Der Hikawa-Schrein in Saitama – Zwischen Geschichte und Natur

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Ein leuchtend rotes und grünes Hikawa-Tempeltor mit kunstvollen Holzdetails hebt sich vor dem Hintergrund von Bäumen und einem bedeckten Himmel ab.

Es gibt Orte, die Euch schon beim ersten Gedanken daran in eine andere Stimmung versetzen. Der Hikawa-Schrein in Saitama gehört für mich genau in diese Kategorie. Stellt Euch vor: ein über 2400 Jahre alter Shintō-Schrein, eingebettet in eine Allee so lang und majestätisch, dass Ihr schon beim Betreten spürt, wie der Alltag von Euch abfällt.

Der Hikawa-Schrein ist nicht nur irgendein spiritueller Ort, er ist das Herz einer langen Tradition. Er gilt als Hauptschrein von über 280 Hikawa-Schreinen in ganz Japan und ist damit nicht nur für Gläubige, sondern auch für kulturinteressierte Reisende ein echtes Highlight. Selbst wenn Ihr sonst nicht viel mit Religion am Hut habt, lohnt sich ein Besuch allein wegen der Atmosphäre, der Architektur und der schieren Schönheit der Natur drum herum.

Und ganz ehrlich – es ist einfach schön, mal einen Tag rauszukommen, den Blick auf etwas anderes zu richten und dieses besondere „Japan-Gefühl“ einzuatmen, das sich irgendwo zwischen Ehrfurcht, Ruhe und einer Prise Neugier abspielt.

Hikawa-Schrein
  • Adresse: 〒330-0803 Saitama, Omiya Ward, Takahanacho, 1−407
  • Öffnungszeiten: März, April, September, Oktober 5:30-17:30 Uhr | Mai bis August 5:00- 18:00 | November bis Februar
    6:00-17:00 Uhr
  • Eintritt: Der Besuch des Schreins ist kostenlos
  • Weitere Informationen: musashiichinomiya-hikawa.or.jp

Eine Holztafel am Hikawa-Schrein zeigt eine gemalte weiße Schlange, Pflaumenblüten und japanische Schriftzeichen. Sie steht vor einer Holzstruktur mit vertikalen Latten, einer Steinsäule auf der linken Seite und Schneeflecken auf dem Boden.

Ankommen in Saitama – Der Weg zum Schrein

Der Weg zum Hikawa-Schrein ist schon ein kleines Erlebnis für sich. Wenn Ihr aus Tokio kommt, nehmt Ihr am besten die JR Saikyō-Linie oder Shōnan-Shinjuku-Linie und fahrt bis zur Station Ōmiya. Allein die Fahrt ist ein sanfter Übergang – Ihr verlasst das hektische Zentrum, die Hochhäuser werden seltener, und irgendwann bemerkt Ihr mehr Wohnviertel, kleine Parks und ein bisschen dieses „Vorstadtgefühl“.

Von Ōmiya aus geht es entweder zu Fuß oder mit der Bahn weiter. Ich persönlich würde Euch raten, zu Fuß zu gehen – der Spaziergang dauert etwa 20 Minuten, und Ihr bekommt schon einen ersten Eindruck von der Stadt. Unterwegs gibt es kleine Cafés, ein paar typische japanische Bäckereien und sogar kleine Läden mit Omiyage (Souvenirs), die oft unterschätzt werden.

Die Menschen laufen durch den belebten Bahnhof von Hikawa mit seiner hohen Decke und dem großen Glasgemälde darüber. Es sind Fahrkartenautomaten, Schilder und Geschäfte zu sehen, und die meisten Menschen tragen dunkle Kleidung und Gesichtsmasken.

Je näher Ihr dem Schrein kommt, desto stiller wird es. Es ist, als ob der Lärm der Stadt langsam hinter Euch zurückbleibt und Ihr in eine andere Zeit hineinspaziert. Die Straßen wirken breiter, die Bäume älter, und irgendwann seht Ihr das große, rote Torii – und wisst, dass Ihr angekommen seid.

