Kimono für Anfänger – So stylst Du ein Stück Japan im Alltag
| – Gastbeitrag von todoki.com – |
Du kennst Kimono vielleicht aus Anime, Manga oder von Festivals – sie wirken elegant, geheimnisvoll und gleichzeitig unglaublich schön. Doch wenn Du zum ersten Mal einen Kimono in den Händen hältst, taucht oft die Frage auf: Wie trage ich den eigentlich richtig?
In diesem Blogpost gebe wir Dir einfache Styling-Tipps, damit Du ein Stück Japan ganz unkompliziert in Deinen Alltag integrieren kannst.
Der Unterschied zwischen Kimono, Yukata und Haori
Bevor wir ins Styling eintauchen, lass uns die drei wichtigsten Kleidungsstücke unterscheiden:
- Kimono: Der Klassiker. Ein traditionelles japanisches Kleidungsstück, meist aus Seide gefertigt, mit langen Ärmeln und aufwendigen Mustern. Er wird mit einem Obi (Gürtel) gebunden und gilt als festliches Gewand. Kimono können je nach Anlass sehr unterschiedlich ausfallen – von schlicht bis extrem prunkvoll.
- Yukata: Die leichte, sommerliche Variante des Kimono. Meist aus Baumwolle oder Leinen gefertigt, trägt man ihn vor allem auf Matsuri (Sommerfesten) oder beim Hanabi (Feuerwerk). Auch in traditionellen Ryokan (Gasthäusern) bekommst Du häufig einen Yukata zum Entspannen. Er ist deutlich einfacher zu stylen und daher perfekt für Einsteiger.
- Haori: Eine kurze Jacke, die ursprünglich über dem Kimono getragen wurde – vor allem in den kälteren Jahreszeiten. Heute ist der Haori aber auch ein beliebtes Fashion-Piece für den Alltag, weil er locker über normale Kleidung passt und dabei sofort japanisches Flair in Deinen Look bringt.
Wichtig: Viele verwechseln Yukata und Kimono. Als Faustregel kannst Du Dir merken: Kimono = festlich & elegant, Yukata = lässig & sommerlich, Haori = easy kombinierbare Jacke.
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Ein kurzer Blick in die Geschichte
Der Kimono war über Jahrhunderte hinweg die Alltagskleidung in Japan. Männer, Frauen und Kinder trugen ihn – mit je nach Stand und Anlass variierenden Stoffen und Mustern.
Heute ist der Kimono für die meisten kein alltägliches Kleidungsstück mehr, sondern wird zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Teezeremonien oder Neujahr getragen. Einige ältere Japaner tragen heute noch täglich Kimono, genau wie professionelle Sumoringer außerhalb des Rings. Der Yukata dagegen ist auch heute noch allgegenwärtig: im Sommer, bei Festivals oder in Onsen-Orten.
Der Haori (Kimono-Jacke) war früher eine Art Mantel gegen Kälte, hat sich aber längst zu einem modischen Allrounder entwickelt, der auch westliche Outfits perfekt ergänzt.
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Styling-Formen: So trägst Du Kimono, Yukata & Haori im Alltag
Du musst nicht gleich ein komplettes Kimono-Set tragen, um japanischen Flair in Deinen Alltag zu bringen. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Stücke modern und entspannt zu stylen:
Haori als Cardigan
Der einfachste Einstieg: Ein Haori passt perfekt zu Jeans, T-Shirt oder einem schlichten Kleid. Durch die offenen Ärmel und die besonderen Muster wirkt er wie ein stylischer Cardigan – nur eben mit japanischer Geschichte.
Tipp: Besonders gut harmonieren Haori mit neutralen Outfits, da die Muster so richtig zur Geltung kommen.
Yukata casual stylen
Wenn Du es unkompliziert magst, ist der Yukata ideal. Statt mit traditionellem Obi kannst Du ihn im Alltag auch mit einem schlichten Gürtel oder einem Obijime (Kordelband) tragen. Sneaker oder Sandalen dazu – fertig ist der sommerliche Japan-Vibe.
Kimono inspiriert – ohne Komplett-Set
Ein echter Seiden-Kimono ist für den Alltag oft zu kostbar. Viele greifen daher zu Vintage-Kimono und kombinieren sie offen getragen wie einen Mantel über Jeans oder Kleidern. So hast Du den Look, ohne Dich gleich mit allen Regeln (links über rechts wickeln, Obi binden usw.) auseinandersetzen zu müssen.
