Wenn man an Kyoto denkt, kommen einem oft zuerst die klassischen Bilder in den Sinn: prächtige Tempel, traditionelle Straßen voller Holzhäuser, Geishas in eleganten Kimonos und natürlich unzählige Schreine. Doch Kyoto hat weit mehr zu bieten, und einer der wohl schönsten Orte, um das ganz besondere Flair dieser Stadt zu erleben, ist der Stadtteil Arashiyama im Westen. Er liegt nur eine kurze Zugfahrt vom Zentrum entfernt und vereint all das, was Japan so faszinierend macht: eine beeindruckende Naturkulisse, jahrhundertealte Geschichte, kulinarische Entdeckungen und eine entspannte Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.
Arashiyama ist nicht nur ein beliebtes Tagesausflugsziel für Touristen, sondern auch bei den Einheimischen sehr geschätzt, gerade zur Kirschblüte im Frühling oder wenn im Herbst die Ahornbäume in kräftigen Rot- und Goldtönen leuchten. Schon beim Aussteigen am Bahnhof merkt man, dass die Hektik der Großstadt hier in den Hintergrund tritt und eine fast ländliche Stimmung dominiert. Arashiyama ist ein Ort, der die Seele berührt und zeigt, dass Kyoto mehr ist als nur die bekannten Tempel in der Innenstadt – es ist ein Ort, an dem Tradition, Natur und Alltagsleben perfekt ineinandergreifen.
Wie komme ich nach Arashiyama
Arashiyama liegt am westlichen Rand von Kyoto und ist von der Innenstadt aus leicht zu erreichen. Am bequemsten ist die Fahrt mit der JR-Sagano-Linie (auch San’in-Hauptlinie genannt), die Euch vom Bahnhof Kyoto in etwa 15 Minuten direkt zur Station Saga-Arashiyama bringt. Von dort erreicht Ihr viele Sehenswürdigkeiten wie den Bambuswald oder den Tenryū-ji-Tempel in wenigen Gehminuten.
Eine Alternative ist die Keifuku-Randen-Straßenbahn, die etwas langsamer unterwegs ist, dafür aber nostalgisches Flair versprüht und direkt im Herzen von Arashiyama hält. Wer den malerischen Flussblick schon auf der Anreise genießen möchte, kann außerdem mit der Hankyu-Linie bis Katsura fahren und dort in die lokale Arashiyama-Linie umsteigen. Von der Haltestelle Arashiyama der Hankyu-Bahn ist es nur ein kurzer Spaziergang zur berühmten Togetsukyō-Brücke.
Auch mit dem Bus gelangt Ihr nach Arashiyama, allerdings müsst Ihr hier gerade in Stoßzeiten mit Staus rechnen – die Bahn ist daher in den meisten Fällen die entspanntere Wahl. Für besonders gemütliche Reisende bietet sich auch eine Taxifahrt an, die zwar teurer ist, Euch aber direkt vor die gewünschten Sehenswürdigkeiten bringt.

Der Bambuswald von Arashiyama – eine grüne Kathedrale aus Natur
Der Bambuswald von Arashiyama gehört zweifellos zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in ganz Japan. Und ja, er ist touristisch, ja, er ist oft überfüllt – aber trotzdem gibt es kaum einen Ort, der eine so magische Ausstrahlung hat. Wenn Ihr durch den Bambuswald lauft, fühlt Ihr Euch, als würdet Ihr in eine grüne Kathedrale eintreten.
Die meterhohen Stängel wiegen sich im Wind, werfen faszinierende Schatten und erzeugen ein leises Rauschen, das fast wie ein natürliches Flüstern klingt. Besonders beeindruckend ist der Bambuswald am frühen Morgen, wenn noch wenig los ist und die Sonne schräg durch die Stämme scheint. Dann entsteht ein Spiel aus Licht und Schatten, das man kaum in Worte fassen kann.

