10 Gründe, warum ihr Kumamoto lieben werdet – Vulkane, Burgen und der coolste Bär der Welt

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Eine Steinbogenbrücke in Kumamoto, aus deren Mitte Wasser fließt und einen Wasserfall bildet. Menschen gehen auf und unter der Brücke. Leuchtend rote Blumen und üppiges Grün umgeben die Szene unter einem teilweise bewölkten Himmel.

Willkommen in der Präfektur Kumamoto, dem „Land des Feuers“! Wenn ihr nach einer Region in Japan sucht, die eure Herzen im Sturm erobern wird, dann seid ihr hier auf der Insel Kyushu genau richtig. Kumamoto ist ein Ort, an dem die Erde buchstäblich unter euren Füßen atmet, an dem das Wasser klarer ist als irgendwo sonst und an dem euch die Menschen mit einer Herzlichkeit empfangen, die ihresgleichen sucht. Hier trifft die unbändige Kraft der Natur auf eine tiefe, stolze Geschichte, die in jeder Burgmauer und jedem Tempelpfad spürbar ist.

In diesem ausführlichen Guide nehmen wir euch mit auf eine Reise durch eine Präfektur, die oft unterschätzt wird, aber eigentlich alles bietet, was das Reiseherz begehrt. Von majestätischen Vulkanlandschaften über versteckte heiße Quellen bis hin zu einer kulinarischen Szene, die euren Gaumen herausfordern und begeistern wird – Kumamoto hat für jeden von euch etwas im Gepäck. Also, schnallt euch an, wir tauchen ein in die zehn besten Gründe für euren Besuch!

Das majestätische Kumamoto-jo: Ein Symbol der Unbeugsamkeit

Euer erster Stopp muss einfach die Kumamoto Castle (Kumamoto-jo) sein. Sie ist nicht bloß ein Haufen alter Steine, sondern das stolze Herz der Stadt. Diese Festung, die ursprünglich im Jahr 1607 von dem legendären Festungsbaumeister Kato Kiyomasa errichtet wurde, gilt als eine der drei bedeutendsten Burgen in ganz Japan. Wenn ihr vor den gewaltigen, schwarzen Mauern steht, werdet ihr sofort verstehen, warum sie als uneinnehmbar galt.

Besonders faszinierend sind die „Musha-gaeshi“-Mauern. Diese Steinwälle sind so geschickt konstruiert, dass sie unten flach beginnen und nach oben hin fast senkrecht ansteigen. Selbst die geübtesten Ninja der damaligen Zeit hatten keine Chance, diese Wände zu erklimmen. Aber die Burg erzählt auch eine modernere Geschichte von Widerstandskraft: Beim schweren Erdbeben von 2016 wurde sie massiv beschädigt. Doch anstatt aufzugeben, haben die Menschen in Kumamoto mit unglaublicher Energie an der Restaurierung gearbeitet. Heute erstrahlt der Hauptturm (Tenshukaku) wieder in vollem Glanz und bietet euch ein hochmodernes Museum im Inneren.

Dort erfahrt ihr alles über die Samurai-Clans, die hier herrschten, und die ausgeklügelte Verteidigungstechnik der Burg. Wenn ihr dann ganz oben auf der Aussichtsplattform steht, liegt euch die Stadt Kumamoto zu Füßen, und am Horizont könnt ihr bereits die Rauchsäulen des Mount Aso sehen. Vergesst nicht, auch durch den rekonstruierten Honmaru Goten Palast zu spazieren. Die prächtigen Wandgemälde im „Zimmer der Shogune“ sind mit echtem Blattgold verziert und werden euch sprachlos machen. Besonders zur Kirschblütenzeit ist das Burggelände mit seinen über 800 Bäumen ein absolutes Paradies für euch. Es ist ein Ort, der Geschichte atmet und euch gleichzeitig zeigt, wie die Zukunft aussehen kann.

Hier findet Ihr meinen Beitrag über die Kumamoto Castle
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Große traditionelle japanische Burg, bekannt als Kumamoto Castle, mit schwarz-weißer Holzfassade, steinernem Fundament und mehrstöckigen Dächern; im Vordergrund gehen und stehen Menschen an einem bewölkten Tag.

