Takkyubin – So nutzt ihr den Gepäcktransport in Japan

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Ein Schild für Yamato Transport Co., Ltd. zeigt eine schwarze Katze, die ein Kätzchen im Maul trägt, auf einem gelben ovalen Hintergrund, darunter Takkyubin und den Firmennamen in Japanisch und Englisch.

Stellt euch vor, Ihr seid in Japan und steht vor der Herausforderung, Eure zwei riesigen Koffer durch das Labyrinth der Tokyo Station oder der Shinjuku Station zu manövrieren. Und wer schon einmal versucht hat, zur Rushhour mit schwerem Gepäck in einen japanischen Pendlerzug zu steigen, weiß: Das ist kein Urlaub, das ist ein Workout mit hohem Stresslevel. Aber Japan wäre nicht Japan, wenn es dafür nicht eine Lösung gäbe, die so effizient ist, dass sie fast an Zauberei grenzt. Hier kommt Takkyubin ins Spiel.

Dieser Gepäcklieferservice ist das heimliche Rückgrat des japanischen Tourismus und der Grund, warum ihr in den Hochgeschwindigkeitszügen, den Shinkansen, so gut wie nie Einheimische mit riesigen Schrankkoffern seht. Takkyubin erlaubt es euch, euer Hab und Gut einfach von A nach B schicken zu lassen – sei es vom Flughafen direkt ins Hotel, zwischen zwei Unterkünften oder sogar zum nächsten Golfplatz. In diesem Beitrag erkläre ich euch ganz genau, wie ihr diesen Service nutzt, warum er euer Reiseerlebnis komplett verändern wird und worauf ihr achten müsst, damit euer Koffer auch wirklich dort ankommt, wo ihr heute Abend schlafen wollt. Macht euch bereit für die ultimative Freiheit auf zwei Beinen, ganz ohne Schlepperei!

Was genau ist Takkyubin eigentlich?

Der Begriff „Takkyubin“ ist eigentlich ein geschützter Markenname von Yamato Transport, dem Marktführer mit dem ikonischen Logo einer schwarzen Katzenmutter, die ihr Junges vorsichtig im Maul trägt. Inzwischen wird das Wort aber synonym für alle „Door-to-Door“-Lieferdienste in Japan verwendet.

Das System ist so dicht vernetzt, dass es kaum einen Ort in Japan gibt, der nicht erreicht wird. Das Beste daran? Es ist unglaublich zuverlässig. Wenn euch gesagt wird, dass der Koffer morgen um 10:00 Uhr im Hotel in Kyoto ist, dann steht er um 10:00 Uhr dort. Punkt.

Ein verwitterter Lieferwagen, der an einem Fahrrad mit dem schwarzen Katzenlogo des Takkyubin-Dienstes von Yamato Transport befestigt ist, steht auf einem gefliesten Gehweg neben einem Gebäude und mehreren anderen Fahrrädern.

Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Von wo kann ich meinen Koffer verschicken?

Ihr habt in Japan fast an jeder Straßenecke die Möglichkeit, euer Gepäck loszuwerden. Die bequemste Option ist zweifellos die Rezeption eures Hotels. In fast allen Mittel- und Oberklassehotels (und sogar in vielen Business-Hotels) gehört der Takkyubin-Service zum Standard. Ihr bringt euren Koffer einfach morgens zum Bell Desk oder zur Rezeption, füllt das Formular aus und der Rest wird für euch erledigt.

Falls ihr in einem kleineren Gästehaus oder einem Airbnb seid, sind die Convenience Stores (Konbini) eure Rettung. Haltet nach dem Logo mit der schwarzen Katze (Yamato) an der Tür Ausschau – fast alle Filialen von 7-Eleven, FamilyMart oder Lawson nehmen Pakete an. Zudem findet ihr an allen großen Flughäfen und in vielen zentralen Bahnhöfen (wie der Tokyo Station oder Kyoto Station) spezielle Service-Schalter. Dort könnt ihr euer Gepäck oft sogar kurzzeitig lagern, falls ihr erst später am Tag versenden wollt. Selbst in manchen Tourist-Informationen könnt ihr diesen Service nutzen, was besonders in Wandergebieten extrem praktisch ist.

