft wandern. Besonders im Frühsommer, wenn die Taglilien blühen, bietet das Moor einen friedlichen Anblick. Es ist zudem ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel, was den Park zu einem idealen Ort für Vogelbeobachtungen macht.

Ein schneebedeckter Berg erhebt sich über einen baumbestandenen Hügel im Herzen eines Nationalparks, der sich deutlich im ruhigen, blauen Wasser eines Sees unter einem klaren Himmel spiegelt.

© Hokkaido Tourism Organization

Shiretoko Nationalpark (Hokkaido)

Die Halbinsel Shiretoko (Tour buchen*) im Nordosten Hokkaidos gilt als eines der letzten unberührten Wildnisgebiete Japans und wurde deshalb zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Der Name stammt aus der Sprache der Ainu und bedeutet treffend „Ende der Welt“. Der Park ist vor allem für seine intakten Ökosysteme bekannt, in denen Land- und Meerestiere eng miteinander verbunden sind.

Ein zentrales Merkmal von Shiretoko ist die hohe Population an Braunbären. Bei euren Wanderungen, zum Beispiel zu den Shiretoko Goko (den fünf Seen), müsst ihr deshalb besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten. Ein hölzerner Hochweg ermöglicht es euch jedoch, die Schönheit der Seenlandschaft sicher zu genießen, während sich im Wasser die schroffen Gipfel der Shiretoko-Bergkette spiegeln.

Ein weiteres Phänomen ist das Treibeis, das im Winter von der Amur-Mündung in Russland bis an die Küsten der Halbinsel gelangt. Dies macht Shiretoko zum südlichsten Punkt der Nordhalbkugel, an dem man Treibeis beobachten kann. Ihr könnt in dieser Zeit an geführten Touren teilnehmen, bei denen man in Trockenanzügen über das Eis wandert. Im Sommer hingegen bieten Bootsfahrten entlang der Küste die beste Chance, Wale, Delfine und Seeadler in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen.

Ein großer Braunbär mit einem markanten hellen Streifen quer über die Schultern steht auf einem grasbewachsenen Boden in einem Nationalparkwald, umgeben von Bäumen und herabgefallenen Blättern.

© Hokkaido Tourism Organization

Akan-Mashu Nationalpark (Hokkaido)

Wenn ihr eine Schwäche für geheimnisvolle Seen und raue Vulkankrater habt, dann ist der Akan-Mashu Nationalpark euer absolutes Highlight in Hokkaido. Der Park erstreckt sich über drei riesige Calderen – also Einsturzkrater ehemaliger Vulkane –, in denen heute tiefblaue Seen ruhen. Einer davon ist der Lake Mashu, der weltweit für die Reinheit seines Wassers bekannt ist.

Oft liegt ein dichter Nebelschleier über dem Wasser, was dem See eine fast schon spirituelle Atmosphäre verleiht. Die Japaner nennen ihn ehrfürchtig „Kiri no Mashu-ko“ (den nebligen See von Mashu). Wenn ihr an den Aussichtspunkten steht und der Nebel für einen Moment aufreißt, ist der Anblick des tiefblauen Wassers unter den steilen Kraterwänden einfach unvergesslich.

Ein weiteres Highlight ist der Lake Akan (Tour buchen*). Er ist die Heimat der seltenen Marimo, das sind grüne Algenbälle, die am Seegrund wie weiches Samtmoos wachsen und durch die Strömung ihre Kugelform erhalten. Sie sind so besonders, dass sie zum nationalen Naturschatz erklärt wurden.

Direkt am Seeufer findet ihr das Akanko Ainu Kotan, die größte Siedlung der Ainu-Ureinwohner auf Hokkaido. Hier könnt ihr in ihre reiche Kultur eintauchen, traditionelle Tänze erleben und kunstvolle Holzschnitzereien bewundern. Für die Bergsteiger unter euch bieten die Vulkane Me-akan (aktiv) und O-akan (erloschen) fantastische Wanderwege. Der Aufstieg auf den Me-akan führt euch durch dichte Wälder bis hinauf in eine Mondlandschaft aus dampfenden Schwefelquellen und bunten Kraterseen. Packt euch danach unbedingt ein Handtuch ein, denn die Onsen in dieser Region gehören zu den besten der Insel.

Ein zugefrorener See in einem malerischen Nationalpark mit einem hoch aufragenden Berg als atemberaubende Kulisse.

© Hokkaido Tourism Organization

Kushiro-shitsugen Nationalpark (Hokkaido)

Das Kushiro-Moor ist das größte Feuchtgebiet Japans und ein Ort, der euch vor allem durch seine unendliche Weite und Stille beeindrucken wird. Wenn ihr euch für Fotografie oder Tierbeobachtung interessiert, ist dies euer persönliches Paradies. Der Park ist weltberühmt für die Rettung des Mandschurenkranichs (Tancho). Diese majestätischen Vögel galten bereits als fast ausgestorben, doch dank der strengen Schutzmaßnahmen im Park könnt ihr sie heute wieder das ganze Jahr über beobachten. Besonders im Winter, wenn die Kraniche im strahlend weißen Schnee ihren eleganten Balztanz aufführen, werdet ihr aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Um das Moor richtig zu erleben, empfehle ich euch, nicht nur am Rand zu stehen. Ihr könnt euch ein Kanu mieten und lautlos über den Kushiro-Fluss gleiten. Dabei habt ihr die Chance, Eisvögel, Hirsche und mit etwas Glück sogar Seeotter in ihrem natürlichen Lebensraum zu entdecken. Ihr könnt auch eine entsprechende Tour buchen*, um noch mehr über diese einzigartige Natur zu erfahren.

Für alle, die es etwas gemütlicher mögen, gibt es Aussichtsplattformen wie das Hosooka Observatory, von denen aus ihr den Flusslauf wie eine riesige Schlange durch das Schilfmeer wandern seht. Ein echter Geheimtipp für den Winter ist der „SL Fuyu-no-Shitsugen“, ein alter Dampfzug, der gemächlich durch das verschneite Moor schnaubt. Drinnen könnt ihr an kleinen Kohleöfen Tintenfisch grillen, während draußen die wilde Natur vorbeizieht. Es ist ein Ort, an dem ihr die Hektik des Alltags sofort vergesst.

Zwei Rotkronenkraniche mit ausgebreiteten Flügeln stehen sich auf verschneitem Boden gegenüber und scheinen in einem Nationalpark zu tanzen oder zu interagieren. Im Hintergrund ist ein verschwommener, dunkler Wald zu sehen.

© Hokkaido Tourism Organization

Daisetsuzan Nationalpark (Hokkaido)

Willkommen im flächenmäßig größten Nationalpark Japans! Daisetsuzan bedeutet „Große verschneite Berge“, und der Name ist hier Programm. Die Ureinwohner nannten dieses Gebiet „Kamui Mintara“ – den Spielplatz der Götter. Wenn ihr die gewaltige Bergwelt seht, werdet ihr verstehen, warum.

Der Park bildet das geografische Zentrum Hokkaidos und besteht aus mehreren Vulkangruppen, weiten Hochplateaus und tiefen Schluchten. Der höchste Gipfel ist der Asahidake. Eine Seilbahn bringt euch bis auf 1.600 Meter, doch ab da seid ihr auf euch allein gestellt. Der Aufstieg führt vorbei an dampfenden Fumarolen, die euch daran erinnern, dass unter euren Füßen die Erde noch immer arbeitet.

Daisetsuzan (Hotel buchen*) ist ein Paradies für Weitwanderer. Ihr könnt hier tagelange Touren unternehmen, ohne eine Straße zu kreuzen. Besonders faszinierend ist die alpine Flora, die hier aufgrund der nördlichen Lage schon in relativ geringen Höhen blüht. Im Herbst ist der Park der erste Ort in ganz Japan, an dem sich das Laub verfärbt. Schon Mitte September verwandeln sich die Hänge in ein Meer aus feurigem Rot und leuchtendem Gelb – ein Anblick, der jedes Jahr Tausende Besucher anlockt.