Der Weg durch den Bambuswald ist nicht besonders lang, aber er ist Teil eines größeren Spaziergangs, der Euch auch zu Tempeln wie dem Tenryū-ji führt. Manche Besucher sagen, dass sie im Bambuswald das Gefühl hatten, in einer anderen Welt zu sein, weil die Szenerie so unwirklich wirkt.
Und tatsächlich wird dieser Ort nicht umsonst oft als einer der schönsten Naturspots Japans bezeichnet. Wer die Chance hat, sollte unbedingt auch einen Abstecher zu den weniger bekannten Bambuswäldern in Japan machen, denn auch dort erlebt man die gleiche Magie – nur ganz ohne Menschenmassen.

Die Togetsukyō-Brücke – das Wahrzeichen von Arashiyama
Kein Besuch in Arashiyama wäre komplett ohne einen Blick auf die Togetsukyō-Brücke, die sich malerisch über den Katsura-Fluss spannt. Die Brücke hat eine lange Geschichte – ihre Ursprünge reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, auch wenn die heutige Version natürlich mehrfach erneuert wurde. Ihr Name bedeutet „Mondüberquerungsbrücke“, was darauf zurückgeht, dass ein Kaiser einst sagte, der Mond scheine so, als würde er über die Brücke wandern.
Und tatsächlich ist die Atmosphäre hier bei Vollmond etwas ganz Besonderes. Die Brücke ist nicht nur ein praktischer Übergang, sondern auch ein Symbol für Arashiyama und eine der beliebtesten Fotokulissen. Von hier habt Ihr einen herrlichen Blick auf die Berge, die im Frühjahr mit Kirschblüten übersät sind, im Sommer sattgrün leuchten, im Herbst in allen erdenklichen Farben glühen und im Winter eine stille Schneelandschaft bilden.
Die Togetsukyō-Brücke ist also das ganze Jahr über ein Highlight, und je nach Saison erlebt Ihr sie immer wieder anders. Wer möchte, kann auch ein Boot mieten oder an einer Flussfahrt teilnehmen, um die Brücke und die Umgebung aus einer neuen Perspektive zu bewundern – ein besonders schönes Erlebnis, wenn die Sonne langsam untergeht und das Licht die Landschaft in goldene Farben taucht.

Der Tenryū-ji-Tempel – ein Meisterwerk der Zen-Kultur
Nur wenige Schritte vom Bambuswald entfernt liegt der Tenryū-ji-Tempel, einer der bedeutendsten Tempel Kyotos und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Er wurde im 14. Jahrhundert gegründet und ist der Haupttempel der Rinzai-Zen-Schule. Was Tenryū-ji so besonders macht, ist nicht nur die lange Geschichte, sondern vor allem der Garten, der als einer der schönsten in ganz Japan gilt. Er wurde vom berühmten Gartenarchitekten Musō Soseki angelegt und hat die Jahrhunderte nahezu unverändert überstanden.
Der Garten ist so gestaltet, dass er sich perfekt in die natürliche Umgebung einfügt – die Berge im Hintergrund wirken wie eine lebendige Kulisse, die in die Landschaftskomposition eingebunden ist. Besonders zur Herbstzeit, wenn sich die Bäume färben, entfaltet der Garten seine volle Schönheit. Aber auch im Frühling, wenn die Kirschblüten blühen, oder im Winter, wenn Schnee den Garten bedeckt, ist der Anblick einfach traumhaft.
Wer sich für Zen-Buddhismus interessiert, findet im Tenryū-ji außerdem zahlreiche Hinweise auf die spirituelle Bedeutung von Gärten in der japanischen Kultur: Sie sollen Orte der Ruhe, Kontemplation und inneren Balance sein. Für viele Besucher ist ein Spaziergang durch den Garten fast schon meditativ, und man versteht sofort, warum dieser Tempel als kulturelles Juwel gilt.
- Adresse: 〒616-8385 Kyoto, Ukyo Ward, Sagatenryuji Susukinobabacho, 68
- Öffnungszeiten: Täglich 8:30-17:00 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 800 Yen | Schüler 600 Yen | Kinder bis 6 Jahre frei
- Weitere Informationen: www.tenryuji.com

