Goshuin sammeln in Japan – Ein ganz besonderes Souvenir

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Bunte japanische Kalligraphie und rote Stempel aus dem Tempel zieren weiße Papierbögen, die teilweise auf einer hölzernen Unterlage liegen, mit einem farbenfrohen, mit Blumen gemusterten Notizbuch im Hintergrund.

Wenn Ihr durch Japan reist, werdet Ihr früher oder später in einem Tempel oder Schrein auf Menschen stoßen, die ein kleines Büchlein aus Stoff oder Papier hervorholen und es einem Mönch oder Schreinpriester reichen. Nach ein paar Minuten bekommt man das Buch zurück – versehen mit kunstvollen Kalligrafien, roten Siegeln und manchmal sogar mit kleinen Bildern. Das sind Goshuin (御朱印), und sie gehören zu den schönsten Erinnerungen, die Ihr von Eurer Japan-Reise mit nach Hause nehmen könnt.

In diesem Beitrag nehmen wir Euch mit in die Welt der Goshuin. Wir erklären, was genau dahintersteckt, wie Ihr sie sammeln könnt, welche Regeln es gibt und warum dieses Hobby nicht nur Spaß macht, sondern auch eine tiefe kulturelle Bedeutung hat. Außerdem verraten wir Euch Tipps, wo Ihr besonders schöne Exemplare bekommt, welche Fehler Ihr vermeiden solltet und wie Ihr Euer eigenes Goshuincho* (das Sammelbuch) auswählt.

Was sind Goshuin eigentlich?

Goshuin sind weit mehr als nur Souvenirs. Sie haben ihre Wurzeln in jahrhundertealten religiösen Traditionen: Ursprünglich dienten sie als Bestätigung für das Rezitieren von Sutras oder den Besuch heiliger Stätten während einer Pilgerreise. Wer ein Goshuin erhielt, dokumentierte damit spirituelle Bemühungen und die eigene Verbindung zu einem Tempel oder Schrein.

Heute sind Goshuin sowohl religiöses Zeugnis als auch künstlerisches Andenken. Sie verbinden Spiritualität mit Handwerkskunst: Jeder Eintrag wird individuell mit Pinsel und Tusche gefertigt, kein Goshuin gleicht dem anderen. Für viele Reisende ist das Sammeln dieser Siegel eine Möglichkeit, die Kultur Japans auf besondere Weise zu erleben. Statt nur Fotos zu machen, hält man ein Stück lebendige Geschichte in Händen – ein greifbares Erinnerungsstück, das die Atmosphäre des besuchten Ortes widerspiegelt.

Goshuin zu sammeln bedeutet also nicht nur, etwas Schönes zu besitzen, sondern bewusst in die Tradition und Spiritualität Japans einzutauchen. Das macht dieses Hobby zu einer einzigartigen Erfahrung, die Ihr nicht nur visuell, sondern auch emotional spürt.

Warum lohnt es sich, Goshuin zu sammeln?

Ihr werdet merken: Sobald Ihr das erste Goshuin in den Händen haltet, wollt Ihr mehr davon. Es hat etwas Meditatives und gleichzeitig Spielerisches, Schritt für Schritt Euer Buch zu füllen.

  • Kulturelle Tiefe: Statt nur Fotos zu machen, nehmt Ihr ein Stück echter japanischer Tradition mit.
  • Einzigartige Erinnerung: Jedes Goshuin ist handgeschrieben und damit ein echtes Unikat.
  • Motivation: Ihr habt plötzlich einen Grund, noch mehr Tempel und Schreine zu besuchen.
  • Sammlerfreude: Das Gefühl, Seite für Seite zu füllen, ist einfach unbezahlbar.

Und mal ehrlich: Wer kann schon behaupten, eine handgeschriebene Kalligrafie aus dem 1.000 Jahre alten Kiyomizu-dera oder dem berühmten Meiji-Schrein in Tokio zu besitzen?

Mehrere aufgeschlagene japanische Tempel- oder Schrein-Stempelbücher (Goshuincho) zeigen schöne Goshuin-Kalligraphie und Stempel mit roter Tinte auf weißen Seiten, während ein geschlossenes Buch ein Torii-Tor und ein Mondmotiv zeigt, das auf einer hölzernen Oberfläche ruht.

Wie sieht ein typisches Goshuin aus?