Wohin kann ich meine Koffer liefern lassen?
Das System ist so flexibel, dass ihr eure Koffer an nahezu jeden Ort in Japan schicken könnt. Der Klassiker ist die Lieferung von Hotel zu Hotel. Ihr checkt morgens in Tokio aus, schickt den Koffer ab und findet ihn abends (oder am nächsten Tag) in eurem Zimmer in Osaka wieder. Auch die Lieferung zu Flughäfen für euren Rückflug ist problemlos möglich. Aber es geht noch weiter: Ihr könnt eure Ausrüstung sogar direkt zu Golfplätzen oder Skigebieten senden lassen.

Ein wichtiger Hinweis für Airbnb-Nutzer: Da die Koffer persönlich entgegengenommen werden müssen, klappt eine direkte Lieferung zur Ferienwohnung oft nur, wenn euer Gastgeber vor Ort ist. Ist das nicht der Fall, könnt ihr euren Koffer stattdessen an ein Yamato-Center (Sales Office) in der Nähe eurer Unterkunft schicken lassen und ihn dort selbst abholen. Auch die Lieferung an bestimmte Konbinis zur Abholung ist möglich, erfordert aber oft eine Registrierung im Online-System des Anbieters.

Welche Anbieter für Takkyubin gibt es?
Der unangefochtene Marktführer, den ihr überall sehen werdet, ist Yamato Transport, besser bekannt als „Kuroneko“ (Schwarze Katze). Ihr erkennt sie sofort an dem gelben Logo mit der Katzenmutter. Yamato hat das dichteste Netz und ist in fast jedem Konbini vertreten. Ein weiterer großer Player ist Sagawa Express. Diese Firma sieht man oft mit ihren blau-weiß gestreiften LKWs; sie ist ebenfalls sehr zuverlässig und wird oft von Hotels genutzt.

Neben diesen beiden Giganten gibt es noch Japan Post, die ihren Service unter dem Namen „Yu-Pack“ anbietet. Diesen könnt ihr in jedem Postamt nutzen. Für internationale Reisende ist zudem JAL ABC ein Begriff, die sich besonders auf den Transfer zwischen Flughäfen und Hotels spezialisiert haben und oft Kooperationen mit Fluggesellschaften anbieten. Obwohl es verschiedene Firmen gibt, ist das Prinzip (und oft auch das Formular) fast identisch, sodass ihr euch nicht groß umstellen müsst, egal für welchen Anbieter ihr euch entscheidet.

Was kostet der Versand in etwa?
Die Preise sind für den gebotenen Komfort erstaunlich fair und richten sich nach der Größe eures Gepäckstücks und der Entfernung. Die Größe wird berechnet, indem ihr die Länge, Breite und Höhe eures Koffers addiert. Ein typischer großer Koffer fällt meist in die Kategorie „140“ oder „160“ (Summe der Maße in cm).

Für eine Standardstrecke, zum Beispiel von Tokio nach Kyoto, zahlt ihr pro Koffer etwa 1.700 bis 2.500 Yen (das sind umgerechnet ca. 11 bis 16 Euro). Wenn es über größere Distanzen geht, etwa von Tokio ganz in den Norden nach Hokkaido oder in den Süden nach Okinawa, steigt der Preis auf etwa 3.500 bis 4.500 Yen. Wollt ihr den Koffer zum Flughafen schicken, fällt oft eine kleine Zusatzgebühr an, sodass ihr mit rund 2.500 bis 3.500 Yen kalkulieren solltet. Im Vergleich zu den Kosten für Taxis oder den Stress in der Bahn ist das eine Investition, die sich für eure Nerven definitiv auszahlt.

Eine detailliertere Preistabelle finden Sie auf der offiziellen Website von Yamato Kuroneko hier.

Wie lange dauert der Versand?
In der Regel funktioniert das System „Overnight“. Wenn ihr euren Koffer am Vormittag (meist vor 10:00 oder 11:00 Uhr) aufgebt, kommt er am nächsten Tag an seinem Zielort an. Auf den Hauptinseln Japans klappt das fast immer reibungslos. Es gibt sogar in manchen Städten (wie innerhalb Tokios) Same-Day-Optionen, wenn ihr sehr früh dran seid.

