Post aus Japan: Wie Ihr Pakete sicher und günstig nach Hause schickt
Vielleicht kennt Ihr das: Ihr seid in Japan, schlendert durch die bunten Gassen von Akihabara, entdeckt handgefertigte Keramik in Kyoto oder verfallt dem Kaufrausch in einem siebenstöckigen Don Quijote. Plötzlich stellt ihr fest: Mein Koffer ist voll. Und zwar so richtig. Oder Ihr lebt als Expats in Japan und wollt euren Liebsten in Deutschland eine Freude machen.
Die gute Nachricht: Ein Paket von Japan nach Deutschland zu schicken, ist kein Hexenwerk – wenn man weiß, wie es geht. Seit der Pandemie und durch neue Zollregeln hat sich einiges geändert. Deshalb erfahrt Ihr hier alles, was Ihr wissen müsst, um eure Schätze sicher über den Ozean zu bringen. Schnappt Euch einen Matcha-Latte, lehnt Euch zurück und plant mit mir euren Paket-Versand!
Die Qual der Wahl: Welche Versandart passt zu euch?
Die Japan Post bietet verschiedene Möglichkeiten an, die sich in Preis und Geschwindigkeit massiv unterscheiden. Bevor Ihr zur Post geht solltet Ihr euch überlegen: Wie eilig habe ich es und wie viel ist mir der Inhalt wert?
EMS (Express Mail Service) – Der Ferrari unter den Paketen
Wenn es schnell gehen muss, ist EMS eure erste Wahl.
- Dauer: In der Regel 3 bis 7 Werktage.
- Vorteile: Es ist das schnellste System, extrem zuverlässig und ihr habt eine lückenlose Sendungsverfolgung. Zudem ist eine Versicherung bis 20.000 Yen inklusive (höhere Beträge kosten einen kleinen Aufpreis).
- Nachteile: Es ist die teuerste Variante.
- Ideal für: Wichtige Dinge, verderbliche (aber erlaubte) Waren oder Last-Minute-Geschenke.
Luftpost (Airmail) – Der solide Standard
Der klassische Weg durch die Wolken.
- Dauer: Ca. 7 bis 14 Tage.
- Vorteile: Schneller als das Schiff, aber oft ein Stück günstiger als EMS.
- Nachteile: Bei schweren Paketen kann der Preisunterschied zu EMS schrumpfen.
- Tipp: Nutzt für kleine Sendungen bis 2 kg den „Small Packet“-Tarif, das spart ordentlich Geld!
Surface Mail (Funabin) – Die gemütliche Seereise
Eure Sachen gehen auf ein Containerschiff und schippern einmal um die halbe Welt.
- Dauer: 2 bis 3 Monate (ja, ihr braucht Geduld!).
- Vorteile: Unschlagbar günstig, besonders bei schweren Kisten (bis 30 kg).
- Nachteile: Keine wirkliche Sendungsverfolgung, sobald das Schiff den Hafen verlässt, bis es in Europa ankommt. Die Pakete werden im Bauch des Schiffes oft gestapelt, also muss die Verpackung extrem stabil sein.
- Ideal für: Bücher, Kleidung, Winterklamotten oder Dinge, die ihr nicht sofort braucht.
Was ist mit SAL?
Früher gab es „SAL“ (Surface Air Lifted) – ein Hybrid aus Luft- und Bodenversand. Wichtig für euch: Dieser Dienst ist seit der Pandemie für Deutschland (und viele andere Länder) weitestgehend eingestellt oder stark eingeschränkt. Verlasst euch aktuell nicht darauf, dass dieser Dienst verfügbar ist.

Die Verbotsliste: Was darf auf keinen Fall in das Paket?
Bevor ihr den Klebestreifen zückt, checkt unbedingt den Inhalt. Japanische Postbeamte sind extrem genau. Wenn sie beim Durchleuchten etwas Verdächtiges finden, kommt das Paket postwendend zu euch zurück – und das Porto seid ihr meistens los.
Absolut verboten sind:
- Sprühdosen: Deo, Haarspray, sogar manche Reinigungsmittel. (Gase unter Druck sind ein No-Go im Flugzeug).
- Parfüm: Enthält meistens viel Alkohol und gilt als brennbar.