Mount Aso: Im Schlund des feuerspeienden Riesen

Wenn ihr Natur im XXL-Format erleben wollt, dann ist der Mount Aso euer Ziel. Wir reden hier nicht von einem gewöhnlichen Berg. Der Aso besitzt eine der größten bewohnbaren Calderas der Welt. Stellt euch einen gigantischen Krater mit einem Umfang von über 120 Kilometern vor, in dem ganze Städte, Reisfelder und sogar Eisenbahnlinien Platz finden. Es ist, als ob ihr in einer eigenen Welt innerhalb einer Welt seid.

Im Zentrum dieser Caldera liegen die fünf Aso-Gipfel, und der Star der Show ist der Nakadake. Er ist einer der aktivsten Vulkane Japans. Wenn die Sicherheitslage es zulässt (prüft das vorher immer!), könnt ihr mit dem Bus oder dem Auto bis fast an den Rand des Kraters fahren. Der Anblick, der euch dort erwartet, ist surreal: Ein türkisfarbenes Säurebecken brodelt tief unten, während dicke, weiße Dampfwolken in den blauen Himmel steigen. Es riecht nach Schwefel, der Boden ist grau und aschig – ihr werdet euch fühlen wie auf dem Mond oder in einem Science-Fiction-Film.

Aber der Mount Aso hat auch eine sanfte, fast schon poetische Seite. Die Hochebene Kusasenri bietet euch eine weite, grasbewachsene Landschaft mit zwei großen Teichen, in denen sich die Gipfel spiegeln. Hier könnt ihr stundenlang wandern oder sogar auf Pferden über die Wiesen reiten. Die Weite ist für japanische Verhältnisse absolut außergewöhnlich. Ein Geheimtipp für euch: Fahrt zum Aussichtspunkt Daikanbo. Von dort oben habt ihr den besten Panoramablick über die gesamte Caldera. Wenn ihr ganz früh morgens kommt, könnt ihr das „Unkai“ (Wolkenmeer) erleben, bei dem die Gipfel wie Inseln aus einem weißen Nebelmeer ragen. Diese Urgewalt der Natur wird euch demütig machen und euch gleichzeitig mit einer unglaublichen Energie aufladen.

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Eine kurvenreiche Straße führt entlang goldener Hügel in Kumamoto und bietet einen Blick auf ein weites, sonnenbeschienenes Tal mit bunten Feldern, fernen Bergen und einem Himmel, der teilweise von dramatischen Wolken bedeckt ist.

© Kumamoto Prefecture

Kurokawa Onsen: Ein Badeparadies wie aus dem Märchen

Nach den Abenteuern am Vulkan gibt es nichts Besseres für euch, als Körper und Geist in heißem Thermalwasser zu regenerieren. Und dafür gibt es keinen schöneren Ort als Kurokawa Onsen. Vergesst die großen, modernen Onsen-Städte mit ihren grellen Neonreklamen. In Kurokawa scheint die Zeit vor hundert Jahren stehen geblieben zu sein. Das ganze Dorf hat sich einem ästhetischen Konzept verschrieben: Holzfassaden, Erdtöne, kleine Gassen und absolut kein störender Beton.

Das Konzept hier ist genial: Holt euch ein „Nyuto Tegata“. Das ist eine kleine Holzplakette, die ihr euch um den Hals hängen könnt. Damit habt ihr Zutritt zu drei verschiedenen Outdoor-Bädern (Rotenburo) eurer Wahl aus den über 20 teilnehmenden Ryokans. Es macht unglaublich viel Spaß, in eurem traditionellen Yukata (einem leichten Baumwoll-Kimono) und den hölzernen Geta-Sandalen durch das Dorf zu klappern und von Bad zu Bad zu ziehen. Jedes Bad ist ein Unikat – manche liegen versteckt in einer Höhle, andere direkt an einem rauschenden Gebirgsbach oder unter dichten Bambushainen.

Wir empfehlen euch dringend, mindestens eine Nacht in einem der Ryokans (traditionelle Herbergen) zu verbringen. Ihr werdet auf bequemen Futons schlafen und ein fantastisches Kaiseki-Abendessen genießen, das aus regionalen Spezialitäten besteht. Die Atmosphäre am Abend, wenn die Laternen im Dorf leuchten und der Dampf aus den Kanälen aufsteigt, ist einfach magisch. In Kurokawa Onsen geht es nicht nur ums Baden; es geht darum, im Einklang mit der Natur zu sein und die Hektik des Alltags komplett hinter sich zu lassen. Es ist der Inbegriff der japanischen Erholung, und ihr werdet euch danach wie neu geboren fühlen.