Plant jedoch bei weiten Strecken (z. B. Kyushu nach Hokkaido) oder bei Lieferungen auf kleinere Inseln wie Okinawa lieber zwei Tage ein. Ein ganz wichtiger Punkt ist der Flughafenversand: Hier verlangen die Anbieter meistens, dass der Koffer zwei bis drei Tage vor eurem Abflug aufgegeben wird. Das dient als Sicherheitspuffer, damit euer Koffer garantiert bereitsteht, wenn ihr zum Check-in erscheint. Fragt am besten immer direkt bei der Aufgabe nach dem garantierten Lieferdatum, das Personal trägt dieses dann auch direkt auf dem Beleg für euch ein.

Was darf ich versenden?
Ihr könnt fast alles verschicken, was in einen Koffer oder einen stabilen Karton passt. Dazu gehören Kleidung, Reiseutensilien, Souvenirs und sogar Sportgeräte wie Golfschläger oder Skier. Für Letztere müsst ihr oft spezielle Schutzhüllen direkt beim Anbieter kaufen oder mitbringen.

Absolut verboten sind gefährliche Güter (Explosivstoffe, leicht entflammbare Flüssigkeiten), Tiere und – ganz wichtig – Bargeld sowie Reisepässe. Eure Ausweisdokumente solltet ihr immer bei euch tragen! Auch bei extrem zerbrechlichen Dingen wie feiner Keramik solltet ihr vorsichtig sein; das Personal wird euch zwar fragen, ob der Inhalt zerbrechlich ist und entsprechende Aufkleber anbringen, aber eine Garantie gegen feinste Risse gibt es bei Logistikprozessen nie. Wenn ihr elektronische Geräte mit großen Lithium-Batterien verschickt, müsst ihr das angeben, da diese unter Umständen nicht per Flugzeug (falls die Route das erfordert) transportiert werden dürfen.

Benötige ich eine japanische Telefonnummer?
Die kurze Antwort lautet: Nein, ihr braucht als Touristen keine eigene japanische Handynummer. Auf dem Versandformular muss zwar eine Telefonnummer angegeben werden, aber hier könnt ihr ganz entspannt die Nummer eures Zielhotels eintragen. Das ist ohnehin sinnvoll, da das Lieferpersonal im Zweifelsfall eher das Hotel kontaktiert als euch.

Falls ihr zu einer Privatperson oder in ein Airbnb liefert, gebt am besten die Nummer eures Gastgebers an (natürlich nach vorheriger Absprache). Wenn ihr gar keine Nummer habt, könnt ihr zur Not eure eigene internationale Nummer angeben, aber achtet darauf, die Ländervorwahl (z. B. +49 für Deutschland) hinzuzufügen. Das Feld ist eigentlich nur dafür da, dass der Bote jemanden erreichen kann, falls die Adresse unklar ist oder niemand aufmacht. Im Hotel-Kontext wird diese Nummer in 99% der Fälle nie angerufen.

Gibt es ein Tracking für mein Gepäck?
Ja, und das Tracking in Japan ist fantastisch präzise! Sobald ihr euer Gepäck aufgebt und bezahlt, erhaltet ihr einen Durchschlag des Versandformulars (den Waybill). Oben rechts findet ihr eine 10- oder 12-stellige Nummer. Diese Nummer ist euer goldener Schlüssel zum Status eures Koffers.

Ihr könnt diese Nummer auf den englischsprachigen Webseiten von Yamato oder Sagawa eingeben. Das System zeigt euch jeden Schritt an: Von der Abholung („Pickup“) über die Sortierzentren („Relay“) bis hin zur Ankunft im Zustellzentrum und der erfolgreichen Auslieferung („Delivered“). Es ist ein sehr beruhigendes Gefühl zu sehen, dass der Koffer bereits im Zielort eingetroffen ist, während ihr selbst vielleicht noch gemütlich in einem Tempel sitzt. Behaltet den Zettel also unbedingt gut auf, bis ihr euren Koffer wieder physisch in den Händen haltet.

Ist mein Gepäck versichert?
Ihr könnt beruhigt sein: Eine Grundversicherung ist beim Takkyubin-Service fast immer im Preis inbegriffen. Bei den großen Anbietern wie Yamato Transport ist euer Gepäckstück standardmäßig bis zu einem Wert von 300.000 Yen (ca. 1.900 Euro) gegen Verlust oder Beschädigung versichert.