Wenn ihr Glück habt, begegnet ihr dem Naki-usagi (Pfeifhasen), einem winzigen Tierchen, das zwischen den Felsen lebt und durch seine charakteristischen Pfiffe auffällt. Nach einer langen Wanderung solltet ihr unbedingt die Sounkyo-Schlucht besuchen, wo ihr zwischen gigantischen Wasserfällen und steilen Felswänden in heißen Quellen entspannen könnt.

Ein schneebedeckter Berg erhebt sich unter einem klaren blauen Himmel im Nationalpark, mit einem Wald aus schneebedeckten immergrünen Bäumen und einem Gebäude im Chalet-Stil im Vordergrund. Auch Schneebänke und rot-weiße Straßenmarkierungen sind zu sehen.

© Hokkaido Tourism Organization

Shikotsu-Toya Nationalpark (Hokkaido)

Dieser Park ist perfekt für euch, wenn ihr die Natur Hokkaidos erleben wollt, ohne tagelang in die Wildnis reisen zu müssen. Er liegt in unmittelbarer Nähe zu Sapporo und ist geprägt von zwei glasklaren Caldera-Seen: dem Shikotsu-See und dem Toya-See. Der Lake Shikotsu (Tour buchen*) ist einer der tiefsten und saubersten Seen Japans. Da er so tief ist, friert er selbst im kältesten Winter nicht zu. Ihr könnt dort Tauchgänge wagen oder mit Glasbodenbooten die vulkanischen Formationen unter Wasser bestaunen. Die umliegenden Berge wie der Mount Eniwa oder der Mount Tarumae bieten euch Wanderungen mit spektakulären Ausblicken auf das tiefblaue Wasser.

Der Lake Toya (Tour buchen*) hingegen wirkt fast schon lieblich mit seinen vier Inseln, die mitten im Wasser liegen. Der See war sogar schon Schauplatz eines G8-Gipfels, was für die Schönheit der Region spricht. Ein absolutes Muss ist ein Besuch des Mount Usu. Dieser Vulkan ist extrem aktiv und ist im letzten Jahrhundert gleich mehrfach ausgebrochen. Ihr könnt mit einer Seilbahn nach oben fahren und direkt in die rauchenden Krater blicken. Die Spuren der letzten Eruption von 2000 sind noch heute sichtbar – zerstörte Gebäude und Straßen wurden teilweise als Mahnmal erhalten.

Direkt daneben liegt Noboribetsu (Hotel buchen*), eines der bekanntesten Onsen-Dörfer Japans. Im sogenannten „Höllental“ (Jigokudani) sprudelt heißes, schwefelhaltiges Wasser direkt aus der Erde und speist die vielen Bäder der Stadt. Es ist die perfekte Mischung aus geologischem Abenteuer und totaler Entspannung.

Ein ruhiger See mit einem Berg im Hintergrund, eingebettet in einen atemberaubenden Nationalpark.

© Hokkaido Tourism Organization

Towada-Hachimantai Nationalpark (Aomori, Akita, Iwate)

Wir verlassen Hokkaido und überqueren die Tsugaru-Straße nach Honshu. Der Towada-Hachimantai Nationalpark erstreckt sich über die Präfekturen Aomori, Akita und Iwate und zeigt euch eine ganz andere Seite Japans. Das Herzstück des nördlichen Teils ist der Towada-See (Tour buchen*), ein riesiger Kratersee, der für sein kobaltblaues Wasser bekannt ist. Doch das eigentliche Juwel ist der Oirase-Fluss (Tour buchen*), der aus dem See abfließt. Ihr könnt entlang dieses Flusses etwa 14 Kilometer auf einem wunderschönen Wanderweg laufen, der an unzähligen Wasserfällen, bemoosten Felsen und uralten Bäumen vorbeiführt. Besonders im Herbst, wenn das Laub der Ahornbäume leuchtet, wirkt dieser Ort wie aus einem Märchenbuch.

Der südliche Teil des Parks, das Hachimantai-Plateau, ist geprägt von vulkanischer Aktivität und Hochmooren. Hier findet ihr ein Naturphänomen, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet: das „Dragon Eye“. Im späten Frühling schmilzt der Schnee auf dem Kagami-numa Teich so, dass er wie ein riesiges, blaues Auge aussieht. Hachimantai ist auch berühmt für seine „Snow Monsters“ (Juhyo) im Winter – Bäume, die so stark mit Eis und Schnee gepanzert sind, dass sie wie skurrile Kreaturen aussehen. Für Wellness-Fans ist das Tamagawa Onsen ein Pflichtbesuch. Das Wasser dort ist so sauer, dass es Metall auflösen kann, und viele Menschen kommen dorthin, weil sie an die Heilkraft der radioaktiven Erden und der heißen Dämpfe glauben. Es ist ein wildes, energetisches Stück Japan.

Luftaufnahme einer von herbstlich gefärbten Bäumen umgebenen Stadt am Seeufer von Aomori mit ruhigem, blauem Wasser, einem Pier mit Booten und entfernten Hügeln unter einem klaren blauen Himmel.

© Amazing Aomori

Sanriku Fukkō Nationalpark (Iwate, Miyagi)

Dieser Park in den Präfekturen Iwate und Miyagi hat eine ganz besondere Geschichte. „Fukkō“ bedeutet Wiederaufbau, und der Park wurde nach dem schweren Tsunami von 2011 erweitert und umbenannt, um die Region Sanriku zu unterstützen und das Bewusstsein für die Kraft der Natur zu schärfen. Er erstreckt sich über 250 Kilometer entlang der Pazifikküste. Wenn ihr dramatische Küstenlandschaften liebt, werdet ihr hier glücklich. Die nördliche Hälfte ist geprägt von riesigen, bis zu 200 Meter hohen Klippen, wie den Kitayamazaki-Klippen, die auch als „Alpen des Meeres“ bezeichnet werden. Ihr könnt dort auf Booten direkt unter den gewaltigen Felswänden herfahren und die Seevögel beobachten.

Im südlichen Teil verändert sich die Landschaft zu einer sogenannten Rias-Küste mit vielen tief eingeschnittenen Buchten und kleinen Inseln. Ein besonderer Ort ist der Jodogahama-Strand. Der Name bedeutet „Strand des Reinen Landes“ (das buddhistische Paradies), und wenn ihr die weißen Felsformationen im ruhigen, klaren Wasser seht, versteht ihr sofort, warum die Mönche diesen Namen wählten. Der Park beherbergt auch den „Michinoku Coastal Trail“, einen über 1.000 Kilometer langen Fernwanderweg, auf dem ihr die Gastfreundschaft der Küstenbewohner hautnah erleben könnt. Sanriku Fukkō ist ein Ort der Resilienz – hier seht ihr, wie die Natur sich regeneriert und wie die Menschen im Einklang mit dem oft unberechenbaren Meer leben.

Eine zerstörte Baustelle mit Haufen von Schutt und Trümmern, die unter einem wolkenverhangenen Himmel in Iwate auf dem Boden verstreut sind; im Hintergrund sind kahle Bäume und städtische Gebäude zu sehen.

Bandai-Asahi Nationalpark (Fukushima, Yamagata und Niigata)

Dieser Nationalpark ist riesig und erstreckt sich über drei Präfekturen: Fukushima, Yamagata und Niigata. Er bietet euch eine faszinierende Mischung aus dramatischer Vulkangeschichte und uralter Spiritualität. Im Zentrum steht der Mount Bandai, ein Vulkan, dessen Ausbruch im Jahr 1888 die gesamte Landschaft verändert hat. Durch Erdrutsche entstanden damals hunderte Seen. Die berühmtesten sind die Goshikinuma, die „Fünf-Farben-Teiche“. Durch verschiedene Mineralien im Wasser schimmern diese Seen in unglaublichen Nuancen von Smaragdgrün bis hin zu Kobaltblau. Ihr könnt auf einem leichten Wanderweg zwischen den Teichen spazieren gehen und werdet euch fühlen wie in einem impressionistischen Gemälde.

