© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Hallo liebe Japan-Fans! Setzt euch gemütlich hin, schnappt euch einen Tee (vielleicht einen feinen Kaga-Boucha?) und lasst euch von mir auf eine Reise entführen. Ich möchte euch heute ein Stück Japan vorstellen, das die wahre Seele des Landes verkörpert: die Präfektur Ishikawa.
Vielleicht habt ihr schon von Kanazawa gehört, der Hauptstadt, die liebevoll „Klein-Kyoto“ genannt wird. Doch Ishikawa ist so viel mehr als nur eine Stadt. Es ist ein schmaler Streifen Land an der Küste des Japanischen Meeres, der alles vereint, was man sich von Japan erträumt: schneebedeckte Gipfel, raue Küstenabschnitte, Jahrhunderte altes Handwerk und eine kulinarische Szene, die selbst Feinschmecker aus der Hauptstadt vor Neid erblassen lässt.
In diesem Blogbeitrag zeige ich euch, warum Ishikawa ganz oben auf eurer Reiseliste stehen sollte. Ich habe zehn handfeste Gründe für euch zusammengetragen, die so vielfältig sind wie die Präfektur selbst. Von meditativen Gärten bis hin zu futuristischer Kunst – packt gedanklich schon mal eure Koffer, denn nach diesen Zeilen werdet ihr den nächsten Shinkansen Richtung Westen buchen wollen.
Mein Tipp: Nutzt den Have Fun in Ishikawa Pass*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Kenrokuen – Ein Garten, der Perfektion neu definiert
Wenn ihr Ishikawa besucht, kommt ihr an einem Ort absolut nicht vorbei: dem Kenrokuen in Kanazawa. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass dies einer der drei schönsten Gärten Japans ist – und für viele ist er schlichtweg die Nummer eins. Der Name „Kenrokuen“ bedeutet übersetzt „Garten der sechs Tugenden“. Nach der chinesischen Landschaftstheorie ist es fast unmöglich, alle sechs Ideal-Eigenschaften eines Gartens gleichzeitig zu vereinen: Weite und Abgeschiedenheit, Kunstfertigkeit und Altertum, fließendes Wasser und Panoramablicke. Doch wenn ihr durch die verschlungenen Pfade spaziert, werdet ihr feststellen, dass es hier tatsächlich gelungen ist.
Jede Jahreszeit verleiht dem Garten ein völlig neues Gesicht. Im Frühling wandelt ihr unter einem Baldachin aus rosa Kirschblüten, während der Sommer ein sattes, fast leuchtendes Grün über die Moosflächen legt. Besonders spektakulär ist jedoch der Winter. Ihr werdet dort die „Yukitsuri“ sehen – kunstvolle Seilkonstruktionen, die wie goldene Zelte über den Kiefern gespannt sind, um die Äste vor der Last des schweren Nassschnees zu schützen. Es ist ein Anblick, der gleichermaßen funktional und ästhetisch brillant ist.
Nehmt euch Zeit, um am Kasumiga-ike-Teich zu verweilen und das Wahrzeichen des Gartens zu bestaunen: die Kotoji-laterne, eine Steinlaterne mit zwei unterschiedlich langen Beinen, die wie der Steg einer Koto (einer japanischen Harfe) geformt ist. Hier spürt ihr eine Ruhe, die man in den trubeligen Metropolen oft vermisst. Es ist ein Ort der Kontemplation, an dem jeder Stein und jeder Wasserlauf eine Geschichte erzählt. Ihr werdet merken, wie euer Puls sinkt, während ihr die Harmonie zwischen Mensch und Natur einatmet.
↗ Buche eine geführte Tour durch den Kenrokuen*
↗ Buche eine Teezeremonie im Kenrokuen*
↗ Buche eine Übernachtung in Kanazawa*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Kanazawa Castle – Das Vermächtnis des Maeda-Clans
Direkt gegenüber vom Kenrokuen wartet das nächste Highlight auf euch: die Burg Kanazawa. Sie war einst der stolze Sitz des mächtigen Maeda-Clans, der während der Edo-Zeit über die zweitreichste Domäne Japans herrschte. Was ich an dieser Burg so faszinierend finde, ist nicht nur ihre schiere Größe, sondern die Art und Weise, wie sie restauriert wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen japanischen Burgen, die im 20. Jahrhundert schnell mit Beton wiederaufgebaut wurden, hat man hier auf traditionelle Zimmermannskunst gesetzt.