Sollte euer Koffer also wirklich einmal verloren gehen oder massiv beschädigt werden, seid ihr für den normalen Inhalt gut abgesichert. Wenn ihr allerdings vorhabt, die Kronjuwelen oder eine extrem teure Kamera-Ausrüstung zu verschicken, die diesen Wert übersteigt, solltet ihr über eine zusätzliche Reisegepäckversicherung nachdenken oder die Wertsachen im Handgepäck behalten. Beachtet auch, dass die Versicherung bei „normalen“ Gebrauchsspuren am Koffer (kleine Kratzer oder Schrammen, die beim Transport entstehen können) meist nicht greift. Das System ist jedoch so sicher, dass Schäden extrem selten vorkommen – die Japaner gehen mit fremdem Eigentum sehr respektvoll um.

Kann mein Gepäck auch gelagert werden?
Absolut! Das ist einer der besten Geheimtipps für eure Reiseplanung. Beim klassischen Takkyubin-Service habt ihr nämlich die geniale Möglichkeit, ein Wunsch-Lieferdatum anzugeben, das bis zu sieben Tage in der Zukunft liegt. Das bedeutet: Wenn ihr für drei Tage einen Abstecher in ein abgelegenes Bergdorf oder ein traditionelles Ryokan macht und dort nur euren Rucksack braucht, schickt ihr den großen Koffer einfach schon mal Richtung übernächstes Hotel ab. Die Logistikzentren lagern euer Gepäck in dieser Zeit sicher und meist ohne Aufpreis zwischen – so spart ihr euch das Schleppen und die Suche nach Schließfächern.

Ein großer brauner Koffer steht vor einem Gebäude mit einem Schild in Japanisch und Englisch, das für die Gepäckaufbewahrung und den Takkyubin-Service wirbt und die Servicezeiten angibt. Ein weiteres Schild weist darauf hin, dass der Preis für die Aufbewahrung 800 Yen pro Tag beträgt.

So funktioniert der Versand: Schritt für Schritt

Ihr fragt euch sicher, wie ihr das Ganze ohne fließende Japanischkenntnisse organisieren sollt. Keine Sorge, das System ist darauf ausgelegt, einfach zu sein.

Die Abgabestelle finden

Ihr habt im Grunde drei Möglichkeiten, euer Gepäck auf die Reise zu schicken:

  • Im Hotel: Das ist die bequemste Variante. Geht einfach zur Rezeption oder zum Bell Desk. Die Mitarbeiter dort sind Profis, haben die Formulare griffbereit und messen euren Koffer direkt aus.
  • Im Convenience Store (Konbini): Fast jeder 7-Eleven, Lawson oder FamilyMart nimmt Takkyubin-Sendungen an. Achtet auf das Schild mit der schwarzen Katze an der Tür.
  • Am Flughafen: Direkt nach der Landung findet ihr Schalter von Yamato, JAL ABC oder Sagawa. Hier könnt ihr euren Koffer direkt nach der Ankunft loswerden.

Das Formular (Waybill) ausfüllen

Damit ihr am Schalter oder im Konbini nicht vor dem japanischen Formular (dem sogenannten „Waybill“) verzweifelt, habe ich euch hier die wichtigsten Begriffe und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt. Meistens sind die Felder zwar farblich hinterlegt oder nummeriert, aber mit diesen Vokabeln im Gepäck fühlt ihr euch deutlich sicherer.

Hier sind die Begriffe, die ihr auf fast jedem Takkyubin-Schein findet:

Die wichtigsten Begriffe auf einen Blick

Japanisch (Kanji) Umschrift (Romaji) Deutsche Bedeutung
お届け先 O-todoke-saki Empfänger (Zieladresse)
ご依頼主 Go-irai-nushi Absender (Eure aktuelle Adresse)
郵便番号 Yūbin bangō Postleitzahl (Symbol: 〒)
住所 Jūsho Adresse
氏名 Shimei Name
電話 Denwa Telefonnummer
品名 Hinmei Inhalt (z. B. Kleidung/Koffer)
希望日 Kibō-bi Wunschdatum der Zustellung
希望時間帯 Kibō jikan-tai Wunsch-Zeitfenster
元払い Motobarai Vorauszahlt (Standard für Touristen)

Zwei japanische Takkyubin-Versandetiketten mit handschriftlichen Angaben und Strichcodes sind an weißen Anhängern befestigt, die auf einem hellen Holzboden liegen. Ein Etikett hat einen gelben Aufkleber mit der Aufschrift 62-12-08 und einen roten Ring in der Ecke.