Ein Goshuin ist auf den ersten Blick ein kleines Kunstwerk: Auf einer Seite Eures Goshuincho* prangt meist ein großer roter Stempel in der Mitte. Dieser zeigt den Namen des Schreins oder Tempels, oft in alten, kunstvollen Schriftzeichen, die eine Jahrhunderte alte Tradition widerspiegeln. Direkt daneben schreibt der Priester oder Mönch den Namen der Stätte noch einmal in modernen Kanji mit Tusche. Dadurch entsteht ein faszinierender Mix aus Tradition und Lesbarkeit – handgeschrieben, einzigartig und lebendig.

Links neben dem zentralen Stempel findet Ihr meist das Datum des Besuchs, allerdings nach japanischer Zeitrechnung. Diese richtet sich nicht nach unserem gregorianischen Kalender, sondern nach den Regierungsdevisen der Kaiser. Ein Beispiel: Das Jahr 2019 markierte den Beginn der Reiwa-Ära, das heißt, das Datum wird im Goshuin als „Reiwa 1“ notiert.

Rechts oben steht häufig ein kleiner Schriftzug, der ausdrückt, welche Form der Verehrung Ihr dort vollzogen habt. Typische Begriffe sind: Verehrung (sūhai 崇拝), Anbetung (hōhai 奉拝), Verehrung aus der Ferne (yōhai 遥拝) oder schlicht Schrein-/Tempelbesuch (sanpai 参拝).

Zusätzliche Stempel dienen oft der Verzierung und zeigen besondere Symbole des Ortes. Ein häufiges Motiv ist zum Beispiel die Chrysantheme, die auf die enge Verbindung des Schreins mit dem japanischen Kaiserhaus hinweist.

Ein Sonderfall tritt auf, wenn ein Tempel- oder Schrein-Gelände mehrere Nebentempel oder kleinere Schreine beherbergt. Dann gibt es mehrere unterschiedliche Stempel auf derselben Seite. Der Name des jeweiligen Nebentempels wird groß in der Mitte platziert, während der Name der Hauptstätte nach links wandert und das Datum nach rechts. Das Ergebnis ist ein komplexes, harmonisches Layout, das jede Seite des Goshuincho* zu einem individuellen Kunstwerk macht.

Wie bekommt man ein Goshuin?

Wenn Ihr ein Goshuin sammeln möchtet, beginnt die Erfahrung oft schon beim Betreten des Schreins oder Tempels. Anders als ein einfacher Stempelautomat, handelt es sich bei einem Goshuin um handgeschriebene Kunst, die Euch persönlich überreicht wird. Die Begegnung selbst ist also ein kleiner, feierlicher Moment.

Viele Besucher erleben, dass sie dadurch länger in einem Tempel verweilen, die Atmosphäre intensiver wahrnehmen und die kleinen Details der Anlage bewusster wahrnehmen. Bevor Ihr Euer Buch abgebt, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Goshuinjo (御朱印所) – das ist der Schalter oder Raum, an dem die Einträge vergeben werden. Dort könnt Ihr meist schon erkennen, wie viele Menschen warten und wie aufwendig der Eintrag gestaltet wird.

Praktische Schritte:

  • Fragt nach dem Goshuinjo – oft gibt es Schilder oder kleine Hinweise.
  • Gebt Euer Goshuincho ab – wartet geduldig, während der Mönch oder Priester Euren Eintrag erstellt. In manchen Tempeln und Schreinen bekommt Ihr ein Ticket mit dem Ihr Euer Goshuincho nach einer gewissen Zeit wieder abholen könnt. In der Zwischenzeit könnt Ihr in Ruhe den Tempel oder Schrein in Ruhe anschauen
  • Bezahlt die Gebühr – in der Regel 300–500 Yen.
  • Erlebt die Fertigung – Ihr könnt beobachten, wie der Eintrag entsteht, ohne Fotos während des Schreibens zu machen. Viele Tempel und Schreine geben Euch auch die Möglichkeit, beim Schreiben des Goshuin zuzuschauen. Ein ganz besonderes Erlebnis.
  • Erhaltet Euer einzigartiges Souvenir – jede Seite ist ein kleines Unikat, das Ihr für immer aufbewahren könnt.