Traditionelle Kimono haben keine Verschlüsse. Du kannst sie also super mit einem schlichten Gürtel stylen – das betont Deine Taille und sorgt für eine moderne Silhouette. Du kannst auch bei einem Kimono ein Kordelband nutzen.
Ob Kordelband, Ledergürtel, Taillengürtel oder breiter Obi-Gürtel – erlaubt ist, was Dir gefällt.
Kanzashi als dezentes Accessoire
Kanzashi – das ist traditioneller japanischer Haarschmuck, der oft zu festlichen Kimono getragen wird. Doch auch im Alltag kannst Du ihn wunderbar einsetzen: Eine schlichte Stecknadel mit Blumenmotiv peppt jeden Dutt oder Pferdeschwanz sofort auf. Moderne Varianten mit minimalistischem Design lassen sich sogar ins Business-Outfit integrieren. So bringst Du japanisches Flair ganz subtil in Deinen Look, ohne dass es verkleidet wirkt.
Perfekt gestylt zu festlichen Anlässen
Wenn Du Lust auf ein komplettes Styling hast: Ein Yukata-Set mit Obi und passenden Sandalen (Geta oder Zori) ist schon für Einsteiger machbar. Gerade bei japanischen Sommerfesten in Deutschland (z. B. Japan-Tag in Düsseldorf oder das Kirschblütenfest in Berlin) siehst Du viele Menschen in Yukata – und fällst garantiert positiv auf.
Casual trifft elegant: Sneakers & Kimono
Kontraste machen den Look spannend! Kombiniere Deinen Kimono mit Sneakers oder Boots. So vermeidest Du das Gefühl von „Kostüm“ und schaffst einen coolen Streetstyle-Mix.
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Symbole und Muster verstehen
Kimono sind nicht nur Kleidung – sie erzählen Geschichten. Denn jedes Motiv hat eine Bedeutung:
- Kraniche stehen für Langlebigkeit und Glück.
- Wellen (Seigaiha) symbolisieren das Meer und Beständigkeit.
- Kirschblüten (Sakura) erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens und die Schönheit des Moments.
- Ahornblätter (Momiji) stehen für Herbst und Schönheit in der Natur.
Wenn Du also einen Kimono oder Haori wählst, achte auch auf das Muster – es macht Deinen Look noch individueller.
Pflege & Aufbewahrung von Kimono
Lüften statt waschen: Ein Kimono wird traditionell nicht nach jedem Tragen gewaschen. Hänge ihn nach dem Tragen einfach aus, damit er auslüften kann.
Schonende Reinigung: Seiden-Kimono gibst Du am besten in die Reinigung. Baumwoll-Yukata kannst Du vorsichtig per Hand waschen oder im Schonwaschgang mit Wäschesack.
Faltenfrei lagern: Hänge Deinen Kimono auf – am besten auf einem speziellen Kimono-Kleiderbügel. Diese sind extra breit (meist ausziehbar) und verhindern, dass sich der Stoff an den Schultern verzieht oder Falten entstehen.
Motten vorbeugen: Besonders Seide solltest Du nicht ungeschützt im Schrank hängen lassen. Ein Lavendelsäckchen wirkt Wunder.
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Tipps für den Kauf eines Kimono
- Achte auf die Stoffqualität: Seide wirkt besonders edel, Baumwolle ist pflegeleichter.
- Vintage als Einstieg: Viele gebrauchte Kimono sind in Top-Zustand und preislich attraktiver.
- Größe beachten: Kimono sind traditionell „One Size“, aber durch Wickeln anpassbar. Für den Alltag kannst Du ruhig etwas freier kombinieren.
- Accessoires optional: Du musst nicht alles auf einmal kaufen – beginne mit einem Obi oder Kanzashi Haarschmuck und taste Dich langsam vor.
Fazit: Ein Stück Japan in Deinem Kleiderschrank
Kimono, Yukata und Haori sind nicht nur traditionelle Kleidungsstücke, sondern auch moderne Fashion-Pieces, die Du superleicht in Deinen Alltag integrieren kannst. Ob als lässige Jacke, sommerlicher Yukata oder festliches Highlight – die Möglichkeiten sind vielseitig. Ob elegant oder casual, klassisch oder rebellisch – der Kimono lässt sich anpassen, nicht nur an Deinen Körper, sondern auch an Deinen Stil.
Trau Dich, probier Dich aus und bring ein Stück Japan in Deinen Alltag.
Wenn Du Lust hast, selbst ein Stück Japan zu tragen, findest Du bei todoki im Shop eine große Auswahl an Vintage-Kimono, Yukata und Haori. Viele japanische Unikat warten darauf, Deine Outfits zu bereichern.