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Ein traditionelles japanisches Onsen-Bad mit dampfendem Wasser, umgeben von rustikalen Holzwänden und einem teilweise offenen Blick auf die grünen Bäume draußen. Ein kleiner Holzeimer steht auf dem Badewannenrand, während warmes, natürliches Licht den ruhigen Onsen-Raum erhellt.

© Kumamoto Prefecture

Kumamon: Der süßeste Botschafter der Welt

Jetzt wird es ein bisschen verrückt, aber das gehört zu Japan einfach dazu! Ihr werdet in Kumamoto überall einem freundlichen, schwarzen Bären mit roten Backen begegnen: Kumamon*. Er ist nicht nur ein einfaches Maskottchen, sondern eine echte kulturelle Ikone und der offizielle „Sales Manager“ der Präfektur. Sein Gesicht werdet ihr auf Bussen, Zügen, Verpackungen von Erdbeeren und sogar auf Baustellenabsperrungen sehen.

Man könnte meinen, das sei nur etwas für Kinder, aber wartet ab, bis ihr die Begeisterung der Einheimischen erlebt! Ein Besuch im Kumamon Square ist ein Muss für euch. Hier hat der Bär sein eigenes Büro. Wenn ihr euren Besuch richtig plant, könnt ihr ihn bei einer seiner täglichen Tanzshows live erleben. Es ist absolut ansteckend, wie Kumamon mit den Besuchern interagiert. Er verbreitet eine positive Energie, die man einfach miterlebt haben muss.

Kumamon ist ein Symbol für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben und für die Lebensfreude der Region. Für euch bedeutet das auch: Jede Menge tolle Souvenirs! Von Kumamon-Socken, über T-Shirts*, Rucksäcke* und Caps* bis hin zu speziellem Sake mit seinem Konterfei gibt es nichts, was es nicht gibt. Es macht eure Reise durch die Präfektur zu einer kleinen Schatzsuche – wer entdeckt den lustigsten Kumamon an der ungewöhnlichsten Stelle? Er ist der sympathische rote Faden eurer Reise, der euch immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird und zeigt, dass die Menschen hier ihren Humor und ihre Verspieltheit nie verlieren.

Eine große Kumamon-Maskottchen-Statue mit weißer Schürze steht in einer gemütlichen, holzgetäfelten Kumamoto-Ausstellung mit Pflanzen und Kumamon-Spielzeug. Ein Schild mit japanischem Text und ein kleiner Tisch sind ebenfalls vorhanden.

Kulinarische Höhenflüge: Basashi, Ramen und mehr

Seid ihr bereit für ein echtes Food-Abenteuer? Kumamotos Küche ist kräftig, ehrlich und manchmal auch ein bisschen mutig. Die berühmteste Spezialität ist Basashi – rohes Pferdefleisch. Ja, ihr habt richtig gelesen! Bevor ihr jetzt das Gesicht verzieht: Probiert es unbedingt! Es wird in hauchdünnen Scheiben serviert, oft begleitet von Ingwer, Knoblauch und einer speziellen, süßlichen Sojasauce. Das Fleisch ist extrem zart, fettarm und hat einen feinen, fast süßlichen Geschmack. Es gilt in Japan als absolute Delikatesse und wird euch in den Izakayas (japanischen Pubs) der Stadt überall begegnen.

Wenn euch der Sinn nach etwas Warmem steht, dann sind die Kumamoto Ramen euer bester Freund. Während das Ramen im benachbarten Fukuoka oft sehr milchig und mild ist, setzen die Köche in Kumamoto auf eine Extraportion Knoblauch. Sie verwenden „Mayu“, ein schwarzes, geröstetes Knoblauchöl, das der Suppe eine unglaubliche Tiefe und eine fast schon rauchige Note verleiht. Die Nudeln sind meist etwas dicker und haben den perfekten Biss. Ein Schüssel dieser Ramen nach einem langen Sightseeing-Tag ist pures Glück.