Die kleine Wartezeit, das leise Kratzen des Pinsels und das Überreichen des Buches sind Teil des Rituals. Genau das macht Goshuin so besonders: Ihr sammelt nicht nur Stempel, sondern erlebt einen Moment der Achtsamkeit und des Respekts.

Unterschied zwischen Tempeln und Schreinen

Japan ist reich an religiösen Traditionen, und die Unterschiede zwischen Buddhismus (Tempel, Tera/Dera) und Shintoismus (Schreine, Jinja) spiegeln sich auch in den Goshuin wider.

Tempel (Tera/Dera): Hier sind die Goshuin oft besonders kunstvoll gestaltet. Die Kalligrafie kann groß und eindrucksvoll sein, manchmal ergänzt durch Symbole, die buddhistische Lehren oder historische Ereignisse darstellen. Tempel-Goshuin spiegeln häufig die spirituelle Tiefe des Ortes wider und wirken durch ihre Details sehr eindrucksvoll.

Schreine (Jinja): Bei Schreinen stehen die roten Siegel stärker im Vordergrund. Die Schriftzüge sind meist klarer und etwas schlichter, dafür symbolisieren die Stempel wichtige Elemente der Shinto-Tradition, wie den Bezug zum Kaiserhaus oder zu Naturgottheiten. Manche Schreine bieten sogar saisonale Varianten an – zum Beispiel zu Neujahr oder während des Kirschblütenfests.

Wer Goshuin sammeln möchte, kann also bewusst zwischen Tempel- und Schrein-Goshuin wählen, um unterschiedliche Stile und Traditionen zu erleben. Beide Formen haben ihren Reiz: Während Tempel-Goshuin oft meditativ und tiefgründig wirken, sind Schreine durch ihre Symbolik und Klarheit besonders für Sammler interessant, die ein farbenfrohes und harmonisches Layout suchen.

Übrigens: Manche empfehlen, zwei getrennte Bücher für die Goshuin vom Tempeln und Schreinen zu führen. Aber wir haben bisher noch nie ein Problem mit unserem gemischten Buch gehabt. Wichtig ist nur, dass Ihr keine “normalen Touristenstempel” in das Goshuincho* stempelt. Das kann zu Problemen führen und ist überhaupt nicht gerne gesehen.

Drei aufgeschlagene japanische Goshuin-Briefmarkenbücher zeigen rote und schwarze Kalligrafien und Briefmarken. Zwei verzierte Goshuincho-Einbände - einer blau mit Füchsen und Monden, der andere rosa mit Blumen- und Tiermustern - liegen auf einer grauen Steinoberfläche.

Goshuincho – Euer Sammelbuch

Bevor Ihr loszieht, braucht Ihr natürlich ein Goshuincho (御朱印帳) – das Sammelbuch. In diesem sammelt Ihr Eure Schätze. Manche empfehlen sogar, für Tempel und Schrein zwei verschiedene Goshuincho zu nutzen, aber für die meisten ist ein “gemischtes Buch” meist handlicher. Wichtig ist nur, das Goshuincho nicht für die “normalen Stempel” zu nutzen.

Wo kann ich Goshuincho kaufen?

In fast jedem größeren Tempel oder Schrein werden diese verkauft und bilden damit schon allein ein tolles Souvenir. Aber auch in Buchhandlungen, Souvenirshops oder sogar Online-Shops* findet Ihr eine Auswahl. Preislich liegen sie meist zwischen 1.500 und 3.000 Yen.

Welche Designs gibt es?

Die Auswahl ist riesig: von schlichten Stoffcovern mit traditionellen Mustern bis hin zu bunten Motiven mit Kirschblüten, Drachen oder Anime-Designs. Es gibt sogar limitierte Editionen, die es nur an einem bestimmten Schrein gibt.

Mein Tipp:

Kauft am besten gleich zu Beginn Eurer Reise ein Buch – dann könnt Ihr von Anfang an sammeln. Und: Achtet auf die Papierqualität. Manche Bücher haben dickere Seiten, die die Tinte besser aufnehmen.

Drei bunte Notizbücher sind auf einer gesprenkelten Oberfläche ausgestellt. Eines ähnelt einem Goshuin-Buch mit Füchsen und einem Torii-Tor, ein anderes hat ein geometrisches Regenbogenmuster, und das dritte ist mit Glückskatzen und Rosen verziert.