Weitere Tempel in Arashiyama – abseits der bekannten Pfade
Doch es lohnt sich nicht nur den Tenryū-ji-Tempel zu besuchen. Typisch Kyoto gibt es hier natürlich weitere wunderschöne Tempel, die es zu entdecken gilt. Hier habe ich Euch die wichtigstens zusammengestellt:
Daikakuji-Tempel
Der Daikakuji ist ein weitläufiger Tempelkomplex, der einst als kaiserliche Villa diente. Besonders beeindruckend ist der große Teich, der den Tempelgarten dominiert und je nach Jahreszeit völlig unterschiedliche Stimmungen erzeugt.
- Adresse: 4 Sagaosawacho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8411
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00-17:00 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 500 Yen | Schüler 300 Yen | Kinder bis 6 Jahre frei
- Weitere Informationen: www.daikakuji.or.jp
Takiguchi-dera Temple
Der Takiguchi-dera Tempel ist ein eher unbekanntes Juwel in Kyoto, das von dichtem Bambus umgeben ist und dadurch eine besonders ruhige Atmosphäre ausstrahlt. Abseits der großen Touristenströme könnt ihr hier in aller Stille durch die gepflegten Tempelanlagen schlendern und die harmonische Verbindung von Natur und Architektur genießen.
- Adresse: 10-4 Sagakameyamacho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8387
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00-17:00 Uhr
Nisonin-Tempel
Der Nisonin ist bekannt für seine lange, von Bäumen gesäumte Eingangspromenade, die besonders im Herbst und Frühling traumhaft schön ist. Er gilt als einer der spirituellsten Orte Arashiyamas.
- Adresse: 27 Saganisonin Monzen Chojincho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8425
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00 – 16:30 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 500 Yen | Kinder bis 12 Jahre frei
- Weitere Informationen: nisonin.jp
Jojakkoji-Tempel
Der Jojakkoji liegt etwas erhöht am Hang und bietet daher nicht nur Ruhe, sondern auch einen fantastischen Blick über Kyoto. Im Herbst ist er ein Geheimtipp, da sich die Ahornbäume hier in leuchtendes Rot verwandeln.
- Adresse: 3 Sagaogurayama Oguracho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8397
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00–17:00 Uhr
- Eintritt: 500 Yen
- Weitere Informationen: jojakko-ji.or.jp

Otagi Nenbutsuji Tempel
Der Otagi Nenbutsuji ist einer der spannendesten Tempel in Arashiyama, da er über 1200 kleine Steinfiguren beherbergt, die lachende, spielende und oft sehr humorvolle Gesichter zeigen. Ein Ort, der gleichermaßen spirituell wie fröhlich wirkt.
- Adresse: 2-5 Sagatoriimoto Fukatanicho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8439
- Öffnungszeiten: Donnerstag bis Dienstag 9:00 – 16:15 Uhr | Mittwoch geschlossen
- Eintritt: Erwachsene 500 Yen | Kinder unter 15 Jahren frei
- Weitere Informationen:www.otagiji.com | Führung buchen*
Adashino Nenbutsuji Tempel
Der Adashino Nenbutsuji beeindruckt mit tausenden von Steinfiguren, die den Seelen Verstorbener gewidmet sind. Der Tempel wirkt besonders bei Sonnenuntergang sehr eindrucksvoll und gleichzeitig friedlich.
- Adresse: 17番地 Sagatoriimoto Adashinocho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8436
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00 – 16:30 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 500 Yen | Schüler 400 Yen
- Weitere Informationen: nenbutsuji.jp
Reigenji-Tempel
Der Reigenji-Tempel ist ein kleiner, oft übersehener Tempel in Kyoto, der von Bambus und grüner Natur umgeben ist. Seine ruhige Lage macht ihn zu einem idealen Ort, um abseits des Trubels innezuhalten und die besondere Stille traditioneller Tempelgärten zu erleben.
- Adresse: Sagakankuji Danicho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8446
Gioji-Tempel
Der kleine Gioji ist berühmt für seinen moosbedeckten Garten, der fast wie ein Märchenwald wirkt. Hier herrscht eine stille, beinahe mystische Atmosphäre, die ideal für einen kurzen Abstecher ist.
- Adresse: 32 Sagatoriimoto Kozakacho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8435
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00-17:00 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 300 Yen | Schüler 100 Yen
- Weitere Informationen: www.giouji.or.jp

Der Iwatayama Monkey Park – Begegnung mit den Makaken
Ein besonderes Highlight in Arashiyama ist der Iwatayama Monkey Park, der auf einem Hügel liegt und einen kleinen Aufstieg erfordert. Nach rund 20 Minuten erreicht Ihr das Plateau, wo sich Dutzende freilebender japanischer Makaken tummeln.
Anders als in Zoos bewegen sie sich hier völlig frei, klettern auf Bäume, spielen miteinander oder liegen entspannt in der Sonne. Besucher können die Tiere beobachten und im Futterhaus sogar mit speziell erhältlichem Obst und Nüssen füttern – allerdings durch ein Gitter hindurch, um die Sicherheit für Mensch und Tier zu gewährleisten.