- Nagellack & Nagellackentferner: Ebenfalls wegen der Brandgefahr.
- Lithium-Batterien: Das ist die größte Stolperfalle! Batterien dürfen nur verschickt werden, wenn sie fest im Gerät eingebaut sind (z. B. im Handy oder der Kamera). Lose Powerbanks oder einzelne Batterien führen sofort zum Ausschluss.
- Streichhölzer & Feuerzeuge: Auch wenn sie noch so coole Anime-Motive haben.
- Bleichmittel & Oxidationsmittel: Alles, was ätzend sein könnte.
- Fleischprodukte: Deutschland (EU) ist extrem streng beim Import von Fleisch. Schinken, Wurst oder sogar Cup-Noodles mit Fleischbrühe-Extrakt können vom Zoll vernichtet werden.
Besonderheit Alkohol: Ihr wollt eine Flasche Sake oder japanischen Whisky schicken? Das geht grundsätzlich, aber:
- Der Alkoholgehalt muss unter 24% liegen (problemlos für Sake/Bier).
- Zwischen 24% und 70% ist es komplizierter (Versand oft nur eingeschränkt möglich).
- Über 70% ist der Versand per Paket absolut verboten.

Euer Paket von Japan nach Deutschland – Schritt für Schritt
Damit Euer Paket auch wirklich ankommt, kommt hier meine Schritt für Schritt Anleitung:
Porto vorab berechnen
Ihr möchtet vorab wissen, wieviel Euch Euer Paket am Ende kosten wird? Dann solltet Ihr den Online Porto Rechner der Japan Post nutzen. So gibt es am Ende keine bösen Überraschungen.
Eventuell könnt Ihr sogar noch einmal rechnen, ob es eventuell günstiger ist, einen zweiten Koffer zu kaufen und die gekauften Gegenstände so nach Hause zu transportieren. Der Gepäcktransport Takkyubin hilft Euch, wenn Ihr nicht alles selbst vom Hotel zum Flughafen transportieren wollt. Wenn Ihr die gekauften Sachen selbst im Flugzeug mitnehmt, habt Ihr zudem die höhere Zollfreigrenze von 430,00 €, die bei Versand mit dem Paket wegfällt.
Die Vorbereitung: Digital ist das neue Analog
Früher ist man einfach zur Post gegangen und hat einen Zettel ausgefüllt. Diese Zeiten sind vorbei. Seit 2021 verlangen viele Länder (einschließlich Deutschland) elektronische Vorabdaten (EAD). Wenn ihr den Adressaufkleber per Hand schreibt, riskiert ihr, dass das Paket im Zoll hängen bleibt oder gar nicht erst angenommen wird.
Der Japan Post „International Mail My Page Service“
Das ist euer wichtigstes Werkzeug. Ihr findet ihn auf der Website der Japan Post.
- Registrieren: Erstellt euch einen Account (geht auch auf Englisch).
- Adressen eingeben: Speichert eure Absenderadresse (Hotel/Wohnung in Japan) und die Empfängeradresse in Deutschland.
- Inhalt deklarieren: Hier müsst ihr penibel sein. Schreibt nicht einfach nur „Souvenirs“. Schreibt „T-Shirt (Cotton)“, „Plastic Toy“, „Green Tea“.
- Gewicht & Wert: Schätzt das Gewicht und gebt den Wert in Yen an.
- Versandart wählen: EMS, Airmail oder Surface.
- QR-Code generieren: Am Ende bekommt ihr einen QR-Code auf euer Handy.
Der Clou: Mit diesem QR-Code geht ihr in Japan zur Post. Dort stehen kleine Terminals (Yu-Pris Touch). Scannt euren Code, und die Maschine spuckt euren fertigen, rechtssicheren Adressaufkleber aus. Zack, fertig!
↗ Hier findet Ihr auch noch einmal genaue Informationen zum Erstellen der Versandunterlagen
Zollerklärung CN22 oder CN23? Der Durchblick im Formular-Dschungel
Wenn ihr euch mit dem Versand aus Japan beschäftigt, werdet ihr unweigerlich über die Begriffe CN22 und CN23 stolpern. Keine Panik, das klingt komplizierter, als es ist! Diese Kürzel stehen für die Zollinhaltserklärungen, die dem Zoll in Deutschland verraten, was genau ihr da eigentlich über den Ozean schickt.