Wenn ihr die gewaltigen Tore wie das Ishikawamon durchschreitet oder die Hishi Yagura (einen rautenförmigen Wachturm) betrachtet, achtet mal auf die Details. Es wurden keine Nägel verwendet! Die gesamte Holzkonstruktion hält durch komplexe Steckverbindungen zusammen. Das ist Handwerkskunst auf einem Niveau, das man heute kaum noch findet. Im Inneren der rekonstruierten Gebäude könnt ihr euch die beeindruckenden Dachbalken aus massiver Zypresse ansehen und mehr über die ausgeklügelten Verteidigungsmechanismen erfahren.
Die Burgmauern selbst sind ein Kunstwerk für sich. Es gibt verschiedene Arten von Steinsetzungen, von grob behauenen Felsen bis hin zu perfekt eingepassten Blöcken, die wie ein Puzzle zusammengefügt sind. Der Kontrast zwischen den weißen Mauern, den grauen Bleiziegeln des Daches und dem weiten grünen Parkgelände ist besonders bei Sonnenuntergang atemberaubend. Ihr könnt hier stundenlang spazieren gehen, die Geschichte einatmen und euch vorstellen, wie die Samurai einst über diesen Boden schritten. Es ist ein Ort, der die Macht und den kulturellen Anspruch des alten Japans lebendig hält.
↗ Buche eine Übernachtung in Kanazawa*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Die Chaya-Viertel – Eine Zeitreise in die Welt der Geishas
Stellt euch vor, ihr biegt um eine Ecke und plötzlich ist der Asphalt verschwunden, die modernen Schilder sind weg und ihr steht in einer schmalen Gasse mit dunklen Holzfassaden und vergitterten Fenstern. Willkommen in den Chaya-Vierteln von Kanazawa. Es gibt drei davon, aber das Higashi Chaya-Viertel ist das bekannteste und größte. Ein „Chaya“ ist ein Teehaus, in dem früher (und teilweise auch heute noch) Gäste von Geishas mit Musik, Tanz und Poesie unterhalten wurden.
Was ich euch hier ans Herz legen möchte, ist das bewusste Langsamsein. Geht am späten Nachmittag hin, wenn das Licht weicher wird. Die hölzernen Gitterwände, genannt „Kimuko“, lassen das Licht auf eine Weise durch, die eine fast mystische Atmosphäre schafft. Ihr könnt hier Teehäuser besuchen, die heute als Museen fungieren, wie das Shima oder das Kaikaro. Dort seht ihr die prachtvollen Kostüme, die Musikinstrumente und die Räumlichkeiten, in denen die noble Gesellschaft der Edo-Zeit verkehrte.
Aber das Viertel ist nicht nur ein Museum. Ihr findet dort wunderbare kleine Läden, die Kunsthandwerk verkaufen, oder Cafés, die Matcha und Wagashi (traditionelle Süßigkeiten) servieren. Wenn ihr Glück habt, hört ihr aus einem der oberen Stockwerke das Zupfen einer Shamisen oder das Lachen einer Unterhaltung. Es ist einer der wenigen Orte in Japan, an denen die Tradition der Geishas noch authentisch und nicht nur als Touristenattraktion gelebt wird. Ihr werdet euch fühlen, als hättet ihr eine Zeitmaschine benutzt. Es ist die perfekte Kulisse, um den Geist des alten Japans zu spüren, ohne dass es sich künstlich anfühlt.
