Der große eSIM-Vergleich: Welcher Anbieter ist wirklich der beste?
Endlich ist es soweit: Die Flüge sind gebucht, der Japan Rail Pass* ist bestellt und die Vorfreude auf Sushi, neonleuchtende Straßen in Tokyo und alte Tempel in Kyoto steigt ins Unermessliche. Aber habt ihr schon daran gedacht, wie ihr vor Ort online bleibt? Japan ist zwar ein High-Tech-Land, aber offenes, kostenloses WLAN ist bei weitem nicht so flächendeckend und zuverlässig verfügbar, wie man oft denkt – besonders wenn man gerade verzweifelt in einer kleinen Gasse in Osaka den richtigen Weg sucht oder schnell Google Translate für die Speisekarte braucht.
Früher war das Mieten eines „Pocket WiFi*“ (eines tragbaren Routers) am Flughafen der Standard. Das bedeutete jedoch: Anstehen nach einem langen Flug, ein extra Gerät mit sich herumschleppen und ständig dessen Akku laden müssen. Die moderne und deutlich stressfreiere Lösung heißt eSIM. Da der Markt mittlerweile vor Anbietern überquillt, habe ich mir für euch die vier großen Player Airalo, Holafly, Saily und Ninja WiFi genauer angesehen. In diesem Beitrag erfahrt ihr, welcher Tarif am besten zu eurem Reiseverhalten passt, damit ihr eure Japan-Abenteuer sofort auf Instagram teilen könnt, ohne in eine Kostenfalle zu tappen.
Was ist eigentlich eine eSIM und warum ist sie perfekt für Japan?
Bevor wir in den Vergleich einsteigen, lasst uns kurz klären, was eine eSIM überhaupt ist. Das „e“ steht für „embedded“ (eingebettet). Anders als bei der klassischen SIM-Karte, die ihr physisch in euer Handy fummeln müsst (und dabei Gefahr lauft, eure winzige deutsche SIM-Karte im Hotelteppich zu verlieren), ist der Chip für die eSIM bereits fest in eurem Smartphone verbaut. Fast alle neueren iPhones (ab XR/XS), Samsungs und Google Pixel Geräte unterstützen diese Technik mittlerweile.
Der Prozess ist denkbar einfach: Ihr kauft einen Datentarif online, bekommt einen QR-Code oder nutzt die App des Anbieters, und das Handy lädt das Profil herunter. Fertig. Sobald ihr in Japan landet, schaltet sich die japanische Verbindung ein.
Für Japan ist diese Technologie ein absoluter Gamechanger. Warum?
- Navigation: Die japanischen Adresssysteme sind komplex. Ohne Google Maps seid ihr oft aufgeschmissen.
- Übersetzung: Apps wie Google Lens oder DeepL sind essenziell, um Schilder zu lesen oder mit Einheimischen zu kommunizieren.
- Zugverbindungen: HyperDia oder Google Maps sind notwendig, um die extrem pünktlichen, aber komplexen Zugnetze zu verstehen.
- Kein Hardware-Tausch: Ihr bleibt unter eurer normalen Nummer (z. B. auf WhatsApp) erreichbar, nutzt aber für die mobilen Daten die günstige japanische eSIM. Ihr müsst nichts am Flughafen abholen oder zurückgeben.
Kommen wir nun zu den Anbietern.

Airalo – Der Platzhirsch mit dem „Moshi Moshi“
Airalo* ist wahrscheinlich der bekannteste Anbieter auf dem eSIM-Markt und hat sich auch für Japan einen Namen gemacht. Ihr Tarif für Japan trägt den passenden Namen „Moshi Moshi“ (die japanische Begrüßung am Telefon). Airalo agiert als Marktplatz und kauft Kapazitäten bei lokalen Netzanbietern ein.
Das Angebot:
Airalo setzt auf Datenpakete mit festem Volumen. Ihr kauft also keine Zeit (außer der Gültigkeitsdauer), sondern Gigabyte. Die Pakete reichen von kleinen 1 GB (gültig für 7 Tage) bis zu 20 GB (gültig für 30 Tage). Preislich startet es sehr günstig bei etwa 4,50 USD für 1 GB, während 10 GB ca. 18 USD und 20 GB um die 26 USD kosten.
Netz und Performance:
In Japan nutzt Airalo meist die Netze von SoftBank und KDDI. Das ist ein riesiger Pluspunkt, da beide Netze eine exzellente Abdeckung bieten – sowohl in den Häuserschluchten von Tokyo als auch in ländlicheren Regionen.
Mein Eindruck:
Die App von Airalo (Android | iPhone) ist extrem benutzerfreundlich. Ihr seht jederzeit, wie viel Datenvolumen ihr noch übrig habt, und könnt bei Bedarf sofort nachbuchen. Ein Nachteil ist, dass es sich um reine Datentarife handelt – ihr bekommt keine japanische Telefonnummer für Anrufe (was aber für Touristen selten nötig ist, da alles über Daten läuft). Wenn ihr „Normalnutzer“ seid, die hin und wieder Karten checken und Social Media nutzen, aber keine 4K-Videos streamen, ist Airalo* oft die Preis-Leistungs-Empfehlung.
↗ Hier findet Ihr meinen ausführlichen Testbericht über die Airalo eSIM