Der eigentliche Höhepunkt ist aber nicht nur die Begegnung mit den Affen, sondern auch der grandiose Ausblick über Kyoto, der sich von hier oben eröffnet. Besonders im Herbst, wenn sich die Blätter färben, oder im Winter, wenn Schnee die Dächer bedeckt, ist das Panorama atemberaubend. Der Monkey Park verbindet auf einzigartige Weise Natur, Tierwelt und Stadtansicht und ist gerade für Familien oder Tierfreunde ein unvergessliches Erlebnis.
- Adresse: 〒616-0004 Kyoto, Nishikyo Ward, Arashiyama Nakaoshitacho, 61
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00 – 16:00 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 800 Yen | Kinder 400 Yen
- Weitere Informationen: www.monkeypark.jp

Okochi Sanso Garden – ein verborgener Garten voller Poesie
Etwas abseits der Hauptwege liegt die Okochi Sanso Villa, die einst dem berühmten Stummfilm-Schauspieler Denjirō Ōkōchi gehörte. Die weitläufige Anlage besteht aus sorgfältig gestalteten Gärten, Teehäusern und Pavillons, die sich harmonisch an den Hang schmiegen. Von den Aussichtspunkten habt Ihr spektakuläre Blicke auf Kyoto, den Hozu-Fluss und die umliegenden Berge.
Besonders schön ist der Spaziergang durch die Jahreszeiten: im Frühling Kirschblüten, im Sommer üppiges Grün, im Herbst feuriges Laub und im Winter eine stille Schneelandschaft. Im Eintrittspreis ist eine Tasse Matcha-Tee mit einer kleinen Süßigkeit enthalten, die Ihr in einem traditionellen Teeraum genießen könnt – ein perfekter Moment, um zur Ruhe zu kommen und die Schönheit des japanischen Gartendesigns zu erleben.
- Adresse: 8 Sagaogurayama Tabuchiyamacho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8394
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00 – 17:00 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 1.000 Yen | Kinder 500 Yen
- Weitere Informationen: asiamapscompany.org

Saga-Toriimoto – Zeitreise in ein traditionelles Kyoto
Ein Spaziergang durch Saga-Toriimoto fühlt sich an wie eine Reise in die Vergangenheit. Diese historische Straße ist gesäumt von alten Machiya-Häusern, die zum Teil noch originalgetreu erhalten sind. Viele von ihnen beherbergen heute Teehäuser, Restaurants oder kleine Läden, die regionale Spezialitäten anbieten.
Hier spürt Ihr das alte Kyoto auf besonders authentische Weise – ohne große Menschenmassen, dafür mit viel Atmosphäre. Gerade in den Abendstunden, wenn die Lichter in den Häusern angehen, entsteht eine romantische Stimmung, die einen in längst vergangene Zeiten versetzt.

Rakushisha – ein Ort für Poesie-Liebhaber
Für Literaturfreunde ist Rakushisha ein Muss. Dieses bescheidene Häuschen war einst die Heimat des Dichters Mukai Kyorai, eines Schülers des berühmten Haiku-Meisters Matsuo Bashō. Der Name „Rakushisha“ bedeutet „Haus der gefallenen Kaki“, da angeblich ein ganzer Baum voller Früchte in einer Nacht vom Sturm zu Boden fiel.
Heute ist die Residenz ein Ort der Stille, der den Geist der japanischen Poesie verkörpert. Besucher können durch den kleinen Garten schlendern, die alten Räume betrachten und sich vorstellen, wie hier einst Gedichte verfasst wurden, die bis heute zu den Klassikern der japanischen Literatur zählen.
- Adresse: 20 Sagaogurayama Hinomyojincho, Ukyo Ward, Kyoto, 616-8391
- Öffnungszeiten: Täglich 10:00 – 16:00 Uhr