↗ Buche eine geführte Tour und entdecke mehr von Kanazawa*
↗ Buche eine Übernachtung in Kanazawa*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Das 21st Century Museum of Contemporary Art – Futurismus trifft Tradition
Ishikawa kann aber nicht nur „alt“. Das „21st Century Museum of Contemporary Art“ in Kanazawa ist der beste Beweis dafür, dass die Präfektur fest in der Moderne verankert ist. Schon das Gebäude selbst ist ein Statement: ein kreisrunder Glasbau ohne Haupteingang. Man kann von jeder Seite hineingehen, was die Barriere zwischen Kunst und Öffentlichkeit aufheben soll. Die Architektur stammt von SANAA, dem weltberühmten Duo, das auch den Pritzker-Preis gewonnen hat.
Eines der absoluten Highlights, das ihr sicher schon einmal auf Instagram gesehen habt, ist „The Swimming Pool“ von Leandro Erlich. Von oben betrachtet sieht es aus wie ein ganz normaler Pool mit tiefblauem Wasser. Doch wenn ihr genauer hinschaut, seht ihr Menschen am Boden des Pools spazieren – trocken und voll bekleidet! Es ist eine optische Täuschung, die durch eine dünne Schicht Wasser auf einer Glasplatte entsteht. Ihr könnt natürlich auch nach unten in den „Unterwasserbereich“ gehen und nach oben zu den Leuten am Rand winken. Es macht einfach Spaß und zeigt, dass Kunst nicht immer ernst und steif sein muss.
Das Museum ist so konzipiert, dass es ein Teil des täglichen Lebens ist. Viele Bereiche sind kostenlos zugänglich, und ihr werdet oft Einheimische sehen, die dort einfach nur auf den Designerstühlen sitzen und lesen oder durch den Park spazieren, in dem ebenfalls Kunstwerke stehen. Es ist ein faszinierender Kontrast zu den historischen Tempeln und Gärten der Stadt. Hier erfahrt ihr, wie Japan Tradition und Innovation miteinander verwebt, ohne dass eines das andere ausschließt. Ihr werdet inspiriert und mit neuen Perspektiven aus diesem Gebäude herausgehen.
↗ Buche eine Übernachtung in Kanazawa*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Kulinarische Offenbarung – Der Omicho-Markt und Kaga-ryori
Ich hoffe, ihr habt Hunger mitgebracht, denn Ishikawa ist ein wahres Paradies für Foodies. Das Herzstück der lokalen Essenskultur ist der Omicho-Markt, der oft als „Kanazawas Küche“ bezeichnet wird. Seit über 300 Jahren versorgen hier Händler die Stadt mit dem frischesten Fisch, den ihr euch vorstellen könnt. Da Ishikawa am Japanischen Meer liegt, ist die Auswahl an Meeresfrüchten legendär. Ihr müsst unbedingt die „Kano-gani“ (Schneekrabben) probieren, wenn ihr im Winter dort seid, oder die „Nodoguro“ (Rosenseebarsch), ein Fisch, der so fettreich und zart ist, dass er förmlich auf der Zunge schmilzt.
Ein Besuch auf dem Markt ist ein Erlebnis für alle Sinne. Das Rufen der Händler, der Anblick von perfekt aufgereihtem Gemüse (dem sogenannten Kaga Yasai, das nur hier wächst) und der Duft von frisch gegrillten Spießen. Ihr könnt euch dort direkt an den Ständen durchprobieren: Austern so groß wie eine Handfläche, frisches Seeigel-Sashimi oder Kroketten mit regionalen Füllungen.
Aber es geht nicht nur um Streetfood. Ishikawa ist berühmt für die „Kaga-ryori“ – eine raffinierte Küche, die während der Herrschaft des Maeda-Clans perfektioniert wurde. Hierbei spielt nicht nur der Geschmack eine Rolle, sondern auch die Ästhetik. Das Essen wird auf wunderschönem Kutani-Porzellan oder in Wajima-Lackwaren serviert. Ein typisches Gericht ist „Jibuni“, ein Eintopf aus Entenfleisch, Pilzen und Weizengluten in einer dickflüssigen, würzigen Soße. Es ist Soulfood auf höchstem Niveau. Ihr werdet schnell merken: In Ishikawa zu essen bedeutet, die Leidenschaft der Region für Qualität und Saisonalität bei jedem Bissen zu schmecken.