Und dann gibt es noch Karashi Renkon. Das ist Lotuswurzel, deren Löcher mit einer scharfen Mischung aus Miso und Senf gefüllt werden. Das Ganze wird in einem Teigmantel frittiert und in Scheiben serviert. Es ist der perfekte Snack zum lokalen Shochu (einer starken Spirituose aus Reis oder Süßkartoffeln). Die Textur ist knackig, und die Schärfe des Senfs schießt euch kurz in die Nase – ein echtes Erlebnis! Die kulinarische Vielfalt hier basiert auf den frischen Produkten aus der fruchtbaren Aso-Region und dem Meer bei Amakusa. Ihr werdet feststellen, dass Essen in Kumamoto eine ganz eigene Sprache spricht, die von Tradition und Qualität erzählt.

Ein Teller mit geschnittenem Tamago Yaki (japanisches gerolltes Omelett), einer Spezialität aus Kumamoto, serviert mit einem Klecks Mayonnaise. Im Hintergrund steht ein weiterer Teller mit frischen grünen Edamame-Bohnen.

Suizenji Jojuen: Japan in Miniaturform

Wenn ihr eine Pause vom Stadtleben braucht, ist der Suizenji Jojuen Garten euer Rückzugsort. Er wurde im 17. Jahrhundert von der Herrscherfamilie Hosokawa angelegt und ist ein sogenannter Wandelgarten. Das Besondere an ihm: Er ist so gestaltet, dass er die 53 Stationen des Tokaido nachbildet – der berühmten alten Poststraße, die früher Kyoto mit Edo (dem heutigen Tokio) verband.

Das absolute Highlight im Garten ist ein perfekt geformter, grasbewachsener Hügel, der den Mount Fuji darstellen soll. Es ist faszinierend, wie die Landschaftsarchitekten es geschafft haben, ganze Gebirge und Seen im Miniaturformat zu erschaffen. Das Wasser im zentralen Teich ist so klar, dass ihr die prachtvollen Kois bis auf den Grund beobachten könnt. Dieses Wasser kommt direkt aus den unterirdischen Quellen des Mount Aso und gilt als besonders rein und glücksbringend.

Nehmt euch die Zeit für eine kleine Teezeremonie im Kokin-denju-no-ma Teehaus. Dieses Gebäude ist über 400 Jahre alt und stand ursprünglich im kaiserlichen Palast in Kyoto, bevor es der Familie Hosokawa geschenkt wurde. Während ihr auf den weichen Tatami-Matten sitzt und euren bitteren Matcha-Tee zusammen mit einer süßen Wagashi-Leckerei genießt, könnt ihr den Blick über den Garten schweifen lassen. In diesem Moment scheint die Welt stillzustehen. Es ist der perfekte Ort, um die japanische Ästhetik des „Wabi-Sabi“ zu verstehen – die Schönheit im Einfachen und im Vergehen der Zeit. Der Garten ist eine Oase der Ruhe, die euch zeigt, wie tief die Liebe der Menschen in Kumamoto zu ihrer Natur und ihrer Geschichte verwurzelt ist.

Hier findet Ihr meinen ausführlichen Beitrag über den Suizenji Jojuen Garten
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Ein Blick in die Geschichte des Suizenji-Garten

Die Amakusa-Inseln: Delfine und verborgene Geschichte

Lust auf ein bisschen Inselfeeling? Dann ab nach Amakusa! Dieser Archipel im Westen der Präfektur besteht aus über 120 Inseln, die durch fünf spektakuläre Brücken, die „Amakusa Five Bridges“, mit dem Festland verbunden sind. Die Fahrt dorthin bietet euch schon fantastische Ausblicke auf das glitzernde Ariake-Meer.

Amakusa ist weltberühmt für seine wilden Delfine. Ihr könnt dort Bootstouren machen, und wir versprechen euch: Die Chance, Indopazifische Große Tümmler zu sehen, liegt bei fast 100 Prozent! Die Tiere sind hier heimisch und unglaublich verspielt. Oft schwimmen sie direkt neben den Booten her und springen aus dem Wasser. Es ist ein herzerwärmendes Erlebnis, diese freien Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ohne dass sie gefüttert oder eingesperrt werden.