Holafly – Sorglos mit unbegrenzten Daten
Holafly* verfolgt eine ganz andere Strategie als Airalo. Hier müsst ihr keine Gigabytes zählen, denn das Zauberwort heißt „Unlimited Data“. Das richtet sich ganz klar an die „Heavy User“ unter euch, die sich keine Gedanken über den Verbrauch machen wollen.
Das Angebot:
Ihr wählt bei Holafly* einfach die Anzahl der Tage aus, die ihr in Japan seid (z. B. 5, 10, 15 oder 30 Tage). Für diesen Zeitraum habt ihr eine Flatrate. Das hat natürlich seinen Preis: 5 Tage kosten oft um die 19 Euro, während ein ganzer Monat schnell bei 60–70 Euro liegt. Dafür könnt ihr so viel surfen, wie ihr wollt.
Netz und Performance:
Holafly greift in Japan oft auf das Netz von Docomo oder KDDI zu, was ebenfalls eine hervorragende Abdeckung garantiert.
Der Haken:
Auch die App von Holafly (Android | iPhone) ist übersichtlich und leicht zu bedienen. Es gibt ein großes „Aber“, das ihr kennen müsst: Tethering (Hotspot) ist oft eingeschränkt. Während ihr auf dem Handy unbegrenzt surfen könnt, erlaubt Holafly* das Teilen des Internets mit anderen Geräten (z. B. dem Laptop oder dem Handy des Partners) meist nur bis zu einem Limit von 500 MB pro Tag. Wenn ihr also plant, eine eSIM für zwei Personen zu nutzen, ist Holafly nicht die beste Wahl. Zudem ist es, wie bei den meisten, ein reiner Datentarif ohne Nummer. Dennoch: Für Solo-Reisende, die ständig Instagram-Stories hochladen oder YouTube schauen, ist es die stressfreiste Option.

Saily – Der neue Herausforderer von NordVPN
Saily* ist ein relativ neuer Player auf dem Markt und wurde von den Machern von NordVPN (Nord Security) entwickelt. Das schafft direkt Vertrauen in puncto Sicherheit und Datenschutz.
Das Angebot:
Saily* positioniert sich als direkte Konkurrenz zu Airalo und bietet ebenfalls feste Datenpakete an. Die Preise sind oft sehr aggressiv und teilweise sogar etwas günstiger als bei der Konkurrenz. Ihr findet hier flexible Optionen für 7 bis 30 Tage mit Volumina zwischen 1 GB und 20 GB. Die Installation erfolgt über eine sehr aufgeräumte App, die den Fokus auf Einfachheit legt.
Netz und Performance:
Auch Saily nutzt in Japan etablierte Netze (oft SoftBank). Die Verbindung ist stabil und schnell genug für alle touristischen Anwendungen.
Mein Eindruck:
Was Saily* sympathisch macht, ist die „No-Nonsense“-Attitüde. Die App (Android | iPhone) ist nicht überladen, der Kauf geht schnell. Ein interessanter Aspekt für euch könnte sein, dass Saily aufgrund des Hintergrunds von Nord Security einen starken Fokus darauf legt, dass die Verbindung sicher ist. Wenn ihr also preisbewusst seid und eine Alternative zu Airalo sucht, lohnt sich ein Blick in die Saily-App definitiv. Manchmal gibt es hier Einführungspreise, die unschlagbar sind. Nachteile sind ähnlich wie bei Airalo: Wenn das Datenvolumen leer ist, ist es leer – kein „Unlimited“ Surfen.