Etwas Etikette – So verhaltet Ihr Euch richtig

Auch wenn Goshuin sammeln ein Hobby geworden ist, hat es immer noch einen religiösen Ursprung. Deshalb ist es wichtig, respektvoll zu bleiben.

  • Nicht wie ein Souvenir behandeln: Goshuin sind keine „Stempel für Touristen“, sondern haben spirituelle Bedeutung.
  • Immer freundlich fragen: Ein „Sumimasen, goshuin onegai shimasu“ reicht völlig.
  • Nur eintragen lassen, nicht selbst stempeln: Anders als beim Pilgerstempel in Europa schreiben die Priester in Japan das Goshuin für Euch.
  • Kein leeres Notizbuch abgeben: Es sollte wirklich ein Goshuincho* sein.
  • Keine Fotos während des Schreibens: Das gilt als unhöflich.

Kakioki – das Vorzeichnen für die Goshuin

Viele Tempel und Schreine, vor allem in touristischen Gebieten, bieten inzwischen oft statt der individuell geschriebenen Goshuin das sogenannte Kakioki (書置き) an. Dabei handelt es sich um vorbereitete Goshuin, die auf separatem Papier vorgefertigt werden. Diese werden genutzt, wenn kein Priester oder Mönch verfügbar ist oder wenn man einen Eintrag mitnehmen möchte, ohne vor Ort zu warten.

Das Kakioki kann entweder in das Goshuincho* aufgeklebt oder als lose Blätter gesammelt werden. Besonders beliebt sind sie bei Schreinen oder Tempeln mit hohem Besucheraufkommen, oder bei Pilgern, die viele Orte besuchen möchten, aber nicht lange warten können. Für Sammler sind Kakioki zwar weniger individuell als handgeschriebene Einträge, dennoch haben sie ihre eigene Ästhetik und sind oft genauso kunstvoll gestaltet.

Tipps für Sammler

  • Bringt immer Kleingeld mit – Goshuin kosten meist 300–500 Yen.
  • Plant Zeit ein – an großen Tempeln kann es Wartezeiten geben.
  • Kauft mehrere Goshuincho – wenn eines voll ist, könnt Ihr ein neues anfangen.
  • Bewahrt sie gut auf – Goshuincho sind empfindlich, also am besten in Stoffhüllen lagern.
  • Verbindet es mit einer Pilgerreise – besonders spannend ist z. B. der Shikoku-Pilgerweg mit 88 Tempeln.

Goshuin – FAQ

Was kostet ein Goshuin?

In den meisten Tempeln und Schreinen erhaltet Ihr das Goshuin für etwa 300-500 Yen. Manchmal gibt es auch ganz besondere Stempel, die auch schon mal 1.000–2.000 Yen kosten können

Was kostet ein Goshuincho?

Für das leere Goshuinchō musst du je nach Tempel oder Schrein und je nach Design mit etwa 1.000–2.000 Yen rechnen. Ähnlich kosten die Goshuincho auf im Online-Shop*

Was mache ich, wenn ich mein Goshuincho vergessen hast?

In dem Fall kannst Du Dir das Goshuin auch als loses Blatt geben lassen, das du später in dein Buch einklebst. Frage einfach nach kakioki oder kakiokigoshuin. Oder Du siehst es (wie es uns schon passiert ist) als gute Gelegenheit gleich ein neues Goshuincho zu kaufen.

Kann ich die Goshuin zu jeder Zeit sammeln?

Während die viele Tempel und Schreine rund um die Uhr besuchen könnt, sind die Goshuin meist nur während der Öffnungszeiten erhältlich. Achtet also unbedingt vorab darauf. Uns ist es leider schon oft passiert, dass wir am frühen Abend noch unterwegs waren, aber die Goshuin-Schalter schon geschlossen war.

Wie finde ich besonders schöne Goshuin?

Inzwischen bieten einige Tempel und Schreine tolle (vor allem regionale oder saisonale) Goshuin mit besonderem Design sind. Tolle Quellen, um solche Siegel zu finden sind der Omairi Club und Jinja Memo. Oder Ihr schaut bei Instagram oder TikTok vorbei, dort gibt es verschiedene Accounts, die tolle Goshuin-Designs vorstellen

Du kannst auch, sobald du in Japan angekommen bist, in einem größeren Buchladen gehen und nach den goshuin-Ecke schauen oder fragen. Es gibt mittlerweile unzählige Bücher nach Regionen aufgeteilt, die Schreine und die dazugehörigen Pilgerstempel vorstellen.