Wenn es wie bei uns regnet, dann könnt Ihr auch mit der Bahn bis zur Station Kita-Ōmiya fahren. Vor dort aus ist der Fußweg etwas kürzer und auch ein bisschen abenteuerlich. Denn hier kommt Ihr seitlich am Schrein an und müsst Euch über schmale Fußwege schlagen, bei denen wir teilweise nicht mehr sicher waren, ob wir richtig sind. 

Eine üppige, grüne Waldszene in der Nähe von Hikawa mit einem umgestürzten Baum, der sich über einen kleinen Bach lehnt. Der Boden ist mit Blättern und Pflanzen bedeckt, und dichtes Blattwerk füllt den Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.

Dafür kommt Ihr auf diesem Weg auch am “Schlangenteich” vorbei. Der Schlangenteich ist eine der Wasserquellen in Minuma, das eng mit dem Hikawa-Glauben verbunden ist. Es heißt, dass der Hikawa-Schrein wegen dieses Schlangenteichs errichtet wurde und er gilt daher als Geburtsort des Hikawa-Schreins. Zudem gilt er als einer der kraftvollsten Kraftorte in der Kanto-Region.

Ein kleiner, ruhiger Teich mit einer Steinplattform und einem sanften Wasserfall schafft eine friedliche Gartenumgebung. Im Vordergrund sind Moos und nasse Steine zu sehen, während üppiges Grün und Bäume den ruhigen Geist von Hikawa heraufbeschwören.

Der Weg der tausend Schritte

Vielleicht habt Ihr schon mal von dem berühmten Sando des Hikawa-Schreins gehört – dieser beeindruckend lange Hauptweg, der angeblich über zwei Kilometer misst und wenn Ihr den Schrein zu Fuß von der Ōmiya Station besucht, kommt Ihr automatisch den Weg der tausend Schritte entlang.

Ein gepflasterter Weg führt durch den Hikawa-Park, gesäumt von Bäumen und Grünpflanzen. Pfützen spiegeln die Umgebung wider, und in der Ferne sind ein paar Menschen zu sehen, die spazieren gehen. Der Himmel ist bedeckt und schafft eine ruhige und stille Atmosphäre.

Die Bäume hier sind riesig, uralt, und spenden einen natürlichen Schatten, der besonders im Sommer Gold wert ist. Viele dieser Bäume sind Zelkoven, und ihre Äste formen fast eine grüne Kathedrale über Euren Köpfen. Hin und wieder kommt Euch ein Jogger oder Anwohner, die hier einen kleinen Spaziergang machen. Und natürlich Menschen, die sich wie Ihr auf den Weg zum oder vom Hikawa-Schrein machen.

Ein großer, verwitterter Baumstumpf ist von einem gelben Bambuszaun in einer Gartenanlage in der Nähe von Hikawa umgeben. Im Hintergrund sind traditionelle japanische Gebäude und Bäume zu sehen.

An manchen Tagen seht Ihr auch Hochzeitspaare in traditioneller Shintō-Kleidung – das weiße Seidengewand der Braut, der schwarze Hakama des Bräutigams. Das ist nicht nur ein perfektes Fotomotiv, sondern wirkt auch wie ein lebendiger Beweis dafür, dass dieser Schrein nicht nur ein historischer Ort ist, sondern auch heute noch fest in der Gemeinschaft verankert ist.

Eine ruhige Straße, gesäumt von Bäumen, von denen einige rosa Kirschblüten tragen, und einer beleuchteten Laterne an einem Holzpfosten. In der Ferne ist das rote Torii-Tor des Hikawa-Schreins zu sehen, das eine friedliche, malerische Atmosphäre schafft.

Wenn Ihr zwischendurch auf einer der hölzernen Bänke Platz nehmt, könnt Ihr einfach die Szenerie wirken lassen. Es ist erstaunlich, wie sehr so ein einfacher Spaziergang Euch innerlich entschleunigen kann.

Ein großes rotes Hikawa-Torii-Tor steht über einer ruhigen, von kahlen Bäumen gesäumten Straße, flankiert von zwei steinernen Löwen-Hund-Statuen. Moderne Gebäude sind auf beiden Seiten der Straße unter einem bedeckten Himmel zu sehen.