Ein ganz anderer Aspekt des Parks ist das Gebiet der Dewa Sanzan. Das sind drei heilige Berge (Haguro-san, Gassan und Yudono-san), die seit Jahrhunderten das Zentrum der Shugendo-Religion sind – einer Mischung aus Bergverehrung und Buddhismus. Wenn ihr die 2.446 Steinstufen des Mount Haguro durch uralte Zedernwälder hinaufsteigt, begegnet ihr vielleicht den „Yamabushi“, den Bergmönchen in ihren charakteristischen weißen Gewändern. Es ist eine Reise in die spirituelle Seele Japans. Im Winter verwandelt sich der Park zudem in ein erstklassiges Skigebiet. Egal, ob ihr Action auf der Piste, Ruhe in den Bergen oder spirituelle Einkehr sucht – Bandai-Asahi deckt alles ab.

Sonnenbeschienener Wald mit Herbstlaub und moosbewachsenem Boden in Yamagata, ein Holzschild mit japanischer Schrift und ein kleiner Teich oder See im Hintergrund. Ein weiteres Schild mit japanischem Text steht in der Nähe zwischen den Bäumen.

© Yamagata Prefecture

Nikko Nationalpark (Tochigi, Gunma, Fukushima)

Nikko ist für viele von euch wahrscheinlich ein Begriff, wenn ihr an Tagesausflüge von Tokyo aus denkt. Aber der Nationalpark, der sich über die Präfekturen Tochigi, Gunma und Fukushima erstreckt, ist weit mehr als “nur” der prächtige Toshogu-Schrein (Tour buchen*). Wenn ihr die berühmte Zick-Zack-Straße Irohazaka hinaufgefahren seid, öffnet sich eine ganz andere Welt. Das Herzstück ist der Chuzenji-See (Tour buchen*), der auf über 1.200 Metern Höhe liegt und durch einen Vulkanausbruch entstanden ist. Direkt daneben stürzt der Kegon-Wasserfall (Tour buchen*) fast 100 Meter in die Tiefe – ein Anblick, der besonders im Herbst, wenn die Ahornbäume brennen, absolut spektakulär ist.

Für die Wanderer unter euch ist das Senjogahara-Hochmoor ein echtes Highlight. Es gibt dort hervorragend ausgebaute Holzstege, auf denen ihr durch die weite Ebene spazieren könnt, während die Berge der Nikko-Kette im Hintergrund thronen. Die Legende besagt, dass hier einst Götter in Form von Riesenschlangen und Tausendfüßlern um den Besitz des Sees kämpften. Wenn ihr es lieber spirituell mögt, solltet ihr zum Berg Nantai wandern, der als heilig gilt. Nikko bietet euch diese seltene Mischung aus prunkvoller Architektur (die UNESCO-Weltkulturerbestätten) und einer tiefen, fast unberührten Natur. Vergesst nicht, die lokalen Onsen in Yumoto zu testen – das schwefelhaltige Wasser dort ist berühmt für seine heilende Wirkung.

Ein traditionelles japanisches Gebäude mit einem roten Teppich auf der Veranda überblickt einen ruhigen Garten, der mit lebhaftem Herbstlaub gefüllt ist, während das Sonnenlicht durch die bunten Herbstblätter fällt.

Photo courtesy of Tochigi Prefecture Tourism & Local Products Association

Oze Nationalpark (Gunma, Fukushima, Tochigi, Niigata)

Oze ist ein Ort, der in Japan fast schon kultische Verehrung genießt, besonders wegen des Liedes „Natsu no Omoide“, das von der Schönheit dieses Hochlands singt. Der Park (Tour buchen*) liegt an der Grenze von vier Präfekturen (Gunma, Fukushima, Tochigi, Niigata) und ist das größte Hochmoor-Gebiet auf der Hauptinsel. Wenn ihr dort seid, bewegt ihr euch fast ausschließlich auf kilometerlangen Holzstegen, was dem Ganzen ein sehr geordnetes, aber auch meditatives Flair verleiht. Der absolute Höhepunkt ist der Frühsommer (Juni), wenn die Mizubasho (weiße Scheinkallalilien) blühen und das Moor in ein weißes Blütenmeer verwandeln.

Im Herbst hingegen färbt sich das Gras golden und die Teiche spiegeln den tiefblauen Himmel wider. Umgeben ist das Moor von beeindruckenden Bergen wie dem Hiuchigatake und dem Shibutsu. Da der Park komplett autofrei ist, müsst ihr alles zu Fuß erkunden. Das bedeutet: Ruhe pur! Es gibt im Park verteilt kleine Berghütten (Yamagoya), in denen ihr übernachten könnt. Stellt euch vor, ihr wacht morgens auf, der Nebel hängt noch über dem Moor und ihr seid fast allein in dieser weiten Landschaft. Oze ist der perfekte Ort für euch, wenn ihr die Zivilisation mal komplett hinter euch lassen wollt, ohne auf gut begehbare Wege zu verzichten.

Ein klarer blauer See mit blühenden weißen Blumen, umgeben von den grünen Hügeln Gunmas und einem schneebedeckten Berg unter einem strahlend blauen Himmel. Links gehen Menschen auf einer Uferpromenade spazieren.

© Gunma Prefecture

Chichibu-Tama-Kai Nationalpark (Tokyo, Saitama, Yamanashi, Nagano)

Dieser Park ist quasi der Hinterhof von Tokyo. Wenn ihr in der Metropole lebt oder dort Urlaub macht und mal kurz “raus” müsst, ist dies euer Ziel. Er umfasst Berge, Wälder und tiefe Schluchten in den Präfekturen Tokyo, Saitama, Yamanashi und Nagano. Ein Highlight ist der Berg Mitake, auf dessen Gipfel ein alter Schrein steht. Der Weg dorthin führt durch ein Dorf, das sich anfühlt, als wäre die Zeit stehen geblieben. Für die Ambitionierteren unter euch ist der Berg Kumotori das Ziel – mit über 2.000 Metern ist er der höchste Punkt der Präfektur Tokyo.

Was diesen Park so besonders macht, sind die vielen Flusstäler. Das Nishizawa-Tal zum Beispiel bietet euch eine Wanderung entlang einer Kaskade von Wasserfällen, die durch dichte Wälder führen. Hier könnt ihr auch das „Shinrin-yoku“ (Waldbaden) in seiner reinsten Form praktizieren. Der Park ist zudem berühmt für seine Verbindung zur japanischen Geschichte; viele alte Handelswege führen hier durch die Berge. Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell man vom Trubel der Shinjuku-Station in eine Welt aus Moos, alten Bäumen und klaren Bergbächen eintauchen kann. Packt euch gute Wanderschuhe ein, denn die Wege können hier durchaus steil und steinig sein.

Ein Fluss schlängelt sich zwischen üppig grünen Bäumen in einem Nationalpark, und in der Ferne erheben sich Berge unter einem bewölkten Himmel. Ein paar Menschen stehen am felsigen Flussufer auf der rechten Seite, umgeben von dichtem Wald.

Joshin’etsu-kogen Nationalpark (Gunma, Nagano, Niigata)

Dieser Park ist ein Paradies für alle, die Vulkane und Wellness lieben. Er erstreckt sich über die Hochebenen von Nagano, Niigata und Gunma. Bekannt ist er vor allem für den Berg Asama, einen der aktivsten Vulkane Japans. Aber keine Sorge, es gibt genug sichere Zonen! Ein riesiges Highlight ist das Gebiet Shiga Kogen, das im Winter eines der größten und besten Skigebiete des Landes ist (jetzt Skipass buchen*). Hier fanden sogar Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 1998 statt. Im Sommer verwandelt sich die Region in ein Eldorado für Wanderer, mit unzähligen Bergseen und Wanderwegen.