- CN22: Dieses kleine Formular wird meistens für Sendungen bis zu einem Wert von etwa 50.000 Yen (ca. 300 Euro/SDR) genutzt, oft bei den handlicheren „Small Packets“.
- CN23: Das ist der „große Bruder“ für schwerere Pakete oder wertvollere Inhalte. Es ist deutlich detaillierter und wird bei EMS oder größeren Standard-Paketen verlangt.
Das Wichtigste beim Ausfüllen (und ja, das müsst ihr heute fast immer digital machen!):
- Seid präzise (auf Englisch!): Schreibt niemals nur „Gift“ (Geschenk) oder „Souvenirs“. Der Zoll will es genau wissen. Statt „Food“ schreibt ihr lieber „Dried Ramen Noodles“ oder „Green Tea Bags“. Statt „Clothes“ schreibt ihr „Cotton T-Shirt (used)“.
- Einzelwerte angeben: Ihr müsst für jede Kategorie angeben, wie viele Teile im Paket sind, was sie wiegen und was sie wert sind. Rechnet den Preis grob in Yen um – seid dabei ehrlich, denn der Zoll hat ein sehr gutes Gespür für unrealistische Schnäppchenpreise.
- Die Sache mit dem HS-Code: Auf dem Formular gibt es oft ein Feld für den „HS Code“ (Harmonized System). Das ist eine weltweit einheitliche Kennnummer für Waren. Ihr müsst ihn als Privatperson nicht zwingend ausfüllen, aber es ist ein absoluter Pro-Tipp: Wenn ihr den Code für eure Ware (z. B. 6109.10 für Baumwoll-T-Shirts) heraussucht und eintragt, flutscht euer Paket deutlich schneller durch die Zollprüfung, weil der Beamte sofort weiß, welcher Steuersatz gilt.
- Rücksende-Anweisung: Vergesst nicht anzukreuzen, was passieren soll, falls das Paket nicht zugestellt werden kann. „Return to sender“ (Rücksendung) ist meist die sicherste Wahl, auch wenn dafür ggf. erneut Portokosten anfallen könnten.
Der Clou: Wenn ihr den oben erwähnten „International Mail My Page Service“ der Japan Post nutzt, erstellt das System automatisch das richtige Formular (CN22 oder CN23) für euch, basierend auf euren Angaben. Ihr müsst also nicht vorher entscheiden, welcher Zettel der richtige ist – die Technik denkt für euch mit!
↗ Hier findet Ihr weitere Informationen zu den Zollinhaltserklärungen
Richtig verpacken: So überlebt euer Paket die Weltreise
Japanische Postboten gehen zwar meist sanft mit Paketen um, aber auf dem Weg nach Deutschland landen die Kisten in Sortieranlagen, auf Förderbändern und in LKW-Laderäumen.
- Der Karton: Nutzt keine alten, weichen Supermarktkartons für den Schiffsversand. Kauft euch bei der Post die offiziellen „Yu-Pack“-Kartons. Die sind extrem stabil. Es gibt sie in den Größen 1 bis 5. Größe 5 ist die größte und hält ordentlich was aus.
- Polsterung: Japanische Zeitungen eignen sich super als Füllmaterial – und sind für die Empfänger in Deutschland oft schon ein cooles Souvenir. Luftpolsterfolie (Puchipuchi) ist für Zerbrechliches Pflicht.
- Hohlräume vermeiden: Das Paket sollte so gepackt sein, dass beim Schütteln nichts klappert. Hohlräume führen dazu, dass der Karton unter dem Gewicht anderer Pakete eingedrückt wird.
- Klebeband: Spart nicht am Klebeband! Verstärkt alle Kanten und Ecken.
Das Schreckgespenst: Der deutsche Zoll
Hier entstehen die meisten Fragen. „Muss ich extra zahlen?“ „Wann ist es ein Geschenk?“ Hier ist die harte Realität:
Die wesentlichen Regelungen:
- Warenwert bis 150 Euro: Für Sendungen mit einem Sachwert von bis zu 150 Euro müsst Ihr keinen reinen Zoll. Es fällt jedoch die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
- Warenwert über 150 Euro: Bei einem Sachwert von mehr als 150 Euro werden zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer auch Zölle fällig.