Ninja WiFi – Der lokale Spezialist
Ninja WiFi ist in Japan eigentlich für die Vermietung von Pocket-WiFi-Routern bekannt. Wahrscheinlich werdet ihr am Flughafen ihre Schalter mit den Ninja-Logos sehen. Seit einiger Zeit bieten sie aber auch eSIMs an.
Das Angebot:
Hier merkt man, dass der Anbieter direkt aus Japan kommt. Die Preisgestaltung ist oft in Yen (JPY), was je nach Wechselkurs vorteilhaft sein kann. Ninja WiFi* bietet oft Pakete an, die sich an der Tagesnutzung orientieren (z. B. 1 GB pro Tag oder feste Pakete wie 10 GB für 30 Tage). Preislich bewegen sie sich im Mittelfeld, sind aber oft etwas teurer als die reinen App-Anbieter wie Airalo oder Saily, bieten dafür aber oft sehr spezifische Pakete an.
Netz und Performance:
Da Ninja WiFi ein lokaler Anbieter ist, haben sie oft sehr direkte Verträge mit SoftBank oder Docomo. Die Zuverlässigkeit ist extrem hoch.
Mein Eindruck:
Der Buchungsprozess wirkt manchmal etwas „bürokratischer“ und die Website ist nicht ganz so „App-Store-poliert“ wie bei Airalo oder Saily. Ein großer Vorteil ist jedoch der Support: Da sie physische Schalter an japanischen Flughäfen haben, habt ihr im absoluten Notfall (wenn auch eher für Router-Kunden) einen Ansprechpartner vor Ort. Die eSIMs von Ninja WiFi* sind besonders dann interessant, wenn ihr Pakete sucht, die sich täglich erneuern (z.B. jeden Tag 1 GB frisch), statt eines großen Gesamttopfes.

Vergleich der Anbieter
Damit ihr den Überblick behaltet, hier der direkte Vergleich der wichtigsten Punkte:
| Feature | Airalo | Holafly | Saily | Ninja WiFi |
| Konzept | Datenpakete (1GB – 20GB) | Unbegrenzte Daten (Flatrate) | Datenpakete (1GB – 20GB) | Tages- oder Gesamtpakete |
| Preisniveau | Günstig bis Mittel | Gehoben (Premium) | Günstig | Mittel (oft in Yen) |
| Netz | SoftBank / KDDI | Docomo / KDDI | SoftBank (meistens) | SoftBank / Docomo |
| Hotspot | Ja, erlaubt (vom Paket ab) | Eingeschränkt (oft max 500MB/Tag) | Ja, erlaubt | Ja, erlaubt |
| Telefonnummer | Nein | Nein | Nein | Nein (meistens) |
| Besonderheit | Tolle App, Loyalitätsprogramm | Sorglos-Flatrate | Sicherheits-Fokus (NordVPN) | Lokaler Anbieter aus Japan |

Fazit: Welche eSIM solltet ihr für Japan wählen?
Die „beste“ eSIM hängt am Ende stark davon ab, was für ein Reisetyp ihr seid. Ich habe alle Konzepte durchgespielt und komme zu folgendem Ergebnis:
Wenn ihr preisbewusst reist und wisst, dass ihr das Internet hauptsächlich für Google Maps, WhatsApp und kurze Recherchen braucht, dann greift zu Airalo* oder Saily*. Beide bieten sehr ähnliche Leistungen. Saily ist oft einen Tick günstiger, Airalo hat die bewährtere App. Ein 10 GB Paket reicht den meisten Reisenden für 2 Wochen locker aus, da ihr im Hotel sowieso WLAN habt.
Seid ihr jedoch „Power-User“, wollt unterwegs Videos streamen, ständig hochauflösende Fotos in die Cloud laden und euch absolut keine Gedanken über verbleibende Megabytes machen? Dann ist Holafly* trotz des höheren Preises euer Gewinner. Der Komfort, einfach „immer Netz“ zu haben, ohne auf den Zähler zu schauen, ist Gold wert. Aber Achtung: Wenn ihr plant, euren Laptop über das Handy mit Internet zu versorgen, fällt Holafly wegen der Hotspot-Drosselung raus!
Ninja WiFi* ist die solide Wahl für diejenigen, die einen lokalen japanischen Anbieter unterstützen wollen oder spezielle Tarife (wie tägliches Datenvolumen) bevorzugen.
Egal für wen ihr euch entscheidet: Richtet die eSIM am besten schon vor dem Abflug in Deutschland ein. So müsst ihr nach der Landung in Tokyo oder Osaka nur noch den Flugmodus ausschalten und seid sofort online.

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