Vielleicht habt ihr schon einmal Bilder von den „Snow Monkeys“ gesehen, die in heißen Quellen baden? Das Jigokudani Monkey Park (jetzt Ausflug buchen*) liegt am Rande dieses Nationalparks. Aber auch für uns Menschen gibt es fantastische Onsen, wie zum Beispiel in Kusatsu (Hotel buchen*) einem der berühmtesten Badeorte Japans. Das Wasser dort ist so mineralreich, dass es fast alles heilt (sagt man zumindest). Die Landschaft ist geprägt von weiten Plateaus und schroffen Gipfeln, was sie ideal für ausgedehnte Roadtrips macht. Die Luft hier oben ist kristallklar und selbst im heißesten japanischen Sommer ist es hier angenehm kühl. Ein Ort, an dem ihr tief durchatmen könnt.

Ein dampfendes Bad in einer heißen Quelle im Freien in Gunma, umgeben von schneebedeckten Bäumen und Hügeln, mit einem hölzernen Dach, das teilweise mit Schnee bedeckt ist, schafft eine ruhige Winterlandschaft.

© Gunma Prefecture

Myoko-Togakushi Renzan Nationalpark (Niigata, Nagano)

Dieser Park wurde erst 2015 von Joshin’etsu-kogen abgetrennt und als eigenständiger Nationalpark ausgewiesen. Er ist kleiner, aber oho! Die Region um den Berg Myoko und den Berg Togakushi (jetzt Tour buchen*) ist tief in der japanischen Mythologie verwurzelt. Wenn ihr die Allee aus gigantischen, 400 Jahre alten Zedern zum Togakushi-Schrein entlanglauft, werdet ihr Gänsehaut bekommen – die Energie dort ist fast greifbar. Togakushi ist zudem historisch als Trainingsgrund für Ninjas bekannt, und ihr könnt dort sogar ein kleines Ninja-Museum besuchen.

Die Landschaft wird von fünf Bergen dominiert, den „Hokusetsu-Goyama“. Im Winter fällt hier einer der stärksten Schneefälle weltweit, was die Region zu einem Geheimtipp für Freerider macht. Im Sommer hingegen lockt der Nojiri-See (Hotel buchen* ), wo ihr segeln oder Stand-up-Paddling machen könnt. Was ich an diesem Park besonders schätze, ist die kulinarische Komponente: Die Region ist berühmt für ihre Togakushi Soba (Buchweizennudeln). Es gibt kaum etwas Besseres, als nach einer Wanderung durch die heiligen Wälder eine Schüssel frische Soba zu genießen. Dieser Park ist die perfekte Wahl für euch, wenn ihr Natur mit einem Schuss Mystik und Geschichte kombinieren wollt.

In einem ruhigen See im Nationalpark spiegeln sich bunte Herbstbäume und bewaldete Berge unter einem teilweise bewölkten Himmel, an dessen Gipfeln sich Nebel bildet.

Chubu-Sangaku Nationalpark (Nagano, Gifu, Toyama, Niigata)

Das hier ist das “Heavy Metal” der japanischen Bergwelt. Der Park umfasst die Nordalpen Japans (Nagano, Gifu, Toyama und Niigata) und beherbergt einige der höchsten und dramatischsten Gipfel des Landes, wie den Berg Hotaka und den Berg Yarigatake (das „Matterhorn Japans“). Das absolute Juwel des Parks ist Kamikochi, ein Hochtal, das so schön ist, dass es als „besonders wertvolles Naturdenkmal“ geschützt ist. Autos sind hier streng verboten. Wenn ihr am Kappa-Bashi-Steg steht und auf den Azusa-Fluss mit seinem gletscherblauen Wasser und die dahinter aufragenden Drei-Tausender blickt, werdet ihr verstehen, warum Japaner bei diesem Anblick feuchte Augen bekommen.

Für die Abenteurer unter euch gibt es die Tateyama Kurobe Alpine Route. Hier fahrt ihr mit verschiedenen Seilbahnen, Bussen und Tunnelbahnen quer durch die Hochalpen. Im Frühjahr könnt ihr dort durch den „Schneekorridor“ laufen, wo die Schneewände bis zu 20 Meter hoch rechts und links der Straße aufragen. Der Park bietet Wanderungen für jedes Level – von entspannten Spaziergängen im Tal von Kamikochi bis hin zu mehrtägigen Klettertouren über die scharfen Grate der Alpen. Die Hüttenkultur ist hier sehr ausgeprägt, sodass ihr oben auf den Gipfeln übernachten und den Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer genießen könnt. Ein absolutes Muss für jeden Bergfex!

Bei strahlend blauem Himmel gehen Menschen neben einem Bus in Toyama einen Weg entlang, der auf beiden Seiten von hohen Schneewänden gesäumt ist. Die Schneewände sind mehrere Meter hoch und bilden eine dramatische Kulisse.

© Toyama Prefecture

Hakusan Nationalpark (Ishikawa, Gifu, Fukui, Toyama)

Der Berg Hakusan gehört zusammen mit dem Mount Fuji und dem Berg Tateyama zu den „Drei Heiligen Bergen“ Japans. Er ist ein schlafender Vulkan, der majestätisch über den Präfekturen Ishikawa, Gifu, Fukui und Toyama thront. Was diesen Park so besonders macht, ist seine Isolation. Er ist nicht so leicht zu erreichen wie andere Parks, was bedeutet, dass ihr hier eine fast ungestörte Wildnis vorfindet. Der Berg ist seit über 1.300 Jahren ein Ziel für Pilger, und ihr werdet auf dem Weg zum Gipfel immer wieder kleinen Schreinen begegnen.

Die Flora am Hakusan ist legendär; viele alpine Pflanzen wurden hier zum ersten Mal entdeckt und tragen „hakusan“ im Namen. Wenn ihr im Hochsommer wandert, lauft ihr durch wahre Gärten aus Wildblumen. Der Park bietet zudem spektakuläre Wasserfälle wie den Shannoko-Wasserfall. Ein kleiner Geheimtipp am Rande des Parks ist das Dorf Shirakawa-go (UNESCO-Weltkulturerbe) mit seinen berühmten strohgedeckten Häusern. Die Kombination aus der kulturellen Tiefe der Region und der schroffen Pracht des Berges macht den Hakusan Nationalpark zu einem sehr “japanischen” Erlebnis. Hier spürt ihr noch die alte Ehrfurcht vor den Berggeistern.

Eine Gruppe von Menschen steht und sitzt auf einem felsigen Berggipfel in Ishikawa, vor einem farbenfrohen Sonnenaufgangshimmel mit vereinzelten Wolken. Die Sonne geht über entfernten Bergen im Hintergrund auf.

© Ishikawa Sightseeing Photo Library

Minami Alps (Südliche Alpen) Nationalpark (Yamanashi, Nagano, Shizuoka)

Während die Nordalpen (Chubu-Sangaku) touristisch sehr erschlossen sind, sind die Südalpen das Revier der Profis und Einsiedler. Dieser Park in den Präfekturen Yamanashi, Nagano und Shizuoka umfasst die Bergkette der Akaishi-Berge und beherbergt den Kitadake, den zweithöchsten Berg Japans. Die Wege hier sind steil, lang und oft einsam. Es gibt keine Seilbahnen, die euch die Arbeit abnehmen – hier müsst ihr euch jeden Meter hart erkämpfen. Aber genau das ist der Reiz für viele von euch: Die totale Abgeschiedenheit.