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FAQ – Kimono für Anfänger
Kann ich einen Kimono auch ohne traditionellen Obi (japanischer Kimonogürtel) tragen?
Ja, absolut. Gerade im Alltag kannst Du Deinen Kimono auch mit einem Ledergürtel, Taillengürtel oder ganz offen tragen.
Wie lang sollte ein Kimono sein?
Traditionell reicht ein gebundener Kimono bis zu den Knöcheln. Für den Alltag ist aber auch ein knielanger oder kürzerer Haori ideal.
Warum sind viele Kimono so lang, obwohl Japaner doch kleiner sind?
Kimono werden traditionell immer länger gefertigt, als es für die Körpergröße nötig wäre. Beim Anziehen schlägt man die überschüssige Länge an der Taille ein und fixiert sie mit Kordeln. So entsteht der saubere, gerade Fall des Stoffes, der typisch für den Kimono ist. Auch wenn die Menschen kleiner sind, sorgt die Überlänge für den korrekten Sitz und ermöglicht, den Kimono individuell anzupassen.
Kann ich einen Kimono auch kürzen?
Ja, das ist möglich. Achte dabei vor allem auf das Muster: Bei einem Komon Kimono mit durchgehendem Design fällt eine Kürzung kaum auf. Bei Kimono mit großen oder platzierten Motiven kann das Muster dagegen unterbrochen wirken. Deshalb sind Komon-Kimono für Änderungen besonders gut geeignet.
Warum gibt es Kimono mit so langen Ärmeln?
Besonders bei jungen, unverheirateten Frauen werden sogenannte Furisode getragen. Diese Kimono haben auffallend lange, weit schwingende Ärmel, die Jugend, Eleganz und Festlichkeit symbolisieren. Sie werden z. B. zu Coming-of-Age-Feiern oder Hochzeiten getragen. Die Ärmel sind also nicht „zu lang“, sondern ein bewusstes Stilelement mit kultureller Bedeutung.
Was trage ich unter einem Kimono?
Im Alltag: was Dir gefällt. Ein Top, Rollkragen, Shirt oder auch ein Kleid. Traditionell werden spezielle Unterkleider (Juban) getragen, das ist aber kein Muss.
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Kann ich einen Yukata im Winter tragen?
Ja, mit Strumpfhose, Boots und einem Haori darüber wird er wintertauglich.
Wie erkenne ich einen hochwertigen Kimono?
Achte auf Details wie die Stoffdichte, feine Nähte und handgemalte oder eingewebte Muster. Ein echter Seiden-Kimono fühlt sich weich und gleichzeitig fest an.
Brauche ich spezielles Zubehör für meinen ersten Kimono?
Nein, Du kannst ganz entspannt starten. Mit einem Haori oder Yukata bist Du bestens ausgestattet. Wenn Du Lust hast, erweitere Dein Outfit nach und nach mit Obi, Obijime oder Kanzashi.
Kann ich meinen Kimono auch mit moderner Kleidung kombinieren?
Ja, absolut. Viele unserer Kunden tragen ihren Kimono oder Haori wie einen Mantel über Jeans, Kleid oder sogar über Business-Outfits. So wirkt der Look modern und alltagstauglich, ohne seine japanische Eleganz zu verlieren.
Was ist der Unterschied zwischen Damen- und Herren-Kimono?
Herren-Kimono sind in der Regel schlichter, mit gedeckten Farben und kürzeren Ärmeln, die am Körper anliegen. Damen-Kimono sind länger, farbenfroher und oft mit auffälligen Mustern versehen. Auch die Art, wie der Obi gebunden wird, unterscheidet sich.
Wie teuer ist ein Kimono normalerweise?
Das kommt stark auf Material, Alter und Verarbeitung an. Ein neuer Seiden-Kimono kann mehrere tausend Euro kosten. Vintage-Kimono sind eine tolle Alternative: Sie sind meist deutlich günstiger, oft in sehr gutem Zustand und haben durch ihre Geschichte einen ganz besonderen Charme.
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– einem Online-Shop für authentische Kimono, Yukata, Haori und andere Schätze aus Japan. Seit vielen Jahren begleitet uns die japanische Kultur: durch unsere Liebe zu Kimono, unsere Reisen, Feste in Deutschland – und sogar durch die Namen unserer beiden Töchter. Als Gastautoren möchten wir unsere Begeisterung für Japan mit euch teilen und zeigen, wie leicht sich ein Stück dieser Kultur in den Alltag integrieren lässt.
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