Friedhöfe in Japan sind stille, würdevolle Orte, die tief mit der Kultur und Spiritualität des Landes verbunden sind. Anders als in vielen westlichen Ländern wirken sie oft weniger traurig, sondern eher friedlich und meditativ. Die meisten Japaner*innen gehören dem Buddhismus oder Shintō an, und viele Friedhöfe befinden sich auf dem Gelände von Tempeln. Die Gräber bestehen meist aus schlichten Steinmonumenten, auf denen die Familiennamen eingraviert sind. Blumen, Räucherstäbchen und Wasserbecken zum Reinigen der Grabsteine gehören fest zum Bild.

Ein bekannter Ort ist der Okunoin-Friedhof auf dem heiligen Berg Kōya-san. Mit über 200.000 Grabstätten, Moos bewachsenen Steinen und uralten Zedern gehört er zu den beeindruckendsten Friedhöfen der Welt. Auch in Städten wie Tokio oder Kyōto gibt es große, geschichtsträchtige Friedhöfe, die Einblicke in die Vergangenheit geben.

Friedhöfe spielen zudem eine wichtige Rolle in Ritualen wie dem Obon-Fest, bei dem die Seelen der Verstorbenen geehrt werden. Angehörige besuchen die Gräber, säubern sie und bringen Opfergaben dar. Auch für Reisende können japanische Friedhöfe faszinierende Orte sein – nicht nur wegen ihrer besonderen Atmosphäre, sondern auch, weil sie Einblick in eine zutiefst respektvolle Erinnerungskultur geben, die in Japan bis heute lebendig ist.