Die Südalpen sind geologisch jünger und bestehen hauptsächlich aus Sedimentgestein, was ihnen ein etwas “grüneres” Aussehen verleiht als den schroffen Nordalpen. Die Wälder sind tief und beherbergen seltene Tiere wie den japanischen Serau (eine Art Waldziege) und den Steinadler. Wenn ihr auf den Gipfeln steht, habt ihr oft einen fantastischen Blick auf den Mount Fuji, der im Osten majestätisch aufragt. Da der Park schwerer zugänglich ist, ist die Natur hier extrem gut erhalten. Es ist ein Ort für echte Entdecker, die kein Problem damit haben, ihr Zelt einzupacken und mehrere Tage autark in der Wildnis unterwegs zu sein. Belohnt werdet ihr mit einem Sternenhimmel, den ihr so schnell nicht vergessen werdet.

Eine üppige grüne Landschaft in der Nähe von Magome, mit dichtem Laub im Vordergrund, Baumzweigen, die die Aussicht einrahmen, einem sonnenbeschienenen Feld und entfernten Bergen unter einem strahlend blauen Himmel mit vereinzelten Wolken.

Fuji-Hakone-Izu Nationalpark (Yamanashi, Kanagawa, Shizuoka, Tokyo)

Das ist er – der meistbesuchte Nationalpark Japans! Er ist in vier Gebiete unterteilt: den Mount Fuji, Hakone, die Izu-Halbinsel und die Izu-Inseln. Über den Mount Fuji muss ich euch wahrscheinlich nicht viel erzählen – er ist das Herz des Parks. Die Besteigung im Sommer ist für viele ein Lebensziel. Aber der Park bietet so viel mehr! In Hakone (Hotel buchen*)könnt ihr mit Blick auf den Fuji in Onsen baden, den rauchenden Krater von Owakudani besuchen (wo man im Vulkandampf gekochte schwarze Eier isst) oder über den Ashi-See schippern.

Die Izu-Halbinsel (Hotel buchen*) lockt mit ihrer dramatischen Küstenlinie (wie der Jogasaki-Küste) und erstklassigen Surfspots. Und wer es ganz exotisch mag, nimmt die Fähre zu den Izu-Inseln. Oshima zum Beispiel ist eine Vulkaninsel, auf der ihr durch eine schwarze Wüste wandern könnt. Dieser Nationalpark ist so vielfältig wie kaum ein anderer. Ihr habt alles: vom höchsten Berggipfel über heiße Quellen und historische Wanderwege (wie einen Teil des alten Tokaido) bis hin zu weißen Sandstränden und Korallenriffen. Da er so nah an Tokyo liegt, kann es hier am Wochenende voll werden – aber die Infrastruktur ist perfekt, und ihr findet immer ein ruhiges Plätzchen, wenn ihr euch ein wenig abseits der Hauptpfade bewegt.

Der Berg Fuji mit seiner schneebedeckten Spitze erhebt sich über weit entfernte blaue Hügel und überblickt einen Hafen mit Autos, Lastwagen und ein paar Booten unter einem klaren blauen Himmel.

Ise-Shima Nationalpark (Mie)

Ise-Shima ist der Ort, an dem die Seele Japans wohnt. Hier befindet sich der Ise-Jingu, der heiligste Shinto-Schrein des Landes, der alle 20 Jahre komplett neu gebaut wird. Der Park liegt an einer zerklüfteten Küste in der Präfektur Mie. Neben der Spiritualität ist die Region berühmt für ihre enge Verbindung zum Meer. Ihr könnt hier die Ama besuchen – Freitaucherinnen, die seit Jahrhunderten ohne Atemgerät nach Muscheln und Algen tauchen. Viele dieser Frauen sind heute über 70 und immer noch aktiv!

Die Küstenlandschaft mit ihren vielen Buchten und Inselchen ist traumhaft schön, besonders vom Yokoyama Observatory aus. Ein weiteres Highlight ist die Stadt Toba, der Geburtsort der Zuchtperle. Kokichi Mikimoto hat hier die erste künstliche Perle der Welt gezüchtet. In Ise-Shima vermischen sich die Mythen der Götter mit dem täglichen Leben der Fischer und Perlenzüchter. Für euch ist es der ideale Ort, um die japanische Ästhetik des Einfachen und Natürlichen zu verstehen. Und wenn ihr dort seid, probiert unbedingt den Ise-Hummer (Ise-Ebi) – er ist eine Delikatesse, für die Menschen aus ganz Japan anreisen.

Ein traditioneller japanischer Schrein mit kunstvoller Holzarchitektur, geschwungenen Dächern und goldenen Akzenten steht anmutig im Nationalpark, fotografiert unter klarem Himmel mit einigen Schatten, die die komplizierten Details hervorheben.

Yoshino-Kumano Nationalpark (Nara, Wakayama, Mie)

Dieser Park ist ein Muss für alle, die gerne wandern und Geschichte lieben. Er umfasst das bergige Innere der Kii-Halbinsel. Der Ort Yoshino (Hotel buchen*) ist berühmt für seine über 30.000 Kirschbäume, die im Frühling den gesamten Berghang in ein rosa Wolkenmeer verwandeln. Es gilt als der beste Ort für Hanami (Kirschblütenschau) in ganz Japan. Aber der Park hat auch eine sehr tiefe spirituelle Ebene: Er beherbergt den Kumano Kodo, ein Netzwerk von alten Pilgerwegen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Seit über tausend Jahren wandern Pilger über diese bewaldeten Pfade zu den drei großen Schreinen von Kumano. Ein absolutes Highlight ist der Nachi-Wasserfall, der höchste einstufige Wasserfall Japans, der direkt hinter einer roten Pagode in die Tiefe stürzt – eines der ikonischsten Fotomotive Japans. Die Region ist wild, regnerisch und von dichten Urwäldern bedeckt. Im südlichen Teil des Parks erreicht ihr die Küste von Kushimoto, wo ihr seltsame Felsformationen im Meer bewundern könnt. Yoshino-Kumano ist ein Ort der Reinigung und der spirituellen Kraft. Wenn ihr über die moosbedeckten Steinstufen des Kumano Kodo lauft, werdet ihr die jahrhundertealte Geschichte unter euren Füßen spüren.

Eine Steintreppe schlängelt sich durch einen üppig grünen Nationalparkwald, flankiert von hohen, uralten Bäumen und Farnen. Das Sonnenlicht dringt durch das dichte Blätterdach und schafft eine friedliche, natürliche Atmosphäre.

San’inkaigan Nationalpark (Kyoto, Hyogo, Tottori)

Wenn ihr denkt, Japan hätte keine Wüste, dann habt ihr die Tottori-Sanddünen noch nicht gesehen! Dieser Nationalpark erstreckt sich entlang der Küste des Japanischen Meeres durch die Präfekturen Kyoto, Hyogo und Tottori. Die Dünen sind riesig – bis zu 50 Meter hoch – und ihr könnt dort sogar auf Kamelen reiten. Es ist ein surreales Erlebnis, im Sand zu stehen und gleichzeitig auf das stürmische Meer zu blicken. Aber der Park bietet noch viel mehr: Er ist ein zertifizierter Geopark mit beeindruckenden geologischen Formationen, Meereshöhlen und schroffen Klippen.

Besonders schön ist die Gegend um Uradome. Das Wasser ist hier so klar, dass man bis zu 25 Meter tief sehen kann – perfekt für Kajaktouren durch die Felsentore. Im Winter ist die Region berühmt für ihre Matsuba-Krabben, die als die besten des Landes gelten. Der Park ist weniger überlaufen als die touristischen Hotspots im Süden, was ihn zu einem tollen Ziel für Individualreisende macht. Die Kombination aus den riesigen Sanddünen, den bizarren Felsformationen und der rauen Schönheit des Japanischen Meeres gibt euch das Gefühl, an einem ganz besonderen Ende der Welt gelandet zu sein.