Natur pur – Flussufer und kleine Wanderungen
Arashiyama ist nicht nur für seine Tempel und den Bambuswald bekannt, sondern auch für seine Naturerlebnisse. Wer gerne entspannt unterwegs ist, kann am Ufer des Katsura-Flusses spazieren gehen oder sich einfach ans Wasser setzen und die vorbeifahrenden Boote beobachten. Im Sommer laden kleine Boote zu Fahrten auf dem Fluss ein, und manchmal sieht man sogar traditionelle Fischer, die noch mit Kormoranen fischen – eine uralte Methode, die heute eher als kulturelles Schauspiel dient.

Auch für Wanderfreunde bietet Arashiyama viele Möglichkeiten: Kleine Pfade führen in die umliegenden Berge, und wer Zeit hat, sollte unbedingt einen Abstecher zu den ruhigeren Tempeln machen, die etwas abseits der Hauptwege liegen. Hier erlebt Ihr eine ganz andere Seite von Arashiyama – still, ursprünglich und fast frei von Touristen.

Die Sagano Scenic Railway – Nostalgie auf Schienen
Eine der charmantesten Möglichkeiten, die Landschaft von Arashiyama zu erleben, ist eine Fahrt mit der Sagano Scenic Railway. Diese nostalgische Bahn fährt auf einer alten Strecke entlang des Hozu-Flusses und bietet spektakuläre Ausblicke auf Täler, Wälder und Berge.
Die Wagen sind im Retro-Stil gehalten, einige sind sogar komplett offen, sodass man den Fahrtwind und die Geräusche der Natur hautnah spürt. Besonders im Herbst, wenn sich die Wälder in ein Farbenmeer verwandeln, ist die Zugfahrt ein unvergessliches Erlebnis. Aber auch im Frühling, wenn die Kirschbäume entlang der Strecke blühen, ist die Fahrt absolut lohnenswert.

Hozu River Bootstour – Natur aus einer neuen Perspektive
Noch eindrucksvoller wird das Erlebnis, wenn Ihr eine Bootstour auf dem Hozu-Fluss macht. Die Tour startet meist in Kameoka und führt Euch flussabwärts nach Arashiyama. In traditionellen Holzbooten steuern erfahrene Bootsführer die Flussstrecke, die mal sanft dahinfließt und dann wieder kleine Stromschnellen bietet.
Unterwegs seht Ihr beeindruckende Felsformationen, dichte Wälder und vielleicht sogar Wildtiere wie Reiher oder Schildkröten. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden und ist sowohl entspannend als auch abenteuerlich. Besonders schön ist es im Frühling und Herbst, wenn die Ufer in voller Blüten- oder Laubpracht stehen. Am Ende der Fahrt landet Ihr direkt in Arashiyama und habt den perfekten Einstieg für weitere Erkundungen.

Kulinarik in Arashiyama – ein Fest für Genießer
Nach so viel Entdeckungen meldet sich früher oder später der Hunger, und Arashiyama enttäuscht auch hier nicht. Die Gegend ist bekannt für ihre vielfältige Gastronomie, die von traditionellen Kaiseki-Menüs bis hin zu kleinen Straßenständen reicht. Besonders beliebt sind Süßigkeiten mit Matcha, also grünem Tee, der in Kyoto eine lange Tradition hat. Ein cremiges Matcha-Eis an einem heißen Sommertag ist fast schon Pflicht.
Auch Yuba, die Haut, die bei der Herstellung von Tofu entsteht, ist eine Spezialität der Region und wird auf verschiedene Arten serviert – von herzhaften Suppen bis zu feinen Vorspeisen. Entlang der Hauptstraße von Arashiyama findet Ihr zahlreiche kleine Läden, die Snacks wie Dango (Reisbällchen am Spieß), Taiyaki (fischförmige Waffeln mit Füllung) oder frische Soba-Nudeln anbieten.
Viele Lokale haben zudem Sitzplätze mit Blick auf den Fluss oder auf kleine japanische Gärten, sodass das Essen nicht nur ein kulinarisches, sondern auch ein atmosphärisches Erlebnis wird. Wer etwas Besonderes erleben möchte, kann auch in einem Ryokan essen, wo oft mehrgängige Menüs angeboten werden, die wie kleine Kunstwerke aussehen und den saisonalen Zutaten Kyotos Tribut zollen.