Gibt es besondere Pilgerrouten zum Sammeln von Goshuin?

In Japan gibt es verschiedene Pilgerrouten, die teilweise sogar eigene Goshuincho anbieten. Beispiele dafür sind die  88-Tempel-Wallfahrt auf Shikoku, die Schrein-Glückstour „Tokyo Fuku Meguri“, die Route der sieben Glücksgötter „Shichifukujin Meguri“ oder die Sasaguri-Wallfahrt auf Kyūshū.

Mehrere aufgeschlagene japanische Goshuincho (Tempel-Stempelbücher) mit komplizierter Kalligrafie, roten Goshuin-Stempeln und bunten Einbänden sind auf einer hellen, gesprenkelten Oberfläche ausgestellt. Ein Buch enthält Aufkleber mit niedlichen Figuren.

Insider-Geheimtipps: Kleine Schreine und Tempel mit besonderen Goshuin

Neben den bekannten Tempeln und Schreinen gibt es in Japan unzählige kleinere, oft unscheinbare Orte, die unglaublich schöne Goshuin bieten. Diese Geheimtipps sind perfekt, wenn Ihr Menschenmassen vermeiden und besondere, persönliche Einträge sammeln wollt.

Kurama-dera (Kyoto)

Kurama-dera liegt in den Bergen nördlich von Kyoto und ist ein abgeschiedener Tempel, der von grünen Wäldern umgeben ist. Viele Touristen übersehen ihn, weil er nicht direkt in der Stadt liegt.

  • Goshuin: Besonders eindrucksvoll ist das große rote Siegel mit Bergmotiven und das handgeschriebene Datum in kalligrafischer Meisterschaft.
  • Besonderheit: Der Tempel bietet auch saisonale Goshuin, z. B. mit leuchtend roten Herbstblättern oder Frühlingsblüten.
  • Tipp: Kombiniert den Besuch mit einer Wanderung auf den Bergpfaden – die Aussicht ist fantastisch und das Goshuin wird so noch bedeutungsvoller.

Hie-Schrein (Tokyo)

Inmitten Tokios, unweit der quirligen Straßen von Akasaka, liegt der Hie-Schrein, ein ruhiger Ort, der oft von Einheimischen besucht wird.

  • Goshuin: Die roten Stempel sind besonders klar und geometrisch gestaltet. Manchmal gibt es kleine Stickereien in Gold, die den Schrein noch eleganter wirken lassen.
  • Besonderheit: Während des Neujahrsfestes (Shogatsu) gibt es limitierte Einträge, die Glückssymbole enthalten.
  • Tipp: Früh kommen, da der Schrein klein ist und die Anzahl der Goshuin begrenzt sein kann.

Ein traditioneller japanischer Schrein, der an den Hie Schrein erinnert, mit grünen Ziegeldächern und leuchtend rot-weißen Holzkonstruktionen, steht vor der Kulisse moderner Stadtgebäude. Der Eingang ist kunstvoll gestaltet, und ein eleganter Steinweg führt hinauf.

Gotokuji-Tempel (Tokyo)

Gotokuji ist bekannt als „Geburtsort der Maneki-neko“ – der winkenden Katzenfigur. Weniger bekannt ist, dass der Tempel auch wunderschöne Goshuin anbietet.

  • Goshuin: Das Design ist verspielt und zeigt manchmal kleine Katzenmotive in den Siegeln – ein echtes Highlight für Sammler.
  • Besonderheit: Ihr könnt Kakioki bekommen, wenn die Warteschlangen zu lang sind, die dennoch besonders schön gestaltet sind.
  • Tipp: Perfekt für Sammler, die originelle, verspielte Einträge lieben.

Shinnyodo-Tempel (Kyoto)

Ein kleiner, oft übersehener Tempel in Kyoto, nahe dem berühmten Philosophenweg.

  • Goshuin: Minimalistisch, elegant, mit feiner Kalligrafie und rotem Siegel, das den Tempelnamen umrahmt.
  • Besonderheit: Durch die ruhige Lage kann man hier oft in Ruhe das Goshuin genießen und Fotos machen (außer während des Schreibens).
  • Tipp: Kombiniert den Besuch mit einem Spaziergang entlang der Kirschblütenpfade im Frühling – die Atmosphäre macht das Goshuin noch spezieller.