Eine Person sitzt auf einem Kamel mit einem gemusterten Sattel, während eine andere neben ihr in der sandigen Tottori-Wüste mit sanften Dünen und blauem Himmel steht. In der Ferne ist der Ozean zu sehen.

© Präfektur Tottori

Setonaikai Nationalpark (Seto-Binnenmeer-Region)

Das hier ist Japans Antwort auf das Mittelmeer. Der Setonaikai ist der größte Nationalpark des Landes, wenn man die Wasserfläche mitzählt. Er umfasst das Binnenmeer zwischen Honshu, Shikoku und Kyushu mit seinen über 3.000 Inseln. Die Landschaft ist geprägt von ruhigem, blauem Wasser und grünen Inseln, die wie Smaragde darin verstreut liegen. Ein Highlight, das ihr vielleicht kennt, ist das riesige Torii des Itsukushima-Schreins auf der Insel Miyajima, das bei Flut im Wasser zu stehen scheint.

Für die Sportlichen unter euch ist der Shimanami Kaido ein absolutes Muss: Ein Radweg, der über sieben gigantische Brücken mehrere Inseln miteinander verbindet. Es ist eine der schönsten Radstrecken der Welt! Aber auch Kunstliebhaber kommen auf ihre Kosten, zum Beispiel auf der Insel Naoshima, die für ihre Museen und Außenskulpturen (wie den berühmten gelben Kürbis von Yayoi Kusama) bekannt ist. Das Klima hier ist mild, fast schon mediterran, und die Menschen sind unglaublich entspannt. Der Setonaikai Nationalpark zeigt euch eine sanfte, fast schon poetische Seite Japans, die zum Verweilen und Insel-Hopping einlädt.

Eine malerische Aussicht auf die bewaldeten Kagawa-Berge mit Herbstlaub, mit Blick auf eine Küstenbucht und verstreute Inseln unter einem teilweise bewölkten Himmel mit durchscheinendem Sonnenlicht.

© Kagawa Prefecture Tourism Association

Daisen-Oki Nationalpark (Tottori, Shimane, Okayama)

Dieser Park in den Präfekturen Tottori, Shimane und Okayama ist zweigeteilt: Er umfasst das Bergmassiv des Daisen auf dem Festland und die Oki-Inseln weit draußen im Japanischen Meer. Der Berg Daisen wird oft als „Fuji von Izumo“ bezeichnet, weil er von einer Seite aus fast perfekt symmetrisch aussieht. Er ist ein heiliger Berg und beherbergt den Daisen-ji Tempel, der einst ein Zentrum des Berg-Buddhismus war. Die Wanderung zum Gipfel führt euch durch den größten Buchenwald Japans und bietet einen weiten Blick über die Küste.

Die Oki-Inseln hingegen sind ein wahres Naturwunder. Sie sind vulkanischen Ursprungs und bieten dramatische Klippen, wie die Matengai-Klippe, die fast 260 Meter senkrecht in den Ozean abfällt. Die Inseln haben eine ganz eigene Kultur und Geschichte, da sie früher als Exil für Kaiser dienten. Hier könnt ihr wandern, tauchen oder einfach die absolute Abgeschiedenheit genießen. Der Park ist ein Geheimtipp für alle, die das authentische, ländliche Japan suchen. Die Energie des heiligen Berges Daisen und die raue Freiheit der Oki-Inseln bilden einen faszinierenden Kontrast, den ihr so nirgendwo anders findet.

Ein kleiner rot-weißer Touristenzug fährt durch ein buntes Blumenfeld in Tottori, mit üppig grünen Bäumen und einem großen Berg unter einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

© Präfektur Tottori

Ashizuri-Uwakai Nationalpark (Ehime, Kochi)

Ganz im Südwesten der Insel Shikoku in den Präfekturen Ehime und Kochi liegt dieser Park, der sich durch seine spektakuläre Meereslandschaft auszeichnet. Das Kap Ashizuri ist der südlichste Punkt von Shikoku und bietet euch einen 270-Grad-Blick auf den Pazifik. Man kann hier sogar die Erdkrümmung am Horizont erahnen! Die Küste ist geprägt von Granitklippen und subtropischer Vegetation. Ein besonderes Highlight sind die Korallenriffe im Gebiet von Tatsukushi. Ihr könnt dort mit Glasbodenbooten fahren oder schnorcheln und werdet überrascht sein, wie bunt die Unterwelt hier ist.

Die Uwakai-Küste im nördlichen Teil des Parks ist eine klassische Rias-Küste mit tiefen Buchten, in denen Perlen und Fische gezüchtet werden. Das Wasser ist hier unglaublich klar und warm, dank des Kuroshio-Stroms, der direkt an der Küste vorbeifließt. Für Wanderer gibt es Teile des Shikoku-Pilgerwegs, die hier direkt am Meer entlangführen. Der Park ist weit weg von den großen Städten, was bedeutet, dass ihr hier eine sehr entspannte Atmosphäre und fantastische Meeresfrüchte findet. Wenn ihr das echte Shikoku erleben wollt – wild, warm und herzlich –, dann müsst ihr hierher kommen.

Luftaufnahme der langen Hängebrücke von Ehime, die kleine Inseln über ruhiges Wasser verbindet, mit bewaldeten Hügeln und einem Küstendorf im Vordergrund unter einem dunstigen Himmel.

© www.iyokannet.jp

Saikai Nationalpark (Nagasaki)

Saikai liegt ganz im Westen von Kyushu bei Nagasaki und ist berühmt für seine über 200 Inseln, die Kujukushima (99 Inseln) genannt werden. Es ist eine der schönsten Küstenlandschaften Japans. Ihr könnt dort Bootstouren machen, die sich durch das Labyrinth aus bewaldeten Inseln schlängeln. Die Aussichtspunkte wie das Tenkaiho-Observatorium bieten euch besonders zum Sonnenuntergang einen Anblick, den ihr nie wieder vergessen werdet.

Ein weiterer Teil des Parks ist das Hirado-Gebiet, das eine faszinierende Geschichte hat. Hier landeten die ersten Europäer in Japan, und ihr findet eine Mischung aus christlichen Kirchen und traditionellen japanischen Gebäuden. Die Küste ist hier rauer und bietet beeindruckende Basaltformationen. Saikai ist ein Park für Entdecker: Ihr könnt Kajak fahren, einsame Strände finden oder in die Geschichte des kulturellen Austauschs eintauchen. Die Kombination aus maritimem Abenteuer und historischer Tiefe macht diesen Park zu etwas ganz Besonderem. Und ja, die Fischgerichte hier sind einfach göttlich!

Rundumblick vom Mt Inasayama

Unzen-Amakusa Nationalpark (Nagasaki, Kumamoto, Kagoshima)

Der Unzen-Amakusa Nationalpark in den Präfekturen Nagasaki, Kumamoto und Kagoshima war einer der ersten drei Nationalparks, die 1934 in Japan ausgewiesen wurden. Er umfasst das vulkanische Gebiet des Mount Unzen und die Inselwelt von Amakusa. Der Unzen ist ein sehr lebendiger Vulkan; sein letzter großer Ausbruch in den 1990er Jahren hat die Landschaft nachhaltig geprägt. Ihr könnt im „Unzen Jigoku“ (Hölle von Unzen) zwischen fauchenden Dampfschloten spazieren gehen – der Geruch von Schwefel gehört hier einfach dazu. Die heißen Quellen speisen einen der ältesten Kurorte Japans.