Tipps für Euren Besuch in Arashiyama – Planung und Geheimtipps
Damit Euer Besuch in Arashiyama unvergesslich wird, lohnt es sich, ein paar Dinge zu beachten. Zunächst einmal: Plant genügend Zeit ein. Auch wenn viele Reisende nur einen halben Tag für Arashiyama einplanen, ist es viel schöner, sich einen ganzen Tag zu gönnen. Nur so könnt Ihr nicht nur die Hauptattraktionen wie den Bambuswald oder die Togetsukyō-Brücke sehen, sondern auch die ruhigeren Ecken entdecken.
Ein guter Tipp ist es, früh am Morgen anzureisen – gerade der Bambuswald ist dann noch angenehm leer. Wer die Möglichkeit hat, kann Arashiyama auch unter der Woche besuchen, da es an Wochenenden oft besonders voll wird. Ein weiterer Tipp: Nutzt die Gelegenheit, ein Fahrrad zu mieten. So kommt Ihr schneller zu den etwas abgelegeneren Tempeln oder zu kleinen Dörfern in der Umgebung, die noch ursprünglicher sind.
Und noch ein Geheimtipp: Im Dezember findet das Arashiyama Hanatōro statt, ein Lichterfestival, bei dem Straßen, Tempel und Gärten mit tausenden von Laternen beleuchtet werden. Dieses Event ist magisch und verleiht der ohnehin schon traumhaften Landschaft eine noch intensivere Atmosphäre.

Übernachten in Arashiyama – Kyoto von seiner ruhigen Seite erleben
Arashiyama eignet sich wunderbar für eine Übernachtung*, denn so erlebt Ihr die Region auch abseits des Tagestrubels. Besonders empfehlenswert ist das Suiran, a Luxury Collection Hotel*, ein stilvolles Hotel mit Blick auf den Fluss, das traditionelle Elemente mit modernem Komfort verbindet.
Wer authentischer übernachten möchte, sollte ein Ryokan wie das Arashiyama Benkei* wählen, das für seine hervorragende Kaiseki-Küche und die entspannte Atmosphäre bekannt ist. Ebenfalls beliebt ist das Kyoto Arashiyama Onsen Kadensho*, das eine Mischung aus Ryokan-Stil und modernen Annehmlichkeiten bietet und sogar private Onsen-Bäder zur Verfügung stellt.
Für ein romantisches Erlebnis eignet sich das kleine Ryotei Rangetsu*, das direkt am Fluss liegt und elegante Zimmer mit Ausblick bietet. Ganz gleich, ob luxuriös, traditionell oder gemütlich – in Arashiyama findet Ihr eine Unterkunft*, die perfekt zu Eurer Reise passt.

