Hotel oder Airbnb in Japan? Der ultimative Guide für eure Entscheidung

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Zwei Einzelbetten mit weißer Bettwäsche und Kissen sind in diesem Tobu-Hotelzimmer nebeneinander aufgestellt. Auf jedem Bett des AirBNB liegt ein gefalteter weißer Bademantel, und auf dem rechten Bett liegt eine kleine Broschüre. Durch ein Fenster auf der linken Seite fällt sanftes Licht ein.

Japan. Das Land der aufgehenden Sonne steht bei vielen von euch ganz oben auf der Bucket-List. Die Kirschblüte, die Neonlichter von Tokio, die Tempel von Kyoto – die Vorfreude ist riesig. Doch sobald ihr anfangt, eure Reise konkret zu planen, stoßt ihr unweigerlich auf eine der schwierigsten Fragen: Wo sollen wir übernachten?

In Europa oder den USA ist die Antwort oft einfach: Airbnb für das lokale Gefühl und mehr Platz, Hotels für den Service. Doch Japan ist anders. Japan folgt eigenen Regeln – auch und besonders bei der Unterkunft. Die Zimmer sind kleiner, die Regeln strenger und die Servicekultur (“Omotenashi”) ist einzigartig.

In diesem Guide nehme ich Euch mit in den Dschungel der japanischen Unterkunftsmöglichkeiten. Wir beleuchten das klassische Hotel, die modernen Airbnbs, traditionelle Ryokans und spezielle Hybride. Wir analysieren Kosten, Komfort, rechtliche Hürden und das authentische Erlebnis, damit ihr am Ende genau wisst, was zu euch passt.

Holt euch einen grünen Tee, lehnt euch zurück – hier ist alles, was Ihr wissen müsst.

Zwei Einzelbetten mit weißer Bettwäsche und braunem Kopfteil in einem schummrigen Hotelzimmer in Little Tokyo. Warme orangefarbene Lichter leuchten unter den Betten im AirBNB, und durchsichtige Vorhänge verdecken ein Fenster, das natürliches Licht hereinlässt.

Die Ausgangslage – Japan ist anders

Bevor wir in den direkten Vergleich einsteigen, müsst ihr verstehen, wie der japanische Immobilienmarkt und die Hotellerie ticken.

Der Raumfaktor

Das Wichtigste zuerst: Platz ist in Japan Luxus. Besonders in Tokio und Osaka. Ein Standard-Hotelzimmer in Europa hat vielleicht 20 bis 25 Quadratmeter. In Japan? Da gilt alles ab 15 Quadratmetern schon als “geräumig”. Viele Business-Hotels bieten Zimmer mit 11 bis 13 Quadratmetern an. Das bedeutet: Koffer auf dem Boden öffnen? Schwierig. Auch Apartments sind oft winzig. Die typischen “One-Room-Mansions” (1K oder 1DK Apartments), die oft als Airbnbs vermietet werden, sind Meisterwerke der Effizienz, aber keine Tanzsäle.

Die Rechtslage (Das Minpaku-Gesetz)

Das ist ein Punkt, den viele veraltete Blogartikel ignorieren, der für euch aber extrem wichtig ist. Bis 2018 war Airbnb in Japan eine Art Wilder Westen. Dann kam das neue “Minpaku”-Gesetz. Die Regierung hat extrem harte Auflagen für private Vermietungen erlassen.

  • Jeder Host braucht eine offizielle Lizenz.
  • In vielen Wohngebieten darf nur am Wochenende vermietet werden.
  • Die Identität aller Gäste muss penibel dokumentiert werden (Reisepass-Scans sind Pflicht).

Was bedeutet das für euch? Das Angebot an Airbnbs ist professioneller, aber auch kleiner und teurer geworden als früher. Die Zeiten, in denen man für 30 Euro illegal auf der Couch eines Studenten in Shibuya schlief, sind vorbei. Ihr mietet heute meist von professionellen Verwaltungsfirmen, nicht von “echten” Privatleuten.

Hotels in Kyoto - Meine Tipps und Empfehlungen - Spartipps

Das Hotel-Erlebnis in Japan

Wenn ich von “Hotels” spreche, müssen wir in Japan stark differenzieren. Es gibt nicht nur “das Hotel”.

Die Business-Hotels (APA, Dormy Inn, Super Hotel)

Dies ist das Rückgrat des japanischen Tourismus. Business-Hotels* sind extrem sauber, extrem effizient und extrem klein.