- Geschenksendungen: Pakete von Privatperson an Privatperson sind bis zu einem Wert von 45 Euro (inklusive Versandkosten!) zoll- und einfuhrumsatzsteuerfrei. Aber Vorsicht: Der Zoll prüft oft nach, ob der angegebene Wert realistisch ist.
Wichtige Voraussetzungen für die Geschenkausnahme:
Damit die Sendung als steuer- und zollfreies Geschenk anerkannt wird, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:- Versender und Empfänger: Es muss sich um eine Sendung von einer Privatperson an eine andere Privatperson handeln (kein Online-Shop oder gewerblicher Verkäufer).
- Unentgeltlich: Es darf keine Bezahlung oder Gegenleistung erfolgt sein.
- Zweckgebunden: Die Sendung muss gelegentlich erfolgen und ausschließlich zum persönlichen Gebrauch des Empfängers oder seiner Familie bestimmt sein.
- Deklaration: Das Paket muss außen gut sichtbar und korrekt als “Geschenk” (oder englisch “Gift”) deklariert sein. Auf der Zollinhaltserklärung (CN22/CN23) muss der Wert und der Vermerk “Gift” enthalten sein.
- Wertgrenze: Der Gesamtwert der Waren im Paket darf 45 Euro nicht überschreiten.
Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
- Diese wird grundsätzlich für fast alle Sendungen aus Nicht-EU-Ländern erhoben, unabhängig vom Wert (seit dem 1. Juli 2021).
- Die Höhe entspricht der deutschen Mehrwertsteuer: 19 % oder 7 % (für bestimmte Waren wie Bücher oder Lebensmittel).
- Ausnahme: Beträgt die berechnete EUSt weniger als 1 Euro, wird sie nicht erhoben.
Zölle
- Zölle fallen erst bei einem Warenwert (inklusive Versandkosten) von über 150 Euro an.
- Der Zollsatz ist abhängig von der genauen Produktart. Für die meisten Waren aus Japan, die unter das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan fallen, können die Zollsätze reduziert sein oder ganz entfallen.
- Der durchschnittliche EU-Zollsatz liegt bei etwa 5,2 %, kann aber je nach Produkt (z.B. Textilien, Elektronik, bestimmte Lebensmittel) variieren.
Wie berechnet Ihr die genauen Kosten?
↗ Um die exakte Höhe Eurer Abgaben für Euer spezifisches Paket zu ermitteln, solltet Ihr am besten den offiziellen Abgabenrechner des Zolls nutzen.
↗ Für detaillierte Informationen und spezifische Zollsätze konsultiert Ihr bitte die offizielle Website der deutschen Zollverwaltung.
Was passiert beim Zoll?
Wenn euer Paket in Deutschland ankommt, wird es meistens von DHL (der Partner der Japan Post) übernommen.
- Direkte Zustellung: Wenn alles korrekt deklariert ist, bringt der Postbote das Paket zu euch. Er kassiert dann eventuelle Gebühren (Steuern + 6 Euro Auslagenpauschale für die Post) direkt an der Haustür. Haltet das Geld passend bereit. Normalerweise erhaltet Ihr vorab eine Mail von DHL mit den genauen Kosten.
- Abholung beim Zollamt: Wenn die Rechnung außen fehlt oder der Zoll den Inhalt prüfen will, bekommt ihr einen Brief. Ihr müsst dann zum örtlichen Zollamt fahren, das Paket vor ihren Augen öffnen und ggf. Steuern nachzahlen. Nehmt unbedingt eure Rechnung oder einen Zahlungsnachweis (PayPal/Kreditkarte) mit!

Spezial-Tipps für besondere Inhalte
Messer (Küchenmesser aus Seki oder Sakai)
Japanische Messer sind legendär. Ihr dürft sie verschicken, aber sie müssen sehr sicher verpackt sein, sodass sie den Karton nicht durchstoßen können. Deklariert sie als „Kitchen Knife“. Achtung: Manche Messer mit feststehender Klinge über einer gewissen Länge könnten unter das Waffengesetz fallen, aber normale Küchenmesser sind meist unproblematisch.
