Ehime, gelegen im Nordwesten der Insel Shikoku, ist einer dieser Orte in Japan, die nicht auf jeder klassischen Reiseroute stehen – und genau das macht den besonderen Reiz aus. Zwischen der glitzernden Seto-Inlandsee, alten Burgen, entspannenden Onsen und traditionsreichen Vierteln entfaltet sich hier eine Atmosphäre, die einen sofort in ihren Bann zieht.
Während die großen Metropolen wie Tokyo, Kyoto oder Osaka vor Energie pulsieren, zeigt Ehime die sanftere, aber nicht weniger faszinierende Seite Japans. Es ist ein Ort, an dem Natur, Geschichte und Kultur eine harmonische Verbindung eingehen und Besucher das Gefühl haben, ein Stück echtes Japan entdeckt zu haben.
Matsuyama Castle – Ein Blick in die Samurai-Zeit
Das Matsuyama Castle thront auf einem Hügel mitten in der Stadt und ist eines der am besten erhaltenen originalen Burgen Japans. Wer die Festung besucht, begibt sich direkt auf eine Zeitreise zurück ins 17. Jahrhundert. Schon der Aufstieg auf den Burghügel ist ein Erlebnis, egal ob zu Fuß durch die alten Wege oder bequem mit der Seilbahn. Oben angekommen eröffnet sich ein grandioser Ausblick über die Stadt Matsuyama und die Weiten der Seto-Inlandsee – ein Panorama, das seinesgleichen sucht.
Im Inneren des Schlosses erwarten Euch eine spannende Ausstellungen über die Geschichte der Samurai, Rüstungen, Waffen und detailreiche Modelle der Burganlage. Besonders beeindruckend ist die Authentizität: Hier wurde nichts modern rekonstruiert, sondern die alte Struktur liebevoll erhalten.
Besucher können die Atmosphäre nachempfinden, wie sie einst Krieger und Fürsten gespürt haben müssen. Ein Spaziergang durch die hölzernen Hallen und auf die Aussichtsplattform lohnt sich zu jeder Jahreszeit, ob im Frühling mit Kirschblüten oder im Herbst mit leuchtendem Laub. Matsuyama Castle ist das Herz von Ehime und definitiv ein Grund, warum sich eine Reise lohnt.
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Suicasmo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Dōgo Onsen – Das älteste Badehaus Japans
Ein Besuch in Ehime wäre ohne das legendäre Dōgo Onsen nicht komplett. Dieses Onsen gilt als das älteste öffentliche Badehaus Japans und ist ein wahres Juwel der Badekultur. Schon seit über 1000 Jahren kommen Menschen hierher, um die heilenden Quellen zu genießen. Selbst der Kaiser hat hier bereits gebadet, und auch Dichter und Künstler fanden Inspiration im heißen Wasser.
Das ikonische hölzerne Badehaus mit seinen kunstvollen Fassaden strahlt eine märchenhafte Atmosphäre aus, die schon Studio Ghibli für „Chihiros Reise ins Zauberland*“ inspirierte. Im Inneren warten verschiedene Bäder, von einfachen Becken bis hin zu luxuriösen Räumen, die einst dem Kaiser vorbehalten waren.
Doch Dōgo Onsen ist mehr als nur ein Bad – es ist ein Stück lebendige Kulturgeschichte. Rund um das Badehaus erstreckt sich ein charmantes Viertel mit kleinen Läden, Restaurants und Straßen voller traditioneller Atmosphäre. Abends, wenn Besucher in Yukata durch die Straßen schlendern, fühlt man sich fast wie in einer anderen Zeit. Wer Körper und Geist verwöhnen will, findet hier einen Ort der Ruhe und des Wohlbefindens – und zugleich eines der bekanntesten Wahrzeichen von Ehime.
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Shimanami Kaidō – Ein Paradies für Radfahrer
Die Shimanami Kaidō ist eine rund 70 Kilometer lange Fahrradroute, die Ehime mit der Nachbarpräfektur Hiroshima verbindet. Dabei radelt man über mehrere Inseln der Seto-Inlandsee, die durch gigantische Brücken miteinander verbunden sind.
Schon allein die Dimensionen dieser Bauwerke sind beeindruckend, doch das eigentliche Highlight sind die Ausblicke: Türkisblaues Wasser, kleine Fischerdörfer, grüne Hügel und der endlose Himmel begleiten einen bei jeder Etappe. Die Route ist perfekt ausgeschildert und bietet für jeden etwas – von sportlichen Radfahrern bis hin zu Familien, die sich nur eine kleine Etappe vornehmen.