Das große Romon Torii und der erste Eindruck

Ihr könnt gar nicht anders, als kurz stehen zu bleiben, wenn Ihr das riesige wunderschöne Romon Tor am Eingang seht. Es ist eines dieser Momente, in denen man automatisch das Tempo verlangsamt – als ob man dem Ort Respekt zollen möchte. Dieses Torii ist nicht nur irgendein Eingangstor; es markiert den Beginn eines langen, von Bäumen gesäumten Weges, der Euch direkt ins Herz des Schreingeländes führt.

Eine Person steht an einem bedeckten Tag vor dem traditionellen rot-weißen Tor des Hikawa-Schreins, umgeben von Bäumen und feuchtem Boden mit einer kleinen Pfütze.

Die Luft verändert sich merklich. Selbst wenn Ihr vorher noch in einer belebten Straße wart, hört Ihr hier vor allem das Rascheln der Blätter, das Zwitschern der Vögel und – wenn Ihr Glück habt – das dumpfe Klopfen einer Taiko-Trommel aus der Ferne. Der Weg ist mit feinem Kies bedeckt, und Ihr werdet merken, wie Eure Schritte leiser werden. Links und rechts stehen alte Steinlaternen, viele mit Moos bewachsen, und manche wirken, als hätten sie schon Jahrhunderte gesehen.

Ein großes rotes Torii-Tor steht am Eingang des Hikawa-Schreins, flankiert von roten Holzzäunen und umgeben von üppig grünen Bäumen an einem nassen, bewölkten Tag.

Der Hikawa-Schrein existiert seit über 2400 Jahren, und diese Atmosphäre trägt er in jeder Ecke. Ihr geht weiter, und dieser gerade, fast endlose Pfad erzeugt das Gefühl, dass Ihr langsam in eine andere Welt hineingeht – weg vom Alltag, hin zu etwas, das man nicht so leicht in Worte fassen kann.

Ein kleiner steinerner Hikawa-Wasserbrunnen ist von Felsen, Moos und Grünpflanzen umgeben, mit verstreuten rosa Blütenblättern auf dem Boden und im Wasser. Bäume und üppiges Grün füllen den Hintergrund, und nasse Pflastersteine bilden einen Weg um den Brunnen.

Ankunft am Hauptgebäude – Der Honden

Sobald Ihr durch das Romon Tor tretet öffnet sich vor Euch das Innere des Schreins und gibt den Blick auf das Hauptgebäude, den Honden des Hikawa-Schreins, frei. Gegenüber dem wunderschönen roten Torii wirkt das Hauptgebäude fast schon ein bisschen unscheinbar. Das dunkle hölzerne Gebäude beeindruckt vor allem mit seiner Atmosphäre und spirituellen Kraft.

Traditioneller japanischer Hikawa-Shinto-Schrein mit grünen Ziegeldächern und Holzstrukturen, umgeben von Bäumen. Der Boden ist mit Schnee bedeckt, und Laternen säumen den Weg vor dem Hauptgebäude.

Da es am Vortag geschneit hatte und auch am Tag unseres Besuches das Wetter sehr durchwachsen war, hatten wir den Schrein fast für uns alleine. So konnten wir diesen berühmten und normalerweise gut besuchten Schrein wirklich ganz in Ruhe erkunden und vor allem auf uns wirken lassen. Ein ganz besonderes Gefühl.

Ein traditioneller Hikawa-Schrein steht zwischen hohen Bäumen, umgeben von Holzgebäuden und einem Hof aus Kies. Auf dem Boden sind Flecken von schmelzendem Schnee zu sehen, und im Hintergrund geht eine Person spazieren.

Hier spürt man die Geschichte besonders stark – und wenn man weiß, dass dieser Schrein angeblich schon im 5. Jahrhundert gegründet wurde, bekommt man eine Gänsehaut. Bevor Ihr den Honden betretet, solltet Ihr den rituellen Reinigungsplatz aufsuchen, das Temizuya. Dort reinigt Ihr Eure Hände und spült Euren Mund – nicht als religiöse Pflicht, sondern als kleine symbolische Geste, um den Alltagsstaub hinter Euch zu lassen.