↗ Buche eine geführte Tour über den Omicho-Markt*
↗ Buche eine Übernachtung in Kanazawa*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Goldblatt-Handwerk – Eine Stadt glänzt
Wusstet ihr, dass 99 % des gesamten Blattgoldes in Japan aus Kanazawa stammen? Der Name „Kanazawa“ bedeutet wörtlich sogar „Sumpf des Goldes“. Das Handwerk der Goldblatt-Herstellung (Kinpaku) ist hier so tief verwurzelt wie nirgendwo sonst. Es ist faszinierend zu sehen, wie Handwerker ein winziges Stück Gold so lange hämmern, bis es nur noch 0,0001 Millimeter dünn ist. Es ist so leicht, dass es fast wegschwebt, wenn man nicht aufpasst.
In Ishikawa werdet ihr Gold überall finden – und ich meine wirklich überall. Ihr könnt Tempel besuchen, die mit Blattgold verziert sind, aber ihr könnt es auch essen! Ja, ihr habt richtig gelesen. Einer der beliebtesten Snacks in Kanazawa ist Softeis, das komplett mit einer hauchdünnen Schicht echtem Blattgold überzogen ist. Es schmeckt zwar nach nichts Besonderem (Gold ist geschmacksneutral), aber das Gefühl, buchstäblich Gold zu essen, ist einfach unschlagbar für euer Urlaubsfoto-Album.
Ich empfehle euch, an einem Workshop teilzunehmen. Es gibt viele kleine Manufakturen, in denen ihr unter Anleitung eure eigenen Souvenirs veredeln könnt – egal ob es ein Holzkästchen, ein Spiegel oder ein Teller ist. Es erfordert eine ruhige Hand und Konzentration, aber es gibt euch eine völlig neue Wertschätzung für die Arbeit, die in den prunkvollen Altären und Kunstwerken steckt, die ihr überall im Land seht. Das Gold von Ishikawa ist kein protziger Luxus, sondern ein Symbol für handwerkliche Perfektion und Geduld. Ihr werdet den Glanz dieser Stadt noch lange in Erinnerung behalten.
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Die Noto-Halbinsel – Wilde Natur und Widerstandsfähigkeit
Wenn ihr genug vom Stadtleben habt, müsst ihr unbedingt nach Norden auf die Noto-Halbinsel fahren. Dies ist der Teil von Ishikawa, der sich am rauesten und ursprünglichsten anfühlt. Die Küstenlinie ist spektakulär, mit bizarren Felsformationen und dem tiefblauen Japanischen Meer. Ein Highlight sind die „Shiroyone Senmaida“ – tausend kleine Reisterrassen, die sich wie Treppenstufen den Hang zum Meer hinunterwinden. Besonders bei Sonnenuntergang, wenn sich das Licht im Wasser der Reisfelder spiegelt, ist der Anblick fast magisch.
Noto ist auch bekannt für seine tiefe Verbindung zum Meer und zur Landwirtschaft. Die Region wurde Anfang 2024 von einem schweren Erdbeben getroffen, und ich finde es wichtig zu erwähnen, wie bewundernswert die Menschen dort mit dem Wiederaufbau umgehen. Ein Besuch dort unterstützt die lokale Gemeinschaft und zeigt euch ein Japan, das abseits der ausgetretenen Pfade liegt. Ihr werdet dort die „Wajima Nuri“ finden, die berühmten Lackwaren, die für ihre extreme Haltbarkeit bekannt sind. Ein echtes Stück Wajima-Lackkunst hält Generationen aus – es ist das Gegenteil unserer heutigen Wegwerfgesellschaft.
Die Menschen auf Noto sind unglaublich herzlich und stolz auf ihre Traditionen. Ob es die Kiriko-Festivals mit ihren riesigen Laternenwagen sind oder die Salzgewinnung nach uralten Methoden an der Küste von Suzu – hier spürt ihr den Puls des ländlichen Japans. Es ist ein Ort zum Durchatmen, zum Wandern und zum Staunen über die Kraft der Natur. Wenn ihr die Noto-Halbinsel besucht, lernt ihr das wahre Durchhaltevermögen und die Schönheit Ishikawas kennen, die über die glänzenden Fassaden von Kanazawa hinausgeht.