Entlang der Strecke laden gemütliche Cafés, Aussichtspunkte und Strände zum Verweilen ein. Besonders schön ist es, eine der kleinen Inseln intensiver zu erkunden und vielleicht sogar eine Übernachtung einzuplanen. Wer kein eigenes Fahrrad dabeihat, kann problemlos eines leihen. Der Shimanami Kaidō ist nicht nur eine Radroute, sondern ein Erlebnis, das Freiheit, Natur und japanische Lebensart miteinander verbindet.
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Uwajima – Traditionen und Meeresfrüchte
Uwajima, im Süden von Ehime, ist eine Stadt voller Kontraste. Einerseits ist sie bekannt für ihre altehrwürdige Burg und traditionelle Schreine, andererseits lockt sie mit außergewöhnlicher Kultur wie dem Uwajima Ushi-Oni Festival, bei dem riesige, furchteinflößende Stier-Dämonen durch die Straßen ziehen.
Besonders interessant ist der Taga-Schrein, der dem Thema Fruchtbarkeit gewidmet ist – ein eher ungewöhnlicher, aber faszinierender Ort. Kulinarisch ist Uwajima ein Paradies für Fischliebhaber. Die Region ist berühmt für ihre frischen Meeresfrüchte und Spezialitäten wie „Uwajima Tai Meshi“, ein Gericht aus rohem Meerbrassen-Sashimi, das mit einer besonderen Sauce über warmem Reis gegessen wird.
Wer die Stadt besucht, sollte sich außerdem Zeit für die Uwajima-Burg nehmen. Sie liegt auf einem Hügel und bietet einen herrlichen Blick über die Stadt und die Küste. Uwajima ist ein authentischer Ort, der Einblicke in das echte, ungeschminkte Japan gibt – mit Traditionen, die bis heute lebendig sind.
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Ozu – Das kleine Kyoto von Ehime
Ozu wird oft als das „kleine Kyoto“ Ehimes bezeichnet – und das nicht ohne Grund. Die Stadt besticht mit ihren historischen Straßenzügen, alten Samurai-Residenzen und natürlich mit der Ozu-Burg, die originalgetreu rekonstruiert wurde. Besonders charmant ist das Viertel rund um den Fluss Hiji, wo traditionelle Häuser und Brücken eine malerische Kulisse bieten.
Ein absolutes Highlight ist die Möglichkeit, in der Ozu-Burg selbst zu übernachten – eine Erfahrung, die Besucher in die Welt der Samurai eintauchen lässt. Auch kulturell hat Ozu viel zu bieten: Das Garyū Sansō, eine elegante Villa mit Garten, vermittelt die Ästhetik japanischer Architektur in Perfektion. Wer einen ruhigen, aber kulturell reichen Ort sucht, wird sich in Ozu sofort wohlfühlen.
Hier lebt die Vergangenheit in harmonischer Balance mit der Gegenwart – ideal für alle, die ein authentisches Stück Japan abseits der großen Touristenströme erleben wollen.
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Uchiko – Tradition trifft Handwerk
Uchiko ist ein malerisches Städtchen, das einst durch die Herstellung von Wachs und Papier reich wurde. Heute ist es ein Ort, an dem Tradition liebevoll bewahrt wird. Beim Spaziergang durch die Altstadt fühlt man sich, als wäre die Zeit stehen geblieben. Alte Kaufmannshäuser, enge Gassen und kunstvoll restaurierte Gebäude erzählen von der Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert.
Besonders sehenswert ist das Uchiko-za, ein traditionelles Kabuki-Theater, das noch immer Aufführungen beherbergt. Besucher können hier die besondere Atmosphäre der japanischen Theaterkultur erleben. Auch das Wachs- und Papiermuseum vermittelt spannende Einblicke in die Handwerkskunst der Region. Uchiko ist ein stiller, aber faszinierender Ort, der Kultur und Geschichte spürbar macht – perfekt für alle, die das ländliche Japan authentisch erleben möchten.
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Inseln der Seto-Inlandsee – Naturidylle pur
Ehime hat nicht nur Festland zu bieten, sondern auch zahlreiche kleine Inseln in der Seto-Inlandsee. Jede Insel hat ihren eigenen Charme, von stillen Fischerdörfern bis hin zu Orten mit künstlerischem Flair. Besonders bekannt ist die Insel Ōmishima, die für ihren Oyamazumi-Schrein berühmt ist. Dieser altehrwürdige Schrein beherbergt eine einzigartige Sammlung von Samurai-Rüstungen und Waffen, die zu den bedeutendsten in Japan zählen.