Ein Holzschild am Hikawa-Schrein zeigt illustrierte Anweisungen in japanischer Sprache, auf denen eine Frau in traditioneller Kleidung die Schritte des Händewaschens zur rituellen Reinigung demonstriert. Die Tafel steht im Freien mit Bäumen und Kies im Hintergrund.

Wenn Ihr vor dem Schrein steht, könnt Ihr Euren Wunsch oder Dank im Stillen formulieren. Der Ablauf ist einfach: Zwei Mal verbeugen, zwei Mal in die Hände klatschen, Wunsch äußern, einmal verbeugen. Selbst wenn Ihr nicht religiös seid, hat dieser Moment etwas sehr Meditatives. 

Ein traditioneller Hikawa-Schrein mit grünem Ziegeldach, rotem Geländer und umstehenden Bäumen steht in einem ruhigen, offenen Hof mit Kiesboden.

In einem Nebengebäude haben wir zudem eine tolle kleine Ausstellung entdeckt. Auf langen Tafel gab es eine Übersicht über verschiedene Goshuin Stempel und Bücher von Schreinen und Tempeln in ganz Japan. Es war lustig entlang zu laufen und zu entdecken, welche der Orte wir bereits besucht haben und welches Goshuin sich inzwischen schon in einem unserer Büchern findet.

Eine große Tafel mit Reihen bunt bedruckter Papiere steht in einem geräumigen, gut beleuchteten Raum mit Holzwänden und -decken bei Hikawa. Im Hintergrund sind weitere Poster und Materialien zu sehen.
An einer hölzernen Ausstellungswand bei Hikawa sind mehrere bunte, gemusterte Rechtecke in Reihen und Spalten angeordnet, jedes mit einem Etikett und einem QR-Code darunter. Der Raum hat Holzwände und einen Teppichboden.

Eine große Schautafel in Hikawa, die mit Reihen bunter Karten mit japanischer Kalligrafie und Kunstwerken bedeckt ist, ist in einem Holzgebäude angebracht. Die übersichtlich angeordneten Karten enthalten auch QR-Codes, die den Zugang zu weiteren Informationen erleichtern.

Zwischen Tradition und Alltag – Die Nebenschreine

Es lohnt sich, ein wenig abseits der Hauptachse zu schauen. Der Hikawa-Schrein hat mehrere kleine Nebenschreine, die oft weniger besucht sind, aber eine ganz eigene Stimmung haben. Manche sind winzig, kaum größer als ein Gartenschuppen, und trotzdem kunstvoll gestaltet.

Diese Nebenschreine sind perfekt, wenn Ihr einen Moment ganz für Euch haben wollt, ohne dass viele Leute drumherum sind. Hier könnt Ihr das Gefühl bekommen, als wärt Ihr in einer kleinen, geheimen Ecke Japans gelandet, die sich fast nur für Euch öffnet. Oft hängt auch ein leichter Duft von Räucherwerk in der Luft, und das Knacken der Holzplanken unter Euren Füßen verstärkt dieses „Zeitlosigkeitsgefühl“.

Der Munakata-Schrein

Der Munakata-Schrein ist einer dieser Orte, die nicht nur optisch beeindrucken, sondern auch eine faszinierende Geschichte in sich tragen. Er ist den drei Munakata-Göttinnen gewidmet, die in der Shintō-Mythologie als Schwestern des Sonnengottes Amaterasu gelten und über das Meer und sichere Reisen wachen. Der Schrein liegt in Fukuoka, und schon beim Betreten spürt Ihr diese Mischung aus Seeluft und Spiritualität. Besonders schön ist der Hauptschrein mit seinem schlichten, aber kraftvollen Holzdesign, das perfekt in die umgebende Natur eingebettet ist.

Ein traditionelles japanisches Torii-Tor steht vor einer kleinen roten Brücke, die zu einem hölzernen Hikawa-Schrein führt, der an einem regnerischen Tag von üppig grünen Bäumen umgeben ist.