↗ Buche eine geführte Tour zur Noto-Halbinsel von Kanazawa aus*
↗ Buche eine Übernachtung auf der Noto-Halbinsel*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Kaga Onsen – Entspannung pur in heilenden Quellen
Nach all den Besichtigungen haben eure Füße sicher eine Pause verdient. Und wo könnte man das besser tun als in Kaga Onsen? Das ist ein Zusammenschluss von vier verschiedenen Onsen-Dörfern: Yamashiro, Yamanaka, Awazu und Katayamazu. Jedes hat seinen eigenen Charakter, aber alle teilen sie eine jahrhundertelange Tradition als Orte der Heilung und Entspannung.
Ich persönlich liebe Yamashiro Onsen wegen seines historischen Zentrums. Dort gibt es das „Kosoyu“, ein originalgetreu rekonstruiertes Badehaus aus der Meiji-Zeit. Es hat keine Duschen – man schöpft das heiße Quellwasser direkt aus dem Becken. Die Wände sind mit wunderschönen Kutani-Fliesen verziert, und das bunte Glas in den Fenstern sorgt für ein fantastisches Lichtspiel. Es ist ein Erlebnis, das euch direkt in die Vergangenheit katapultiert. In Yamanaka Onsen hingegen könnt ihr wunderbar durch die Kakusenkei-Schlucht wandern und danach eure müden Glieder im Thermalwasser einweichen.
Ein Aufenthalt in einem Ryokan (einem traditionellen Gasthaus) in dieser Region ist das ultimative Japan-Erlebnis. Ihr schlaft auf Futons auf Tatami-Matten, bekommt ein mehrgängiges Kaiseki-Dinner serviert und könnt zu jeder Tages- und Nachtzeit in die heißen Quellen hüpfen. Das Wasser in Kaga soll besonders gut für die Haut und bei Gelenkschmerzen helfen. Ihr werdet euch nach einem Wochenende dort wie neu geboren fühlen. Es ist der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen und die japanische Badekultur in ihrer reinsten Form zu zelebrieren. Ihr werdet verstehen, warum Onsen für Japaner nicht nur Wellness, sondern ein Stück Lebensqualität sind.
↗ Buche eine Übernachtung in Kaga Onsen*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Spirituelle Stätten – Natadera und der Ninja-Tempel
Ishikawa hat auch in Sachen Spiritualität und Architektur-Kuriositäten einiges zu bieten. Da wäre zum einen der Natadera-Tempel in der Nähe von Komatsu. Er wurde vor über 1300 Jahren gegründet und ist eng mit der Natur verehrt. Das Besondere hier sind die natürlichen Höhlen in den weißen Felswänden, die als Orte der Meditation und rituellen Reinigung genutzt wurden. Der Tempel lehrt die Einheit von Mensch und Natur – ein Thema, das ihr überall in Ishikawa wiederfinden werdet. Wenn ihr durch die moosbewachsenen Wälder des Tempelgeländes geht, spürt ihr eine ganz besondere, friedliche Energie.
Und dann gibt es da noch etwas völlig anderes: den Myoryuji, besser bekannt als „Ninjadera“ (Ninja-Tempel) in Kanazawa. Obwohl er eigentlich nichts mit Ninjas zu tun hat, hat er seinen Spitznamen wegen seiner unglaublichen Architektur. Um sich vor feindlichen Angriffen zu schützen, bauten die Maeda-Lords den Tempel voller Geheimtüren, versteckter Falltüren, labyrinthartiger Gänge und Treppen, die ins Nichts führen. Von außen sieht er aus wie ein zweistöckiges Gebäude, im Inneren sind es aber tatsächlich sieben Ebenen.
Ihr müsst für den Ninja-Tempel unbedingt im Voraus reservieren, da man ihn nur mit einer Führung besichtigen kann. Auch wenn die Erklärungen oft auf Japanisch sind (es gibt englische Handouts), ist es ein Riesenspaß zu sehen, wie die Klappe für eine versteckte Treppe aufgeht oder wie sich ein Bodenbrett als Waffe entpuppt. Es ist ein faszinierendes Beispiel für die Paranoia und den Einfallsreichtum der Samurai-Ära. Diese beiden Orte zeigen euch die spirituelle Tiefe und die strategische Klugheit, die in der Geschichte Ishikawas fest verankert sind.