In Amakusa hingegen findet ihr eine ganz andere Welt. Die über 130 Inseln sind über Brücken miteinander verbunden und bekannt für ihre Geschichte der „verborgenen Christen“, die ihren Glauben während der Verbotszeit im Geheimen praktizierten. Heute ist die Region vor allem für Delfinbeobachtungen berühmt. Das ganze Jahr über leben hier wilde indopazifische Große Tümmler, die ihr bei Bootstouren fast garantiert zu Gesicht bekommt. Die Mischung aus der rohen, zerstörerischen Kraft des Vulkans in Unzen und der friedlichen, christlich geprägten Inselwelt von Amakusa ist einzigartig in Japan.

Felsige Kumamoto-Küste mit klarem blauen und türkisfarbenem Wasser, einem kleinen Kieselstrand und üppiger grüner Vegetation. Eine große Felsformation steht im seichten Wasser unter einem klaren blauen Himmel.

© Kumamoto Prefecture

Aso-Kuju Nationalpark (Kumamoto, Oita)

Wenn ihr Vulkane liebt, dann ist dieser Nationalpark in Kumamoto und Oita hier euer Mekka. Der Park beherbergt den Aso, einen der größten aktiven Vulkane der Welt mit einer gigantischen Caldera, die einen Umfang von 120 Kilometern hat. In dieser Caldera liegen ganze Städte und Reisfelder! Ihr könnt (wenn der Vulkan nicht gerade zu aktiv ist) direkt bis zum Kraterrand des Nakadake fahren und in den brodelnden, türkisblauen Säuresee blicken. Ein absolut ehrfurchtgebietendes Erlebnis.

Nördlich davon liegen die Kuju-Berge, die ein fantastisches Wandergebiet sind. Besonders das Chojabaru-Moor und die weiten Grasland-Hochebenen wie Kusasenri bieten euch Landschaften, die eher an die Mongolei oder Schottland erinnern als an das typische Japan. Im Herbst blüht hier das Silbergras (Susuki) und verwandelt die Ebenen in ein goldenes Meer. Der Park ist ideal für Roadtrips auf der „Yamanami Highway“. Und natürlich gibt es hier Onsen ohne Ende – Kurokawa Onsen am Rande des Parks ist eines der schönsten Onsen-Dörfer des ganzen Landes. Ein Ort, an dem ihr die Urgewalten der Erde hautnah spüren könnt.

Eine kurvenreiche Straße führt entlang goldener Hügel in Kumamoto und bietet einen Blick auf ein weites, sonnenbeschienenes Tal mit bunten Feldern, fernen Bergen und einem Himmel, der teilweise von dramatischen Wolken bedeckt ist.

© Kumamoto Prefecture

Kirishima-Kinkowan Nationalpark (Miyazaki, Kagoshima)

Dieser Park im Süden von Kyushu in den Präfekturen Miyazaki und Kagoshima ist zweigeteilt. Das Kirishima-Gebirge ist eine Kette von über 20 Vulkanen, Kraterseen und Thermalquellen. Die Legende besagt, dass hier der Enkel der Sonnengöttin Amaterasu auf die Erde herabstieg, um Japan zu gründen. Wenn ihr über die karge, fast außerirdische Kraterlandschaft des Berg Karakuni wandert, versteht ihr, warum die alten Japaner diesen Ort für göttlich hielten. Die Kraterseen wie der Onami-no-ike schimmern in einem tiefen Blau und sind von dichtem Wald umgeben.

Der zweite Teil ist die Kinkowan-Bucht bei Kagoshima (Hotel buchen*), die vom majestätischen Sakurajima dominiert wird. Er ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und stößt fast täglich Aschewolken aus. Die Stadt Kagoshima liegt direkt gegenüber und wird oft als das „Neapel Japans“ bezeichnet. Ihr könnt mit der Fähre zum Vulkan rüberfahren und dort durch erstarrte Lavafelder wandern. Die Kombination aus den mystischen Bergen von Kirishima und dem rauchenden Riesen Sakurajima direkt am Meer macht diesen Nationalpark zu einem der dramatischsten Gebiete Japans.

Blick von einem Boot aus, das eine Spur im blauen Wasser hinterlässt, auf die gebirgige Insel Sakurajima und eine weiße Rauchfahne, die von ihrem Gipfel unter einem klaren blauen Himmel aufsteigt.

Yakushima Nationalpark (Kagoshima)

Yakushima in der Präfektur Kagoshima ist kein gewöhnlicher Ort; es ist eine Insel, die fast nur aus Nationalpark besteht und zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Hier findet ihr die ältesten Bäume Japans, die Yakusugi (Zeder von Yakushima). Der berühmteste Baum, der Jomon Sugi, wird auf ein Alter von bis zu 7.000 Jahren geschätzt! Die Insel ist extrem regenreich, was zu einer unglaublichen Mooslandschaft geführt hat. Es heißt, auf Yakushima regnet es 35 Tage im Monat.

Wenn ihr durch das Shirahani Unsuikyo-Tal wandert, werdet ihr euch fühlen wie in einer Szene aus dem Film „Prinzessin Mononoke“ – Hayao Miyazaki hat sich hier tatsächlich inspirieren lassen. Überall fließt Wasser, das Moos leuchtet in tausend Grüntönen und zahme Hirsche und Affen kreuzen euren Weg. Die Insel ragt fast 2.000 Meter steil aus dem Meer empor, was zu einer einzigartigen vertikalen Vegetation führt – von subtropischen Stränden bis zu alpinen Zonen auf den Gipfeln. Ein Besuch auf Yakushima ist eine Reise in die Urzeit. Es ist feucht, es ist grün, und es ist absolut magisch.

Eine üppige, grüne Waldszene mit moosbewachsenen Felsen und Bäumen. Das Sonnenlicht dringt durch das dichte Blattwerk und schafft eine lebendige, ruhige Atmosphäre. Ein felsiger Pfad schlängelt sich durch die von üppiger Vegetation umgebene Welterbe-Landschaft.

Takeshi Kuboki, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Amami Gunto Nationalpark (Kagoshima)

Willkommen in den Subtropen! Der Amami Gunto Nationalpark umfasst eine Inselkette zwischen Kyushu und Okinawa, die zur Präfektur Kagoshima gehört. Die Hauptinsel Amami Oshima ist bekannt für ihre riesigen Mangrovenwälder, die ihr am besten mit dem Kajak erkundet. Hier lebt auch der seltene Amami-Hase, eine „lebende Fossilie“ mit kurzen Ohren und Beinen. Die Inseln sind weniger touristisch als Okinawa, was ihnen eine sehr authentische, entspannte Atmosphäre verleiht.

Das Meer hier ist kristallklar und perfekt zum Tauchen und Schnorcheln. Die Korallenriffe sind intakt und beherbergen eine unglaubliche Vielfalt an bunten Fischen. Ein kulturelles Highlight ist die Herstellung der Oshima Tsumugi Seide, die mit Schlamm gefärbt wird – eine Technik, die es nur hier gibt. Die weißen Sandstrände sind oft menschenleer. Amami Gunto ist der perfekte Ort für euch, wenn ihr subtropische Natur sucht, aber den großen Touristenströmen entgehen wollt. Hier könnt ihr das „Island Life“ in vollen Zügen genießen, während ihr durch Farne wandert, die so groß wie Bäume sind.

Wellen prallen gegen große Betontetrapoden entlang einer felsigen Küste, die Teil eines beeindruckenden Welterbegebiets ist, mit fernen Hügeln und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Foto von WANG Tianfang auf Unsplash

Yanbaru Nationalpark (Okinawa)

Yanbaru liegt im Norden der Hauptinsel von Okinawa und ist das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Japans. Es wurde erst 2016 zum Nationalpark ernannt und gehört seit Kurzem auch zum Weltnaturerbe. Der Park ist ein Refugium für endemische Arten, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt, wie die Yanbaru Kuina (eine flugunfähige Ralle) oder den Okinawa-Specht. Wenn ihr durch den dichten Wald wandert, hört ihr überall das Zirpen und Rufen seltener Tiere

Ein Highlight ist die Wanderung zum Daisekirinzan, einer bizarren Kalksteinformation mit uralten Banyan-Bäumen, die als heiliger Ort gilt. Von oben habt ihr einen fantastischen Blick über das Kap Hedo, den nördlichsten Punkt der Insel. Die Küstenstraße führt euch an wunderschönen Stränden und kleinen Fischerdörfern vorbei. Yanbaru ist das „wilde Herz“ Okinawas. Während der Süden der Insel oft bebaut und geschäftig ist, findet ihr hier oben unberührte Natur und eine tiefe Stille. Es ist ein Ort für Entdecker, die den Dschungel und seine Geheimnisse lieben.