    • Vorteile: Sie liegen meist direkt an Bahnhöfen. Der Preis ist oft unschlagbar (ca. 60–100 € pro Nacht). Viele bieten “Extras” wie kostenlose Pyjamas (Yukata), hochwertige Pflegeprodukte (Shiseido etc.) und oft sogar ein eigenes Thermalbad (Onsen) im Haus (besonders bei der Kette Dormy Inn* – ein absoluter Geheimtipp!).

Nachteile: Die Größe. Wenn ihr zu zweit mit zwei großen Koffern reist, wird es eng. Manchmal auch schon mal sehr eng. Wir hatten aber auch schon sehr geräumige Zimmer in dieser Preislage – meist außerhalb der Ballungszentren Tokyo*/Kyoto*/Osaka*.

Westliche Ketten und Luxushotels

Hilton*, Marriott*, Hyatt. Ihr wisst, was euch erwartet.

  • Vorteile: Englischsprachiges Personal ist garantiert. Die Zimmergröße entspricht westlichen Standards (30qm+). Der Concierge-Service ist Gold wert (dazu später mehr).
  • Nachteile: Der Preis. Luxushotels in Tokio sind astronomisch teuer geworden.

Das Ryokan (Traditionelles Gasthaus)

Ein Ryokan* ist mehr als ein Hotel, es ist ein kulturelles Erlebnis. Ihr schlaft auf Tatami-Matten auf einem Futon, oft gibt es ein mehrgängiges “Kaiseki”-Abendessen und heiße Quellen.

  • Hinweis: Ein Ryokan bucht man meist nur für 1-2 Nächte als Highlight, selten für den ganzen Städtetrip.
Zwei traditionelle japanische Futons mit blumengemusterten Bezügen sind nebeneinander auf einer Tatami-Matte ausgelegt und erinnern an die ruhige Atmosphäre in authentischen japanischen Hotels.

Übernachtung im Ryokan in Matsumoto

Das Airbnb-Erlebnis in Japan

Airbnb* in Japan hat sich gewandelt. Es sind meist “Serviced Apartments” ohne Rezeption.

Wie sieht ein typisches Airbnb aus?

Stellt euch ein sehr schmales Gebäude vor. Ihr betretet das Apartment, zieht im “Genkan” (Eingangsbereich) die Schuhe aus. Links ist oft eine winzige Küchenzeile, rechts eine Nasszelle (Bad und WC oft getrennt, aber klein). Der Hauptraum dient als Wohn- und Schlafzimmer. Viele Airbnbs* setzen auf ausklappbare Sofas oder Futons, um tagsüber Platz zu sparen.

Die “Machiya”-Option (Das Premium-Airbnb)

Besonders in Kyoto und Kanazawa gibt es eine Sonderform: Renovierte, traditionelle Stadthäuser (Machiya).

  • Das Erlebnis: Ihr mietet ein ganzes, oft zweistöckiges Holzhaus. Es verbindet alten Charme (Tatami, kleiner Garten) mit modernem Luxus (High-Tech-Küche, Fußbodenheizung).
  • Für wen? Perfekt für Familien oder Gruppen von 4-6 Personen. Teuer, aber unvergesslich.

Zwei Betten mit braunen Bettdecken und weißen Kissen bieten einen komfortablen Aufenthalt, ideal zum Entspannen im AirBNB nach der Erkundung Hiroshimas.

Der große Vergleich – Kategorie für Kategorie

Jetzt gehen wir ins Detail. Lasst uns die beide Optionen anhand der Kriterien, die für eure Reise entscheidend sind, vergleichen.

Preis und Budget

  • Hotel: In Japan wird oft pro Person berechnet, nicht immer pro Zimmer. Ein Doppelzimmer ist deutlich teurer als ein Einzelzimmer.
  • Airbnb: Ihr zahlt für die Unterkunft.
  • Das Urteil:
    • Solo-Reisende: Business-Hotels sind fast immer günstiger.
    • Paare: Es hält sich oft die Waage.
    • Gruppen/Familien (3+ Personen): Hier gewinnt Airbnb haushoch. Drei Hotelzimmer in Tokio zu buchen, sprengt jedes Budget. Ein Apartment mit 4 Betten ist deutlich wirtschaftlicher.

Ausstattung und Komfort (Waschmaschine & Küche)

Das ist oft der “Dealbreaker”.