Ishite-ji (Ehime, Shikoku)

Ishite-ji ist ein Tempel auf dem berühmten Shikoku-Pilgerweg, der 88 Tempel umfasst.

  • Goshuin: Besonders kunstvoll, teilweise mit roten Lotusblüten-Stempeln kombiniert.
  • Besonderheit: Der Tempel ist sehr historisch, mit mehreren Nebentempeln auf dem Gelände, die eigene Goshuin bieten.
  • Tipp: Plant genügend Zeit ein, da der Eintrag hier einige Minuten dauern kann – die Geduld lohnt sich.

Viele weiße Maneki-neko-Figuren (japanische Glückskatzen) mit roten Ohren, Halsbändern und erhobenen Pfoten sind in Gotokuji in einer dichten, farbenfrohen Auslage dicht an dicht gruppiert. Eine goldene Figur sticht unter ihnen hervor.

Kifune-Schrein (Kyoto)

Etwas außerhalb von Kyoto in den Bergen liegt Kifune-Schrein, bekannt für sein Wasserheiligtum.

  • Goshuin: Neben den klassischen roten Siegeln gibt es manchmal Wasser- oder Regenmotiv-Stempel.
  • Besonderheit: Besonders im Frühling und Herbst kann man limitierte Saison-Goshuin erhalten.
  • Tipp: Nutzt die Seilbahn, um den Berg zu erklimmen – das macht den Besuch und das Goshuin zu einem Erlebnis.

Shin-Yakushi-ji (Nara)

Ein kleiner Tempel in Nara, der oft von Touristen übersehen wird, die die berühmten großen Tempel besuchen.

  • Goshuin: Klar und schlicht, mit besonderem roten Symbol des Tempels in der Mitte.
  • Besonderheit: Manchmal werden kleine farbige Siegel angebracht, die die buddhistischen Schutzgottheiten darstellen.
  • Tipp: Ideal, um Ruhe zu genießen und gleichzeitig ein exklusives Goshuin zu sammeln.

Fazit zu den Insider-Geheimtipps

Die kleinen, versteckten Tempel und Schreine bieten oft die schönsten Goshuin, weil sie weniger besucht werden und die Mönche mehr Zeit haben, die Einträge mit Sorgfalt zu erstellen. Für Sammlerinnen und Sammler lohnt es sich, neben den bekannten Orten auch diese versteckten Schätze zu entdecken.

Durch die Kombination von bekannten Tempeln, saisonalen Einträgen und geheimen Orten könnt Ihr ein vielschichtiges, einzigartiges Goshuincho* füllen, das jede Reise nach Japan zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Im Garten des Gotokuji steht eine traditionelle dreistöckige japanische Pagode, umgeben von Steinlaternen und Bäumen mit kahlen Ästen, die eine ruhige und historische Atmosphäre schaffen.

Fazit – Ein Hobby mit Seele

Goshuin sammeln ist weit mehr als ein bloßes Souvenir-Hobby. Es verbindet Kunst, Tradition und Spiritualität auf eine Weise, die in der heutigen, schnelllebigen Welt selten geworden ist. Jede Seite im Goshuincho erzählt von einem Ort, einer Begegnung und einem Moment, den Ihr bewusst erlebt habt.

Wer ein Goshuin erhält, hält nicht nur einen Stempel, sondern ein Stück japanische Kultur in Händen. Ihr erlebt die feierliche Ruhe des Tempels, die Achtsamkeit des Priesters und die Geschichte der Stätte – alles in einem kleinen Kunstwerk. Das Sammeln motiviert Euch, weiter zu reisen, neue Schreine und Tempel zu entdecken und dabei die japanische Kultur von ihrer authentischsten Seite zu erleben.

Ein vollgeschriebenes Goshuincho ist mehr als ein Erinnerungsbuch: Es ist ein Schatz, der die Seele berührt und auf jeder Reise ein einzigartiger Begleiter wird.

Ein geöffneter Goshuincho zeigt zwei Seiten mit japanischer Kalligrafie und roten Siegeln. Der linke Einband zeigt ein farbenfrohes Muster mit ineinandergreifenden Formen, das den lebendigen Geist eines Shinto-Schreins erweckt. Die Holzoberfläche darunter bildet einen warmen Hintergrund.

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