So füllt ihr das Formular richtig aus

Stellt euch das Formular in drei große Bereiche unterteilt vor:

1. Das obere Feld: Der Empfänger (O-todoke-saki)

Hier tragt ihr die Daten eures Ziels ein.

  • Postleitzahl: Tragt die siebenstellige Zahl in die Kästchen neben dem 〒-Zeichen ein.
  • Adresse: Schreibt hier die Adresse des Hotels hin. Es ist völlig okay, dies in lateinischen Buchstaben (Romaji) zu tun.
  • Name: Schreibt den Namen des Hotels auf und fügt am besten eure Reservierungsnummer und das Check-in-Datum hinzu (z. B. “Hotel Sakura – Guest: [Euer Name] – Check-in: Oct 12”). Das hilft dem Hotelpersonal extrem bei der Zuordnung.
Das mittlere Feld: Der Absender (Go-irai-nushi)

Hier kommen eure aktuellen Daten rein (z. B. vom Hotel, in dem ihr gerade auscheckt).

  • Adresse: Name und Adresse eures aktuellen Hotels.
  • Telefonnummer: Hier könnt ihr eure Handynummer oder die Telefonnummer des aktuellen Hotels angeben.
Das untere Feld: Details zur Sendung

Hier legt ihr fest, was ihr verschickt und wann es ankommen soll.

  • Inhalt (Hinmei): Schreibt einfach „Clothes“ hin.
  • Wunschdatum: Kreist das Datum ein, an dem der Koffer ankommen soll.
  • Zeitfenster: Ihr könnt oft Kreuze bei Zeitfenstern machen (z. B. Vormittag, 14–16 Uhr, etc.). Wenn es euch egal ist, wählt „No Preference“ (希望なし – Kibō nashi).

Ein paar Profi-Tipps für euch:

  • Konbini-Hilfe: Wenn ihr im 7-Eleven oder Lawson seid und absolut nicht weiterwisst, zeigt auf das Formular und bittet höflich: „Sumimasen, kore o kaite morat-te mo ii desu ka?“ (Entschuldigung, könnten Sie mir helfen, dies auszufüllen?). Oft helfen euch die Mitarbeiter, wenn ihr ihnen die Hoteladresse auf eurem Handy zeigt.
  • Quittung behalten: Ihr bekommt einen Durchschlag des Formulars. Verliert diesen nicht! Darauf steht die Tracking-Nummer, falls euer Koffer doch mal einen Umweg machen sollte.

Ein ausgefülltes japanisches Takkyubin-Versandformular mit handschriftlichen Informationen, einschließlich Adressen und Namen auf Japanisch und etwas Englisch. Das Formular hat einen rosafarbenen Rand, auf dem verschiedene Kästchen und Abschnitte aufgedruckt sind.

Messen und Bezahlen

Der Preis für den Versand mit Takkyubin richtet sich nach der Größe (Länge + Breite + Höhe) und dem Gewicht sowie der Distanz.

  • Ein Standardkoffer kostet innerhalb der Hauptinsel (z. B. Tokio nach Osaka) meist zwischen 1.500 und 2.500 Yen (ca. 10 bis 16 Euro).
  • Die Bezahlung erfolgt meist bar oder mit IC-Karten (Suica*/Pasmo*) im Konbini. In Hotels haben wir auch schon mit Kreditkarte* gezahlt.
  • Eine detailliertere Preistabelle finden Sie auf der offiziellen Website von Yamato Kuroneko hier.

Wichtige Regeln und Einschränkungen

Damit alles glattläuft, solltet ihr ein paar Dinge beachten:

  • Zeitplanung: In der Regel dauert der Transport einen Tag. Wenn ihr euren Koffer morgens in Tokio aufgebt, ist er am nächsten Tag in Kyoto. Über längere Distanzen (z. B. von Tokio nach Hokkaido oder Okinawa) solltet ihr zwei Tage einplanen.
  • Gepäckgröße: Die Summe aus Länge, Breite und Höhe darf meist 160 cm (bei manchen Anbietern 200 cm) nicht überschreiten und das Gewicht sollte unter 25 kg liegen.
  • Wertsachen: Packt keine Pässe (die müsst Ihr sowieso immer bei Euch tragen), Bargeld oder extrem zerbrechliche Dinge ein. Auch wenn die Japaner sehr vorsichtig mit dem Gepäck umgehen, ist es immer noch ein Logistikprozess.