  • Wäsche: Japan im Sommer ist heiß und feucht. Ihr werdet schwitzen. Viele Airbnbs haben eine Waschmaschine im Zimmer. Das bedeutet: Ihr könnt mit weniger Gepäck reisen (“Pack light” ist in Japan essenziell). Hotels haben oft Münzwaschmaschinen im Keller, so dass Ihr auch hier problemlos Eure Wäsche waschen könnt.
  • Küche: Wollt ihr kochen? Die japanischen Supermärkte (Konbini & Depachika) haben fantastisches Essen. Im Airbnb könnt ihr selbst und Geld sparen. Im Hotel seid ihr auf Restaurants oder Snacks aus dem Konbini angewiesen.
  • Technik: In beiden Fällen habt ihr meist High-Tech-Toiletten. Airbnbs bieten oft “Pocket Wi-Fi” zum Mitnehmen an – ein riesiger Pluspunkt, um unterwegs Internet zu haben (wobei eSims das langsam unnötig machen).

Mülltrennung und Regeln (Der Nerv-Faktor)

Hier müsst ihr aufpassen.

  • Airbnb: Japan hat extrem komplexe Müllregeln (brennbar, nicht brennbar, PET, Dosen, Glas, Pappe – alles an verschiedenen Tagen). In vielen Airbnbs müsst ihr den Müll penibel trennen und im Apartment lagern, bis ihr auscheckt, da ihr die öffentlichen Müllplätze oft nicht nutzen dürft. Das kann bei einem langen Aufenthalt stinken und nerven. Außerdem: Lärm. Die Wände in japanischen Wohnhäusern sind dünn wie Papier. Ein lautes Gespräch nach 22 Uhr kann dazu führen, dass die Nachbarn die Polizei rufen. Ihr müsst extrem rücksichtsvoll sein (keine Partys!).
  • Hotel: Ihr werft alles in den Mülleimer. Fertig. Das Housekeeping kümmert sich um den Rest. Für einen stressfreien Urlaub ist das ein massiver Vorteil.

Check-in und Kommunikation

  • Hotel: Ihr geht zur Rezeption (24/7 besetzt), checkt ein, lasst die Koffer dort, wenn ihr zu früh seid. Einfach.
  • Airbnb: Seit dem neuen Gesetz läuft vieles über Tablets am Eingang. Ihr müsst oft vorab eure Pässe hochladen. Wenn das Tablet spinnt oder der Code für die Schlüsselbox nicht geht, steht ihr mit Gepäck im Regen und müsst versuchen, den Host zu erreichen. Es gibt keine Rezeption, die mal eben hilft. Gepäckaufbewahrung vor dem Check-in ist bei Airbnbs meistens nicht möglich. Das bedeutet: Ihr müsst erst zum Bahnhof, dort Schließfächer suchen (die oft voll sind), Koffer einschließen und dann später zum Apartment.

Der Service-Faktor: “Takkyubin” und Reservierungen

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt, den Erstbesucher unterschätzen.

  • Takkyubin (Gepäckversand): In Japan reist man nicht mit großen Koffern im Zug. Man lässt sie vom “Yamato Transport” (Schwarze Katze) von Hotel zu Hotel schicken. Hotels erledigen den Papierkram für euch. Ihr gebt den Koffer morgens an der Rezeption ab, und er ist am nächsten Tag in Kyoto. Bei einem Airbnb? Ihr müsst den nächsten Konbini (Supermarkt) finden, der das anbietet, und das Formular oft selbst auf Japanisch ausfüllen. Stress pur.
  • Restaurant-Reservierungen: Viele Top-Restaurants in Japan nehmen keine Reservierungen von Ausländern an (wegen “No-Show”-Angst) oder sprechen kein Englisch. Der Hotel-Concierge bucht für euch. Euer Airbnb-Host? Macht das meistens nicht.

Lage und Atmosphäre

  • Hotels: Liegen strategisch perfekt an Bahnhöfen oder in den Entertainment-Distrikten. Ihr fallt aus dem Bett und seid in der Yamanote-Line.
  • Airbnb: Oft in Wohngebieten (“Residential Areas”).
    • Nachteil: Ihr müsst vielleicht 10-15 Minuten zur nächsten Metro laufen.
    • Vorteil: Ihr seht das “echte” Japan. Kleine Gassen, lokale Spielplätze, Tofu-Läden, die keine Touristen kennen. Ihr fühlt euch kurzzeitig wie ein Einheimischer.

Zwei Einzelbetten mit beigen Tagesdecken, auf denen jeweils ordentlich gefaltete Handtücher und Schlafanzüge liegen, bieten Komfort nach der Erkundung Hiroshimas. Ein Nachttisch mit einem Telefon und einer Lampe steht zwischen den Betten an einer gemusterten Wand.

Entscheidungshilfe – Wer seid ihr?

Um es euch einfacher zu machen, haben wir hier Szenarien erstellt. Findet euch wieder!