Viele Besucher kommen hierher, um für Sicherheit auf Reisen oder Erfolg bei neuen Unternehmungen zu beten. Wenn Ihr Euch Zeit nehmt, lohnt es sich, den angrenzenden Waldweg zu erkunden, der Euch zu weiteren heiligen Orten führt – einige davon wirken fast versteckt und sind von Moos und Farn überwuchert. Im Frühling und Herbst ist die Atmosphäre besonders magisch, wenn das Licht durch die Bäume fällt und der Wind sanft durch die Torii weht.

Steinmonumente mit japanischen Inschriften stehen umgeben von Bäumen und Kies in einer friedlichen Umgebung im Freien, wahrscheinlich an einer Gedenkstätte oder einem historischen Ort wie dem Hikawa-Schrein in Japan.

Der Hikawainari-Schrein

Der Hikawainari-Schrein ist kleiner als der große Hikawa Jinja in Saitama, hat aber seinen ganz eigenen Charme. Er ist Inari Ōkami gewidmet, der Gottheit des Reis, der Fruchtbarkeit und des Wohlstands.

Ein leuchtend rotes Torii-Tor und ein Zaun führen zum traditionellen Hikawa-Schrein, der von üppigen Bäumen umgeben ist, mit weißen und rosafarbenen Bannern und Steinlaternen auf beiden Seiten der Eingangstreppe.

Typisch für Inari-Schreine sind die zahlreichen Fuchsfiguren (Kitsune), die als göttliche Boten gelten. Wenn Ihr den Schrein betretet, werdet Ihr diese steinernen Füchse überall entdecken – manche halten Schlüssel, andere kleine Symbole in den Pfoten. Das Gelände ist ruhig und von einer gewissen Intimität geprägt, die größere Schreine oft nicht haben. Viele Besucher kommen gezielt hierher, um für geschäftlichen Erfolg oder private Wünsche zu beten.

Ein mit mehreren leuchtend roten Torii-Toren gesäumter Weg führt durch ein üppiges, grünes Waldgebiet in Japan. Ein steinerner Wegweiser mit japanischer Schrift steht am Eingang neben den Toren und zeigt den Eingang zum Hikawa-Schrein an. Der Boden ist mit Schotter bedeckt.

Besonders eindrucksvoll ist der Hauptweg mit den roten Torii, die nacheinander aufgereiht stehen und beim Durchschreiten fast wie ein kleiner Tunnel wirken und an den Fushimi Inari Taisha in Kyoto erinnern.

Ein mit leuchtend roten Hikawa-Torii gesäumter Weg führt zu einer Steintreppe, die mit Steinplatten gepflastert ist und an deren Seite rosa Banner mit japanischer Schrift zu sehen sind.

Wer eine ruhige, spirituelle Pause sucht und gleichzeitig ein Stück traditioneller japanischer Symbolik erleben will, wird sich hier wohlfühlen.

Drei Tierfiguren, gekleidet in rote Tücher mit weißen Mustern, sitzen auf Steinen und kleinen Plattformen neben einem leuchtend roten Hikawa-Zaun. Der Boden ist schlammig und mit Gras- und Moosflecken übersät.

Der Matsuo-Schrein

Der Matsuo-Schrein ist traditionell einer Gottheit gewidmet, die mit Reinheit und Schutz in Verbindung steht, und viele Besucher kommen hierher, um für Gesundheit oder einen klaren Geist zu beten. Schon der Weg dorthin ist reizvoll: Ihr biegt einfach von der Hauptachse des Hikawa-Schreins ab, und plötzlich wird es noch stiller.

Ein kleiner traditioneller japanischer Hikawa-Schrein mit grünem Dach und Holzkonstruktion, umgeben von Grün und Steinlaternen, steht in einem friedlichen Kieshof.