Anime-Figuren
Die Originalverpackung ist für Sammler heilig. Packt die Schachtel der Figur in einen deutlich größeren Umkarton und füllt die Zwischenräume mit weichem Material. So bleibt die wertvolle Box knickfrei.
Tee und Lebensmittel
Getrocknete Algen, Matcha, Süßigkeiten (KitKat!) sind meist okay. Achtet darauf, dass keine Milch- oder Fleischprodukte enthalten sind. Deren Einfuhr ist strikt verboten. Gebt daher auch bei der Deklaration immer ganz genau an, was Ihr versendet.
Tracking und Versicherung: Wo ist mein Paket?
Sobald ihr das Paket abgegeben habt, bekommt ihr einen Beleg mit einer Tracking-Nummer (z. B. EJ123456789JP).
- Japanisch Post (englisch): Nutzt die Website der Japan Post für das Tracking innerhalb Japans.
- DHL (deutsch): Sobald das Paket in Deutschland gelandet ist (Status „Arrival at inward office of exchange“), könnt ihr die Nummer oft auch bei der DHL Sendungsverfolgung eingeben. Das ist meist präziser für den Weg zu eurer Haustür.
Versicherung: Bei EMS ist, wie erwähnt, ein Basisschutz dabei. Wenn ihr ein 2.000 Euro teures Objekt verschickt, müsst ihr das angeben und einen kleinen Aufpreis für die Versicherung zahlen. Das lohnt sich! Macht vor dem Verschließen des Pakets ein Foto vom Inhalt als Beweis für die Versicherung.

Alternative: Kuroneko Yamato (International TA-Q-BIN)
Wenn ihr in Japan unterwegs seid, werdet ihr sie überall sehen: Die gelben LKWs mit dem Logo einer schwarzen Katzenmutter, die ihr Junges vorsichtig im Maul trägt. Das ist das Symbol für Yamato Transport (bekannt als Kuroneko Yamato). Ihr Service heißt International TA-Q-BIN und ist eine echte Premium-Alternative zur Post.
Warum ihr Yamato lieben werdet (Die Vorteile)
- Abholservice (Pickup): Das ist der absolute Gamechanger. Ihr müsst eure schweren Kisten nicht zur Post schleppen. Ihr könnt online oder per Telefon (oft gibt es englischsprachige Hotlines) eine Abholung direkt in eurem Hotel oder Airbnb buchen. Der Fahrer kommt vorbei, wiegt das Paket und nimmt es mit. Bequemer geht’s nicht!
- Sorgfalt: Während bei der Post Pakete manchmal etwas „rustikal“ behandelt werden können, ist Yamato für seine extreme Vorsicht bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass euer Karton verbeult ankommt, ist hier minimal.
- Transparenz: Das Tracking ist Weltklasse. Da Yamato in Europa oft mit starken Partnern wie UPS zusammenarbeitet, ist die Kette lückenlos nachvollziehbar.
Die „Aber“-Liste: Darauf müsst ihr achten (Die Nachteile)
So toll der Service ist, Kuroneko ist bei internationalen Sendungen deutlich strenger als die Japan Post. Hier scheitern viele an den strikten Regeln:
- Strenge Verbotsliste: Yamato lehnt viele Dinge ab, die bei der Post noch durchgehen. Dazu gehören oft:
- Lebensmittel: Fast alles, was essbar ist, wird kritisch beäugt oder direkt abgelehnt
- Flüssigkeiten & Kosmetik: Lotionen, Toner oder Cremes sind oft ein No-Go.
- Batterien: Hier sind sie noch penibler als die Post.
- Größen- und Gewichtslimits: Das Paket darf meist nicht schwerer als 25 kg sein und die Summe aus Länge + Breite + Höhe darf 160 cm nicht überschreiten.
- Zoll-Abwicklung: Da Yamato/UPS die Verzollung sehr professionell und schnell durchführen, landet fast jedes Paket beim deutschen Zoll. Die Chance auf ein „Durchrutschen“ bei Kleinstbeträgen ist hier geringer als bei der normalen Briefpost. Zudem fällt oft eine Brokerage-Gebühr (Abwicklungsgebühr) an.