Szenario A: Das Paar auf der ersten Japan-Reise (14 Tage)

  • Budget: Mittel
  • Empfehlung: Mix aus Business-Hotels und 1 Nacht Ryokan.
  • Warum? Ihr werdet überwältigt sein von Eindrücken. Ihr wollt euch nicht um Mülltrennung oder Schlüsselcodes kümmern. Ihr wollt die Koffer einfach verschicken lassen. Wählt moderne Hotels wie The B*, Hotel Gracery* oder Mitsui Garden*.

Szenario B: Die Familie mit 2 Kindern

  • Budget: Muss effizient sein
  • Empfehlung: Airbnb.
  • Warum? Ein Hotelzimmer ist zu klein, zwei sind zu teuer. Ihr braucht eine Küche für das Frühstück (Kinder sind morgens hungrig) und eine Waschmaschine (Kinder machen sich dreckig). Sucht gezielt nach Apartments in familienfreundlichen Gegenden wie Ueno oder Asakusa in Tokio.

Szenario C: Die Freundesgruppe (4-5 Personen)

  • Budget: Geteilt
  • Empfehlung: Mietet ein ganzes Haus (Machiya) oder großes Apartment.
  • Warum? Abends zusammen im Wohnzimmer sitzen und Sake trinken ist lustiger als getrennte Hotelzimmer. Achtung: Achtet penibel auf die Lärmregeln!

Szenario D: Der Solo-Backpacker / Digitale Nomade

  • Budget: Niedrig bis Mittel
  • Empfehlung: Kapselhotel oder “Social Hostel”.
  • Warum? Airbnbs sind für Einzelpersonen oft teurer als Hotels. Kapselhotels*  sind eine Erfahrung wert. Hostels* in Japan sind extrem sauber und sicher.

Wichtige Tipps für die Buchung

Egal, wie ihr euch entscheidet, beachtet diese Tipps:

  1. Bucht früh! Japan boomt. Tokio ist oft Monate im Voraus zu 90% ausgebucht, besonders zur Kirschblüte (Sakura) und im Herbst.
  2. Raucher/Nichtraucher: Japan hat noch einige Raucherzimmer in Hotels. Achtet beim Buchen (vor allem auch bei Airbnb*) penibel auf “Non-Smoking”, sonst riecht es wie in einer Kneipe der 80er.
  3. Bettenbreite: Ein “Semi-Double” in japanischen Hotels ist oft nur 120cm oder 140cm breit. Für zwei Europäer kann das kuschelig bis klaustrophobisch werden. Prüft die cm-Angaben! Wir buchen meist Zimmer mit zwei Einzelbetten, so kommen wir uns nicht in die Haare.
  4. Die Plattformen:
    • Für Hotels: Booking.com* und Agoda* .
    • Für Airbnb: Airbnb oder Vrbo*.
    • Für Ryokans: Japanican oder Ryokan Collection.

Zwei Einzelbetten mit weißer Bettwäsche stehen nebeneinander in einem Zimmer mit getuftetem Kopfteil, Nachttischen und Lampen auf jeder Seite sowie neutralfarbenen Wänden und Böden - perfekt für einen gemütlichen Aufenthalt in der Nähe von Little Tokyo.

Fazit: Die Mischung macht’s

Also, Hotel oder Airbnb? Die Antwort für eure Japan-Reise lautet wahrscheinlich: Beides.

Japan ist anstrengend. Man läuft viel, es gibt viele Reize, Sprachbarrieren können ermüden. Wie wäre es zum Beispiel mit dieser Reiseroute:

Startet in Tokio in einem Hotel*. Gönnt euch den Komfort, die Rezeption, die Hilfe beim Ankommen. Lasst euch akklimatisieren. In Kyoto, der Stadt der Tradition, mietet ihr euch ein Machiya (Airbnb*) oder ein Apartment, um das langsamere Tempo und die Atmosphäre der alten Gassen zu genießen. Und für eine Nacht irgendwo in den Bergen (Hakone oder Takayama) gönnt ihr euch ein Ryokan.

So nehmt ihr das Beste aus allen Welten mit: Den Service der Hotels, die Freiheit des Airbnbs und die Tradition des Ryokans.

Japan ist wunderbar gastfreundlich, egal wo ihr schlaft. Aber mit der richtigen Unterkunft wird aus einer guten Reise eine unvergessliche.

Ein traditionelles japanisches Tatami-Zimmer in ausgewählten Hotels, mit Futons auf dem Boden, goldenen und bemalten Schiebetüren, einem niedrigen Tisch mit Kissen und einem sanften Oberlicht.

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