Der kleine Schrein steht leicht erhöht, umgeben von alten Bäumen, deren Wurzeln sich wie natürliche Skulpturen aus dem Boden winden. Das Gebäude selbst ist schlicht, mit einem hölzernen Dach und feinen Schnitzereien, die bei genauem Hinsehen kleine Tier- und Pflanzenmotive zeigen. Besonders schön ist es im frühen Morgenlicht, wenn die Sonne durch die Blätter fällt und das Holz warm leuchten lässt.

Ein kleiner Holzladen mit Ziegeldach in einem japanischen Garten, möglicherweise in der Nähe des Hikawa-Schreins, mit großen bunten Plakaten an der Fassade und warmen Lichtern entlang des Weges. Im Inneren sind durch ein Fenster Menschen zu sehen, und Bäume umgeben das Gebäude.

Viele Einheimische kommen gezielt hierher, um in Ruhe ein Gebet zu sprechen, fernab der größeren Besuchergruppen. Es ist einer dieser Orte, an denen man spürt, dass Spiritualität nicht immer Größe und Pracht braucht – manchmal reicht ein stiller Winkel im Schatten alter Bäume.

Ein traditionelles japanisches Holzgebäude, das möglicherweise mit Hikawa-Schreinen verbunden ist, steht an einem bewölkten Tag zwischen Bäumen, umgeben von Kies und verstreuten modernen Gegenständen. Auf der linken Seite sind ein Schild und kleine Schranken zu sehen.

Die Feste des Hikawa-Schreins – Wenn der Ort zum Leben erwacht

So ruhig und medidativ der Hikawa-Schrein an normalen Tagen sein kann, so lebendig und bunt wird er zu den großen Festen. Besonders im Sommer, beim Reitaisai im August, verwandelt sich das Gelände in einen einzigen, farbenfrohen Festplatz. Überall stehen Stände mit Takoyaki (gegrillten Teigbällchen mit Oktopus), Yakisoba (gebratene Nudeln) und Kakigōri (geschabtes Eis mit Sirup). Kinder rennen mit Papierlaternen herum, und auf der Bühne vor dem Schrein treten Tänzer und Musiker auf.

Ein leuchtend rotes Hikawa-Brückengeländer im Vordergrund überblickt einen ruhigen Teich, der von üppig grünen Bäumen und Blättern umgeben ist und eine friedliche und lebendige Naturszene darstellt.

Der Höhepunkt ist oft eine feierliche Prozession, bei der ein tragbarer Schrein – ein Mikoshi – durch die Straßen getragen wird. Die Männer und Frauen, die ihn tragen, rufen rhythmisch und stampfen im Takt, während Trommeln den Puls der Menge vorgeben. Es ist laut, chaotisch und gleichzeitig zutiefst traditionell. Wenn Ihr so ein Fest miterlebt, seht Ihr nicht nur die religiöse Seite des Schreins, sondern auch, wie sehr er ein sozialer Treffpunkt für die ganze Stadt ist.

Eine steinerne Löwen-Hund-Statue (komainu) sitzt auf einem Granitsockel mit roten japanischen Schriftzeichen und bewacht den Eingang zu einem Hikawa-Schrein vor einem modernen Gebäude in einem japanischen Wohnviertel.

Kleine Rituale, große Wirkung – Ema, Omikuji und Co.

Egal ob Ihr bei einem Fest oder an einem ruhigen Tag kommt – es gibt kleine Rituale, die Ihr unbedingt ausprobieren solltet. Eines davon sind Ema – kleine Holztafeln, auf die Ihr Wünsche oder Dank schreibt. Diese werden dann an speziellen Gestellen aufgehängt, damit die Gottheiten sie „lesen“ können. Manche Tafeln sind schlicht, andere liebevoll bemalt.

Ein traditioneller Hikawa-Schrein mit grünem Dach steht an einem bewölkten Tag zwischen zwei großen Bäumen, umgeben von Holzgebäuden und Kies.

Ein weiteres beliebtes Ritual sind Omikuji, kleine Zettel mit Wahrsagungen. Ihr zieht sie meist per Zufall aus einer Box, und der Text sagt Euch, wie das Glück in den nächsten Monaten steht – von „großem Glück“ bis „großem Unglück“. Schlechte Wahrsagungen knotet Ihr an einen Draht oder Baum auf dem Gelände, damit das Unglück dort bleibt. Solche Kleinigkeiten bringen Euch den Ort auf eine sehr persönliche Weise näher, und selbst wenn Ihr nicht an die Vorhersagen glaubt, habt Ihr am Ende ein schönes Andenken.