Auch die Natur spielt hier die Hauptrolle: grüne Hügel, malerische Strände und klare Meeresluft schaffen ein unvergleichliches Ambiente. Wer es gemütlich angehen möchte, kann mit der Fähre von Insel zu Insel fahren und dabei die entspannte Lebensweise der Küstenbewohner kennenlernen. Die Inselwelt Ehimes ist ein echtes Paradies für Naturfreunde, Radfahrer und alle, die einfach mal entschleunigen möchten.
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Shikoku-Pilgerweg – Spiritualität erleben
Der berühmte 88-Tempel-Pilgerweg führt auch durch Ehime und bietet eine tief spirituelle Erfahrung. Viele Pilger wandern oder radeln durch die Region, um die heiligen Stätten zu besuchen, die mit dem Mönch Kūkai verbunden sind. In Ehime liegen einige besonders eindrucksvolle Tempel, eingebettet in grüne Wälder, auf Hügeln oder in charmanten Kleinstädten.
Selbst wer nicht den gesamten Pilgerweg absolvieren möchte, kann einzelne Tempel besuchen und die meditative Atmosphäre genießen. Es ist eine Gelegenheit, die Spiritualität Japans hautnah zu erleben und einen Moment der Ruhe zu finden. Die Begegnungen mit anderen Pilgern, die Gastfreundschaft der Einheimischen und die Schönheit der Tempelanlagen machen den Pilgerweg zu einem ganz besonderen Erlebnis, das Ehime unverwechselbar prägt.
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Minetopia Besshi – Industriegeschichte mitten in den Bergen
Ein weiterer spannender Grund, nach Ehime zu reisen, ist das Minetopia Besshi, ein Freilichtmuseum in den Bergen nahe Niihama. Früher war dieser Ort eines der wichtigsten Kupferbergwerke Japans, das über 280 Jahre lang betrieben wurde und maßgeblich zur Industrialisierung des Landes beitrug.
Heute können Besucher hier die faszinierende Welt des Bergbaus hautnah erleben. Alte Schächte, Maschinen und Werkstätten wurden liebevoll restauriert und vermitteln ein authentisches Bild davon, wie hart und gleichzeitig innovativ die Arbeit der Bergleute einst war. Besonders beeindruckend ist die nachgebaute Stollenwelt unter Tage, in der man mit Helm und Lampe die Atmosphäre nachempfinden kann.
Aber auch für Familien ist Minetopia Besshi ein Erlebnis, denn es gibt kleine Eisenbahnen, interaktive Ausstellungen und sogar Möglichkeiten, selbst nach Mineralien zu suchen. Rund um das Museum lockt zudem eine wunderschöne Berglandschaft, die im Herbst mit leuchtenden Farben begeistert. Minetopia Besshi verbindet auf einzigartige Weise Natur, Geschichte und Abenteuer und macht deutlich, wie sehr Ehime nicht nur kulturell, sondern auch industriell zur Entwicklung Japans beigetragen hat.
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Freundliche Menschen und entspannte Atmosphäre
Neben all den Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Highlights ist es letztlich die Herzlichkeit der Menschen, die Ehime so besonders macht. Hier erlebt man Japan von seiner gastfreundlichsten Seite – offen, herzlich und doch voller Respekt. Ob im kleinen Familienrestaurant, im Ryokan oder beim Gespräch mit einem Fischer am Hafen: Die Begegnungen bleiben im Gedächtnis.
Ehime ist ein Ort, an dem die Zeit etwas langsamer vergeht, an dem man durchatmen und das Leben genießen kann. Gerade dieser entspannte Rhythmus ist es, der Ehime von den großen Metropolen unterscheidet und zu einem idealen Reiseziel für alle macht, die das echte Japan erleben wollen.
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Fazit – Ehime hat viel zu bieten
Ehime ist eine Region voller Überraschungen – ein Ort, der Geschichte, Natur, Kultur und Lebensfreude in einzigartiger Weise verbindet. Von der majestätischen Burg in Matsuyama über das heilende Wasser des Dōgo Onsen, die spektakuläre Fahrradroute der Shimanami Kaidō bis hin zu den kleinen, charmanten Städten wie Ozu und Uchiko bietet die Präfektur eine Vielfalt, die jeden Besuch unvergesslich macht. Die Inseln der Seto-Inlandsee laden zum Entschleunigen ein, während der Shikoku-Pilgerweg spirituelle Ruhe schenkt.
Ehime ist kein Ziel für schnellen Tourismus, sondern ein Ort, den man in Ruhe entdecken sollte – Schritt für Schritt, Begegnung für Begegnung. Wer einmal hier war, wird spüren, dass Ehime nicht nur eine Reise wert ist, sondern das Herz ein kleines bisschen leichter macht.
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