↗ Buche eine Übernachtung in Komatsu*
↗ Buche eine geführte Tour nach Komatsu*
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Die Magie der Jahreszeiten – Ein Fest für die Augen
Ich habe es schon ein paar Mal angedeutet, aber die Saisonalität in Ishikawa verdient einen eigenen Punkt. In vielen Teilen der Welt verschwimmen die Jahreszeiten, aber hier werden sie regelrecht zelebriert. Ishikawa ist eine der Regionen in Japan, die sehr deutliche Jahreszeiten hat, was sich in der Landschaft, dem Essen und den Festen widerspiegelt.
Im Frühling explodiert die Präfektur in einem Meer aus Kirschblüten. Der Park um die Burg Kanazawa und die Ufer des Asano-Flusses sind dann Orte, an denen ihr das „Hanami“ (Blütenschauen) in seiner schönsten Form erleben könnt. Der Sommer bringt lebhafte Festivals, wie das Hyakumangoku Matsuri, bei dem die Geschichte der Stadt mit prächtigen Kostümumzügen gefeiert wird. Die Luft ist dann warm, und die Abende in den Chaya-Vierteln sind lang und gesellig.
Der Herbst färbt die Ahornbäume in Kenrokuen in leuchtendes Rot und Orange – ein Anblick, der fast unwirklich schön ist. Und der Winter? Nun, Ishikawa bekommt viel Schnee, was die ganze Region in eine stille, weiße Märchenwelt verwandelt. Die bereits erwähnten Yukitsuri-Seile an den Bäumen werden nachts oft beleuchtet, was eine magische Stimmung erzeugt. Egal, wann ihr kommt, die Präfektur präsentiert euch immer ein anderes, perfekt inszeniertes Kleid. Ihr könntet viermal im Jahr wiederkommen und hättet jedes Mal das Gefühl, einen völlig neuen Ort zu entdecken. Diese tiefe Verbundenheit zum Rhythmus der Natur ist etwas, das ihr tief in euch aufsaugen werdet.
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Fazit: Euer nächstes Abenteuer wartet
So, ihr Lieben, wir sind am Ende unserer virtuellen Reise durch Ishikawa angekommen. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, warum diese Präfektur so ein besonderer Fleck Erde ist. Es ist diese einzigartige Mischung aus der Pracht der Samurai-Vergangenheit, der Lebendigkeit moderner Kunst und der rauen, ehrlichen Natur der Noto-Halbinsel, die Ishikawa so unverwechselbar macht. Hier findet ihr noch das „echte“ Japan, das sich seine Identität bewahrt hat, ohne dabei stehen geblieben zu sein.
Ob ihr nun durch die perfekt geharkten Kieswege eines Gartens wandelt, euch an frischem Sushi satt esst, in die dampfenden Fluten eines Onsens eintaucht oder über die cleveren Fallen in einem alten Tempel staunt – Ishikawa wird euch mit offenen Armen empfangen. Es ist ein Ort für Entdecker, für Genießer und für alle, die Schönheit in den Details suchen. Wenn ihr auf eurer nächsten Japanreise nicht nur die typischen Postkartenmotive von Tokio sehen wollt, sondern tiefer graben möchtet, dann gebt Ishikawa eine Chance. Ihr werdet es nicht bereuen, das verspreche ich euch. Also, worauf wartet ihr noch? Die Präfektur Ishikawa und ihre wunderbaren Menschen freuen sich schon darauf, euch ihre Schätze zu zeigen.
© Ishikawa Sightseeing Photo Library
Transparenz und Vertrauen: In diesen Beitrag befinden sich Empfehlungs-Links, welche mit *gekennzeichnet sind. Diese bedeutet für dich keine Mehrkosten, aber: Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Diese hilf mir, diese Seite zu betreiben und unterstützt den Blog und meine Arbeit. Vielen lieben Dank!