Doch Amakusa hat auch eine sehr bewegende Geschichte. Im 17. Jahrhundert, als das Christentum in Japan streng verboten war, zogen sich viele Gläubige hierher zurück. Sie praktizierten ihren Glauben im Verborgenen – die sogenannten „Hidden Christians“. Ihr könnt die wunderschöne Sakitsu-Kirche besuchen, die malerisch in einem kleinen Fischerdorf direkt am Wasser liegt. Das Besondere: Im Inneren ist sie mit Tatami-Matten ausgelegt, was eine einzigartige Mischung aus westlicher Religion und japanischer Tradition darstellt. Die ganze Region gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und wenn ihr schon mal da seid: Probiert die frischen Meeresfrüchte! Der Seeigel (Uni) aus Amakusa gilt als einer der besten Japans. Amakusa ist der perfekte Ort, um die maritime Seite von Kumamoto kennenzulernen und in eine faszinierende, oft übersehene Geschichte einzutauchen.

Felsige Kumamoto-Küste mit klarem blauen und türkisfarbenem Wasser, einem kleinen Kieselstrand und üppiger grüner Vegetation. Eine große Felsformation steht im seichten Wasser unter einem klaren blauen Himmel.

© Kumamoto Prefecture

Kikuchi-Tal: Ein Bad im Wald (Shinrin-yoku)

Für die Wanderer und Naturfotografen unter euch ist das Kikuchi-Tal (Kikuchi Keikoku) ein absoluter Traum. Es liegt am nordöstlichen Rand der Aso-Caldera und ist berühmt für sein kristallklares Quellwasser, das sich in Kaskaden durch einen dichten Laubwald ergießt. In Japan nennt man das Erleben der Waldatmosphäre „Shinrin-yoku“ oder Waldbaden – und hier könnt ihr das in seiner reinsten Form tun.

Das Wasser ist das ganze Jahr über konstant kühl, was das Tal besonders im heißen japanischen Sommer zu einem beliebten Zufluchtsort macht. Wenn ihr über die gut angelegten Pfade wandert, werdet ihr Zeuge eines faszinierenden Lichtspiels: Das Sonnenlicht bricht durch das dichte Blätterdach und den feinen Sprühnebel der Wasserfälle und erzeugt leuchtende Strahlen, die das ganze Tal in ein magisches Licht tauchen. Es ist ein Paradies für jeden, der gerne fotografiert.

Atmet die frische, ionenreiche Luft ein und lasst das Geräusch des fließenden Wassers eure Sinne beruhigen. Im Frühling ist alles in ein frisches, fast neonartiges Grün getaucht, während der Herbst das Tal in ein Flammenmeer aus Rot- und Goldtönen verwandelt. Es gibt verschiedene Rundwege, von kurzen Spaziergängen bis zu anspruchsvolleren Wanderungen. Egal für was ihr euch entscheidet, ihr werdet die tiefe Verbindung spüren, die die Menschen in Kumamoto zu ihrem Wasser und ihrem Wald haben. Es ist ein Ort der absoluten Erfrischung für eure Seele und ein Beweis dafür, dass die schönsten Sehenswürdigkeiten oft die sind, die die Natur ganz von allein geschaffen hat.

Eine ruhige Kumamoto-Waldszene mit einem sanften Wasserfall, der über moosbewachsene Felsen in einen klaren blauen Bach fließt, umgeben von Herbstbäumen mit roten und gelben Blättern. Einige Blätter sind auf den Felsen und dem Wasser verstreut.

© Kumamoto Prefecture

Reigando-Höhle: Auf den Spuren des berühmtesten Samurai

Kennt ihr Miyamoto Musashi? Er war der berühmteste Schwertkämpfer Japans und Autor des „Buchs der fünf Ringe*“ (Gorin no Sho). Seine letzten Jahre verbrachte er hier in Kumamoto, und ihr könnt den Ort besuchen, an dem er seine Lebensweisheiten niederschrieb: die Reigando-Höhle. Die Höhle befindet sich auf dem Gelände des Unganzen-ji Tempels an den Hängen des Berges Kinpo.

Schon der Weg zur Höhle ist ein spirituelles Erlebnis. Ihr wandert einen Pfad entlang, der von den „500 Arhats“ (Gohyaku Rakan) gesäumt wird. Das sind hunderte kleiner Steinstatuen von Schülern Buddhas, die alle unterschiedliche Gesichtsausdrücke haben. Man sagt, dass jeder Besucher dort eine Statue findet, die seinem eigenen Gesicht oder dem eines geliebten Menschen ähnelt. Die Atmosphäre ist ruhig, fast schon ehrfürchtig.