Ein blauer Hartschalenkoffer mit einem hellgrünen Riemen steht auf einem Teppichboden und ist bereit für die Lieferung von Takkyubin. Im Hintergrund befinden sich Regale, ein Heizkörper und ein weiterer Koffer.

Warum ihr Takkyubin lieben werdet

Es gibt drei Hauptgründe, warum ihr euch diesen „Luxus“ gönnen solltet:

  1. Shinkansen-Stress vermeiden: Seit 2020 müsst ihr in vielen Shinkansen-Zügen Plätze für Übergepäck vorab reservieren. Wenn ihr ohne Reservierung mit einem Riesenradkoffer auftaucht, zahlt ihr Strafe. Mit Takkyubin habt ihr nur euren Tagesrucksack dabei.
  2. Bahnhof-Odyssee: Japanische Bahnhöfe sind riesig. Auf der Suche nach dem einen funktionierenden Aufzug werdet ihr Kilometer machen. Ohne Koffer seid ihr doppelt so schnell und halb so verschwitzt.
  3. Flexibilität: Ihr wollt auf dem Weg von Tokio nach Osaka noch einen Zwischenstopp in einem kleinen Dorf in den Bergen machen? Kein Problem, euer Koffer wartet schon im Zielhotel auf euch, während ihr nur mit leichtem Gepäck wandert.

Zwei Schalter mit der Aufschrift Baggage Storage und Takkyubin Baggage Delivery stehen nebeneinander, mit Schildern in Englisch und Japanisch. Koffer, Computer und Papierkram sind an den Schaltern in einer sauberen, modernen Umgebung zu sehen.

Gepäck vom und zum Flughafen versenden

Der Service am Flughafen ist der perfekte Start (oder Abschluss) eurer Reise. Nach der Landung sucht ihr einfach die Schalter von Yamato, JAL ABC oder Sagawa in der Ankunftshalle auf. Dort könnt ihr euer Gepäck direkt abgeben, sodass es euch bequem ins Hotel folgt, während ihr nur mit eurem Handgepäck in den Zug steigt.

Besonders wichtig für den Rückflug: Wenn ihr euren Koffer zum Flughafen schicken wollt, müsst ihr dies meist zwei bis drei Tage vor eurem Abflug in die Wege leiten. So ist sichergestellt, dass euer Gepäck rechtzeitig am richtigen Terminal für euch bereitsteht. Ihr holt es dort einfach am markierten Schalter kurz vor dem Check-in wieder ab.

Fazit: Eure Reisebegleitung der besonderen Art

Wenn ihr mich fragt, ist Takkyubin nicht einfach nur ein Logistik-Service, sondern ein Stück japanische Lebensqualität, das ihr euch auf eurer Reise unbedingt gönnen solltet. Es mag im ersten Moment kontraintuitiv klingen, seinen Koffer wegzugeben und darauf zu vertrauen, dass er hunderte Kilometer entfernt wieder auftaucht, aber in Japan ist dieses Vertrauen absolut gerechtfertigt. Die paar Euro, die ihr pro Strecke investiert, bekommt ihr in Form von Zeit, Energie und purer Entspannung doppelt und dreifach zurück. Nichts schlägt das Gefühl, entspannt mit einem Kaffee in der Hand in den Shinkansen zu steigen, während andere Reisende fluchend versuchen, ihre Koffer in die engen Ablagen zu wuchten.

Probiert es bei eurer nächsten Japanreise zumindest einmal aus – vielleicht für die Strecke zwischen den zwei größten Stationen eures Trips. Ich bin mir sicher, dass ihr danach nie wieder anders reisen wollt. Es macht den Kopf frei für das, was wirklich zählt: Die Tempel, das fantastische Essen und die kleinen Gassen, die man viel besser erkunden kann, wenn man beide Hände frei hat. Takkyubin verwandelt eine logistische Herausforderung in einen unsichtbaren Service, der im Hintergrund perfekt funktioniert. So könnt ihr euch voll und ganz auf das Abenteuer Japan einlassen, während die „schwarze Katze“ im Hintergrund dafür sorgt, dass euer Hab und Gut sicher ans Ziel kommt.

Das Takkyubin-Logo zeigt eine schwarze Katze, die ein schwarzes Kätzchen im Maul trägt, in einem gelben Oval, das auf der Seite eines weißen Lastwagens angebracht ist.
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