Dichte grüne Mangrovenbäume mit sichtbaren Wurzeln und zahlreichen aufrechten Luftwurzeln oder Pneumatophoren ragen aus dem schlammigen Boden unter einem klaren blauen Himmel in dieser atemberaubenden Nationalparkumgebung.

© Okinawa Convention and Visitors Bureau

Kerama Shoto Nationalpark (Okinawa)

Wenn ihr das perfekte Blau sucht, werdet ihr es hier finden. Die Kerama-Inseln liegen nur eine kurze Bootsfahrt von Naha (Okinawa) entfernt. Das Wasser hier ist so klar und leuchtend, dass es sogar einen eigenen Namen hat: „Kerama Blue“. Der Park besteht aus etwa 30 Inseln, von denen nur wenige bewohnt sind. Es ist eines der besten Tauch- und Schnorchelreviere der Welt. Ihr könnt hier direkt vom Strand aus über Korallenriffe schwimmen und werdet fast sicher auf Meeresschildkröten treffen.

Ein weiteres Highlight findet im Winter (Januar bis März) statt: Dann kommen Buckelwale in die warmen Gewässer der Kerama-Inseln, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Ihr könnt Whale-Watching-Touren machen und die sanften Riesen aus nächster Nähe beobachten. Die Inseln selbst, wie Tokashiki oder Zamami, haben wunderschöne Wanderwege zu Aussichtspunkten, von denen aus ihr das gesamte Archipel überblicken könnt. Die Kerama-Inseln sind das Inbegriff des tropischen Paradieses – weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und eine Unterwelt, die euch den Atem rauben wird.

Zwei Hirsche stehen auf einer Wiese in der Nähe eines Strandes in Okinawa; einer grast, während der andere nach vorne schaut. Hinter ihnen sind ruhiges blaues Wasser, eine Betonmauer und ein üppig grüner bewaldeter Hügel zu sehen.

©OPG/©Okinawa Prefectural Government/©沖縄県

Iriomote-Ishigaki Nationalpark (Okinawa)

Dieser Park liegt im äußersten Südwesten Japans, fast schon in Sichtweite von Taiwan. Er umfasst die Inseln Iriomote und Ishigaki sowie die umliegenden Korallenriffe. Iriomote ist zu 90 % mit dichtem Dschungel und Mangroven bedeckt. Hier lebt die berühmte Iriomote-Wildkatze, eine extrem seltene und geschützte Art. Ihr könnt dort Dschungel-Flussfahrten machen oder zu versteckten Wasserfällen wie dem Pinaisara wandern. Es ist das wildeste Stück Tropen, das Japan zu bieten hat.

Ishigaki hingegen bietet traumhafte Buchten wie die Kabira-Bucht, in der schwarze Perlen gezüchtet werden (Schwimmen ist dort verboten, aber der Anblick ist Weltklasse!). Zwischen den Inseln liegt die Sekisei-Lagune, das größte Korallenriff Japans. Hier könnt ihr mit Mantarochen tauchen – ein Erlebnis, das ihr nie vergessen werdet. Die Insel Taketomi, die auch zum Park gehört, ist ein lebendiges Museum mit traditionellen okinawanischen Häusern und Wasserbüffelwagen. Dieser Nationalpark bietet euch die perfekte Mischung aus echtem Dschungelabenteuer, Weltklasse-Tauchen und der einzigartigen Ryukyu-Kultur.

Ein kleiner Wasserfall stürzt über dunkle Felsen, umgeben von üppiger grüner Vegetation in einem dichten Wald auf Okinawa, und das Sonnenlicht bricht durch die Bäume.

©OPG/©Okinawa Prefectural Government/©沖縄県

Ogasawara Nationalpark (Tokyo)

Zum Abschluss reisen wir an einen Ort, der so abgelegen ist, dass er auch als das „Galapagos des Orients“ bezeichnet wird. Die Ogasawara-Inseln liegen 1.000 Kilometer südlich von Tokyo mitten im Pazifik. Es gibt keinen Flughafen – die einzige Möglichkeit dorthin zu kommen, ist eine 24-stündige Fahrt mit der Fähre von Tokyo aus. Da die Inseln nie mit dem Festland verbunden waren, hat sich hier eine ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt entwickelt.

Das Wasser ist von einem unglaublichen „Bonin Blue“ (der alte Name der Inseln). Ihr könnt dort mit wilden Delfinen schwimmen, Wale beobachten und an unberührten Stränden schnorcheln. An Land findet ihr seltene Vögel und riesige Landschnecken. Nachts ist der Sternenhimmel so hell, dass ihr fast kein Licht braucht. Da nur zwei Inseln bewohnt sind, ist die Natur hier der absolute Herrscher. Ogasawara ist ein Ort für die ganz großen Abenteuer. Wer die 24 Stunden auf dem Schiff auf sich nimmt, wird mit einer Natur belohnt, die so rein und ursprünglich ist, wie man sie kaum noch auf diesem Planeten findet. Ein würdiger Abschluss für unsere Reise durch die 34 Nationalparks Japans!

Eine malerische Bucht mit türkisfarbenem Wasser, weißem Sandstrand und felsigen Klippen, umgeben von üppig grünen Hügeln innerhalb des Nationalparks unter einem strahlend blauen Himmel mit vereinzelten Wolken. Man sieht Menschen, die sich am Strand entspannen.

© Tokyo Convention & Visitors Bureau

Fazit: Japans Wildnis wartet auf euch!

Die 34 Nationalparks Japans bilden ein weitreichendes Netzwerk, das die gesamte geografische Ausdehnung des Archipels abdeckt – von den subarktischen Klimazonen in Hokkaido bis zu den subtropischen Ökosystemen in Okinawa. Diese Schutzgebiete repräsentieren nicht nur die geologische Dynamik des pazifischen Feuerrings mit seinen aktiven Vulkanen und Thermalquellen, sondern bewahren auch die einzigartige Biodiversität des Landes. Charakteristisch für das japanische System ist dabei die enge Symbiose aus Naturschutz und Kulturerbe. Da sich viele Parks teilweise auf Privatland befinden oder historische Siedlungen einschließen, bieten sie einen Einblick in das traditionelle japanische Naturverständnis, in dem heilige Stätten wie Schreine und Tempel untrennbar mit der Landschaft verbunden sind.

Eine hervorragende Infrastruktur mit gut markierten Wanderwegen, professionellen Besucherzentren und die Integration von Onsen-Kurorten machen die Wildnis zugänglich, ohne deren ursprünglichen Charakter zu gefährden. Durch die klimatische Vielfalt behalten die Parks das gesamte Jahr über ihre Relevanz, sei es durch den Wintersport im Norden oder maritime Aktivitäten in den südlichen Korallenriffen. Da viele Gebiete zudem als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt sind, stellen die Nationalparks einen unverzichtbaren Zugang zur ökologischen und kulturellen Identität Japans dar, der weit über die bekannten urbanen Zentren hinausgeht.

Ein üppig grüner Berg im Herzen eines Nationalparks, mit Schnee- und Nebelflecken unter einem strahlend blauen Himmel mit vereinzelten Wolken.

© Hokkaido Tourism Organization

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