Besondere Erlebnisse in Arashiyama
Neben Tempeln, Bambuswäldern und Flussspaziergängen gibt es in Arashiyama auch zahlreiche geführte Touren und Aktivitäten, die Euren Besuch noch abwechslungsreicher machen. Sie verbinden Natur, Kultur und kleine Abenteuer und geben Euch die Möglichkeit, die Gegend aus neuen Perspektiven zu erleben.
Hozugawa River Boat Ride
Eine Bootsfahrt auf dem Hozu-Fluss gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen in Arashiyama. In traditionellen Holzbooten steuern erfahrene Bootsführer durch ruhige Passagen und sanfte Stromschnellen. Unterwegs seht Ihr dichte Wälder, steile Felsen und die malerische Flusslandschaft, die je nach Jahreszeit ganz unterschiedlich wirkt.
Rikscha-Tour durch Arashiyama
Wer es entspannt mag, kann sich in einer Rikscha durch die schönsten Ecken fahren lassen. Der Fahrer kennt nicht nur die besten Fotospots, sondern erzählt oft auch kleine Anekdoten zur Geschichte und Kultur. Vorbei am Bambuswald, an der Togetsukyō-Brücke und durch charmante Seitenstraßen erlebt Ihr Arashiyama auf besonders stilvolle Weise.
Zugfahrt & Hozugawa Rafting als Tagesausflug
Eine Kombination aus Nostalgie und Abenteuer ist die Fahrt mit dem historischen Sagano Scenic Train, gefolgt von einer Bootstour auf dem Hozu-Fluss. Die Bahn führt Euch entlang spektakulärer Täler, und anschließend geht es mit dem Boot durch Stromschnellen und vorbei an Felsformationen bis nach Arashiyama – perfekt für einen abwechslungsreichen Tagesausflug.
Bambus, Matcha, Affen & Tempel
Eine geführte Rundtour verbindet viele der Highlights von Arashiyama in einem halben Tag: Ihr spaziert durch den Bambuswald, besucht einen der berühmten Tempel, probiert frisch aufgeschlagenen Matcha-Tee und beendet den Ausflug mit einem Besuch im Monkey Park. So bekommt Ihr in kurzer Zeit einen wunderbaren Überblick über die Vielfalt des Stadtteils.
Individuelle Rikscha-Tour
Eine private Rikscha-Tour lässt sich flexibel an Eure Wünsche anpassen. Ob durch die schattigen Wege des Bambuswaldes, zu weniger bekannten Schreinen oder entlang des Flusses – Ihr entscheidet, worauf Ihr Lust habt. Besonders schön ist diese Tour, wenn Ihr romantische Ecken sucht oder lieber die ruhigeren Seiten von Arashiyama entdecken wollt.
Morgenspaziergang im Bambuswald
Wenn Ihr früh unterwegs seid, könnt Ihr den Bambuswald in aller Ruhe genießen. Bei einem geführten Morgenspaziergang erlebt Ihr das sanfte Licht der aufgehenden Sonne, hört das Rascheln des Bambus und habt die Wege fast für Euch allein – ein ganz anderes Gefühl als zu den Stoßzeiten am Tag.
Fahrradtour durch den Bambuswald
Sportlich aktiver wird es bei einer morgendlichen Fahrradtour durch Arashiyama. Mit dem Rad kommt Ihr schneller zu versteckten Plätzen, könnt den Bambuswald ohne Gedränge erleben und seht gleichzeitig auch etwas mehr von der Umgebung. Eine tolle Möglichkeit, Bewegung und Sightseeing zu verbinden.
Geführter Rundgang „Eine andere Seite von Arashiyama“
Abseits der bekannten Spots warten viele kleine Geheimnisse: versteckte Tempel, alte Wohnviertel und stille Pfade. Ein geführter Rundgang bringt Euch zu Orten, die Ihr alleine wahrscheinlich übersehen würdet, und gibt Euch einen tieferen Einblick in Geschichte und Alltagsleben der Gegend.

Fazit – Arashiyama als unvergessliches Highlight einer Japanreise
Arashiyama ist ein Stadtteil, der zeigt, warum Kyoto für so viele Menschen eine Herzensdestination ist. Hier findet Ihr alles, was Japan so besonders macht: eine eindrucksvolle Natur, die im Wechsel der Jahreszeiten immer wieder neue Gesichter zeigt, eine tiefe Verwurzelung in Geschichte und Tradition, köstliches Essen und eine entspannte Stimmung, die zum Durchatmen einlädt.
Ob Ihr durch den Bambuswald schlendert, den Blick von der Togetsukyō-Brücke genießt, in einem Tempel zur Ruhe kommt oder einfach nur am Fluss sitzt und die Landschaft auf Euch wirken lasst – Arashiyama ist ein Ort, der Euch berührt und den Ihr so schnell nicht vergessen werdet. Er ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Kyoto das Alte mit dem Neuen verbindet, wie Natur und Kultur Hand in Hand gehen und wie ein Stadtteil weit mehr sein kann als nur ein touristisches Ziel. W
er Japan bereist und Kyoto besucht, sollte Arashiyama unbedingt auf die Liste setzen – nicht nur für ein paar Stunden, sondern idealerweise für einen ganzen Tag oder sogar eine Nacht. Denn erst dann entfaltet dieser magische Ort seine ganze Schönheit.

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