Für wen ist Kuroneko Yamato ideal?
- Die Fashionistas: Ihr habt euch in Japan mit Kleidung, Taschen oder Schuhen eingedeckt? Perfekt! Textilien sind für Yamato unproblematisch und kommen superschnell an.
- Die Luxus-Shopper: Teure Keramik oder hochwertige Souvenirs sind hier aufgrund der sorgfältigen Handhabung besser aufgehoben.
- Die Stressgeplagten: Wenn ihr am letzten Tag eurer Reise seid, der Koffer nicht zugeht und ihr keine Lust habt, eine Postfiliale zu suchen, ist der Abholservice von Yamato eure Rettung.
Wie funktioniert’s?
Ihr könnt entweder in ein Yamato-Center gehen (gibt es in fast jedem Viertel), in vielen Convenience Stores (Konbini) wie 7-Eleven oder FamilyMart fragen (wobei diese oft nur Inlandsversand machen – fragt nach „International TA-Q-BIN“) oder am einfachsten: Online die Abholung buchen. Ihr müsst auch hier eine detaillierte Liste des Inhalts auf Englisch erstellen.
Kleiner Kosten-Check: Preislich liegt Yamato oft im Bereich von EMS, manchmal sogar etwas darüber. Es ist ein Premium-Service, den man sich gönnt, wenn Komfort und Sicherheit wichtiger sind als der letzte eingesparte Euro.

Häufige Fehler und wie ihr sie vermeidet
- Telefonnummer vergessen: Schreibt unbedingt die deutsche Handynummer des Empfängers auf das Formular. Falls der Zoll oder DHL Fragen hat, ist das Gold wert.
- Zu vage Angaben: „Snacks“ reicht nicht. Schreibt „Chocolate, Cookies, Dried Seaweed“. Je genauer, desto seltener wird das Paket geöffnet.
- Feiertage ignorieren: Um Neujahr (Oshogatsu) herum steht in Japan alles still. Auch die Golden Week (Anfang Mai) oder Obon (August) können zu Verzögerungen führen. In Deutschland ist die Vorweihnachtszeit der Endgegner für jedes Paket.
Checkliste für euren Versandtag
Damit ihr nichts vergesst, hier die ultimative Checkliste für euren Gang zur Post:
- [ ] Inhalt geprüft: Sind keine Batterien, keine Sprays, kein Parfüm oder sonstige verbotene Gegenstände im Paket enthalten?
- [ ] Digitales Formular: QR-Code auf dem Handy bereit?
- [ ] Verpackung: Stabiler Karton, gut gepolstert, ordentlich verklebt?
- [ ] Zahlung: Bargeld oder Kreditkarte (die meisten großen Postfilialen nehmen mittlerweile Karten) dabei?
- [ ] Reisepass: Manchmal wollen die Beamten bei internationalen Sendungen euren Ausweis sehen. Sicher ist sicher!
Fazit: Lohnt sich der Aufwand?
Hand aufs Herz: Ein Paket von Japan nach Deutschland zu schicken, wirkt im ersten Moment wie ein kleiner Endgegner – vor allem, wenn man vor den digitalen Zollformularen sitzt oder die Portopreise sieht. Aber glaubt uns, der Aufwand lohnt sich doppelt und dreifach.
Erstens schont ihr euren Rücken und spart euch das nervenaufreibende „Koffer-Tetris“ am Flughafen. Und zweitens? Wenn ihr nach eurer Reise wieder im deutschen Alltag angekommen seid und der erste Japan-Blues kickt, gibt es nichts Schöneres, als wenn es an der Tür klingelt und ein Paket voller Erinnerungen vor euch steht. Es ist wie eine zweite, kleine Urlaubsreise in eurem Wohnzimmer, wenn ihr die japanischen Zeitungen als Polsterung auspackt und eure Schätze endlich in den Händen haltet.
Lasst euch von der Bürokratie nicht abschrecken – mit dem Online-Portal der Japan Post habt ihr das Tool für den Sieg in der Hand. Also, befreit euren Koffer von der Last und schickt eure Fundstücke auf die große Reise.