Die Höhle selbst ist eher schlicht, aber die Energie an diesem Ort ist greifbar. Musashi suchte hier die Einsamkeit, um über die Strategie des Kampfes und des Lebens nachzudenken. Für alle, die sich für Kampfkunst, Philosophie oder einfach nur für die Geschichte der Samurai interessieren, ist dies ein magischer Ort. Ihr könnt dort stehen, wo einst der größte Krieger Japans saß, und den Blick über die Wälder schweifen lassen. Es ist ein Ort der Selbstreflexion, der euch dazu einlädt, kurz innezuhalten und über euren eigenen Weg nachzudenken. Ein echtes Stück „verborgenes Japan“, das euch tief beeindrucken wird.

Ein felsiges Höhleninnere mit zerklüfteten Wänden und großen Steinen auf dem Boden. Die grünlichen und bräunlichen Farbtöne der Höhlenwände erinnern an die vulkanischen Landschaften in der Nähe von Kumamoto, während die Öffnung in die Dunkelheit abtaucht.

Die Menschen und der „Higo-Geist“

Der vielleicht wichtigste Grund, warum ihr Kumamoto besuchen solltet, lässt sich nicht in Fotos festhalten: Es sind die Menschen. In Japan gibt es den Ausdruck „Higo-mokkosu“. Higo ist der alte Name der Region, und „Mokkosu“ beschreibt einen Menschenschlag, der als eigensinnig, aber extrem ehrlich, aufrichtig und leidenschaftlich gilt.

Ihr werdet diese Leidenschaft überall spüren. Nach dem schweren Erdbeben von 2016 haben die Einwohner von Kumamoto eine unglaubliche Widerstandskraft gezeigt. Anstatt zu verzweifeln, haben sie gemeinsam angepackt, um ihre Stadt und ihre Burg wieder aufzubauen. Diese Herzlichkeit und dieser Zusammenhalt sind ansteckend. Wenn ihr in einer kleinen Bar sitzt oder auf einem Markt nach dem Weg fragt, werdet ihr oft mehr als nur eine Antwort bekommen – vielleicht bekommt ihr eine ganze Geschichte oder eine kleine Kostprobe einer lokalen Leckerei dazu.

Die Menschen hier sind stolz auf ihre Heimat, aber auf eine sehr einladende, unaufdringliche Weise. Kumamoto ist nicht so überlaufen von Touristenmassen wie andere Teile Japans, was bedeutet, dass eure Begegnungen hier viel authentischer sind. Ihr seid nicht nur eine Nummer, sondern ein Gast, für den man sich Zeit nimmt. Dieser „Higo-Geist“ macht die Präfektur zu einem Ort, an dem ihr euch sofort willkommen fühlen werdet. Es ist diese menschliche Wärme, kombiniert mit all der Natur und Kultur, die Kumamoto zu einem Ziel macht, das ihr nicht nur besucht, sondern im Herzen mit nach Hause nehmt.

Vor einem traditionellen Kumamoto-Tempel erzeugen Darsteller nachts wirbelnde Muster aus Feuer, während eine Menschenmenge das Schauspiel beobachtet. Die Langzeitbelichtung fängt helle, kreisförmige Flammenspuren ein.

© Kumamoto Prefecture

Fazit: Seid ihr bereit für euer Kumamoto-Abenteuer?

Wie ihr seht, ist Kumamoto eine Schatztruhe voller Erlebnisse. Ob ihr nun tief in die Geschichte der Samurai eintauchen, die raue Gewalt eines aktiven Vulkans spüren oder einfach nur in den besten Onsen Japans entspannen wollt – diese Präfektur wird euch nicht enttäuschen. Es ist die perfekte Mischung aus Abenteuer, Genuss und tiefer Entspannung.

Kumamoto ist durch den Shinkansen (den Hochgeschwindigkeitszug) super einfach zu erreichen. Ihr könnt zum Beispiel von Fukuoka (Bahnhof Hakata) aus in weniger als 40 Minuten hier sein. Es gibt also wirklich keinen Grund, diesen wunderbaren Teil Japans bei eurer nächsten Reise auszulassen. Packt eure Kameras ein, seid offen für neue Geschmäcker und lasst euch von der Magie des „Landes des Feuers“ verzaubern.

Eine Bronzestatue von Monkey D. Luffy aus One Piece steht auf einem schwarzen Sockel im Freien in Kumamoto, umgeben von blattlosen Bäumen und einem modernen Gebäude im Hintergrund.

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