Eine große traditionelle japanische Taiko-Trommel steht in einem Innenraum von Hikawa auf einem Holzständer, umgeben von roten und weißen Wänden mit grünen Holzfenstern. Durch die Fenster ist üppiges Grün zu sehen.

Leider war bei unserem Besuch auf Grund des schlechten Wetters alles geschlossen, was ein bisschen Traurig war, denn so ein Erinnerungsstück aus einem Schrein macht doch die Erinnerungen immer wieder komplett.

Eine traditionelle japanische Laterne mit dekorativen Blumenmustern hängt unter einem rot-weißen Dach in Hikawa, mit Bäumen und Ziegeldächern im Hintergrund.

Ein Ort für alle Jahreszeiten

Was den Hikawa-Schrein so besonders macht, ist, dass er zu jeder Jahreszeit einen eigenen Charme hat. Im Frühling blühen entlang des Weges zarte Kirschblüten, die den ganzen Pfad in ein rosa Wolkenmeer tauchen. Im Sommer bietet das dichte Blätterdach eine willkommene Kühle, und die Festivals bringen Farbe und Energie.

Blick durch eine offene Tür auf einen überdachten hölzernen Hikawa-Gang, der auf beiden Seiten mit offenen Türen gesäumt ist, mit Schneeflecken in der Nähe des Eingangs und Licht, das durch den Gang scheint.

Im Herbst färben sich die Blätter in leuchtendem Rot und Gold, und im Winter liegt manchmal eine dünne Schneeschicht auf den Dächern, die den ganzen Ort in eine fast märchenhafte Stimmung versetzt. Jede Jahreszeit bietet Euch also einen guten Grund, wiederzukommen – und viele Einheimische tun genau das. Manche kommen regelmäßig, um zu beten oder einfach nur spazieren zu gehen, und sehen so den Wandel des Ortes über das Jahr hinweg.

Überdachter Gang mit leuchtend roten Säulen und traditionellen Laternen an einem Hikawa-Schrein, mit einem Ziegeldach und grünen Bäumen im Hintergrund.

Fazit – Mehr als nur ein Schrein

Wenn Ihr den Hikawa-Schrein besucht, werdet Ihr schnell merken, dass es hier nicht nur um Religion oder Tourismus geht. Es ist ein Ort, der Geschichte atmet, der Gemeinschaft verbindet und der Euch – egal, ob Ihr gläubig seid oder nicht – eine Form von Ruhe schenkt, die in der modernen Welt selten geworden ist. Ihr könnt hier Stunden verbringen, ohne dass es langweilig wird: den langen Pfad entlang schlendern, kleine Rituale ausprobieren, saisonale Feste erleben oder einfach nur auf einer Bank sitzen und den Wind in den Blättern hören.

Ein traditioneller Hikawa-Schrein mit dunklen Holzgebäuden und grünen Ziegeldächern, mit einer farbenfrohen Ema-Tafel mit einer weißen Schlangenillustration und mehreren schwarzen Fässern am Eingang.

Und das Schönste: Dieser Ort ist so nah an Tokio, dass Ihr ihn problemlos in einen Tagesausflug einbauen könnt (wir hatten das Ganze mit dem Saitama Railway Museum verbunden) – und trotzdem fühlt er sich an, als wäre er Lichtjahre vom Großstadttrubel entfernt. Für mich ist der Hikawa-Schrein einer dieser Orte, an die man sich lange erinnert, nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern wegen des Gefühls, das man mitnimmt. Und ich bin ziemlich sicher, dass es Euch genauso gehen wird.

Eine leuchtend rote Hikawa-Holzbrücke mit dekorativen Pfosten schlängelt sich neben üppig grünen Bäumen, und das nasse Pflaster deutet auf kürzlichen Regen hin.

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