Shimane – 10 Gründe für eine Reise durch Japans unentdecktes Juwel

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Eine ruhige See bei Sonnenuntergang in Shimane, mit alten Holzpfählen, die ins Wasser ragen und einen Weg zum fernen Horizont bilden. Der Himmel ist in sanfte Violett- und Orangetöne getaucht, und entlang der Küste sind in der Ferne Lichter zu sehen.

Die Präfektur Shimane, gelegen im Westen der japanischen Hauptinsel Honshu, gilt selbst unter Einheimischen als eines der am besten gehüteten Geheimnisse des Landes. Eingebettet zwischen dem glitzernden Japanischen Meer und den majestätischen Chugoku-Bergen, entfaltet sich hier eine Region, die wie kaum eine andere für das ursprüngliche, spirituelle und naturnahe Japan steht. Wer Shimane bereist, begibt sich auf eine faszinierende Zeitreise in eine Ära, in der Götter, Geister und jahrtausendealte Mythen den Alltag bestimmten.

Abseits der blinkenden Neonreklamen der Megametropolen bietet diese Region eine tief beeindruckende Mischung aus unberührter Natur, lebendiger Geschichte und kulinarischen Höhepunkten. Shimane lädt euch ein, das Reisetempo bewusst zu drosseln und ein authentisches Stück Japan zu entdecken, das vom Massentourismus bislang weitgehend verschont geblieben ist. Es ist ein Ort für Entdecker, Kulturliebhaber und all jene, die tiefer in die spirituelle Seele des Landes eintauchen möchten.

Lasst euch von einer Region verzaubern, die eure Vorstellung von Japan nachhaltig verändern und bereichern wird. Hier sind zehn unschlagbare und strukturierte Gründe, warum ihr dieses unentdeckte Juwel unbedingt auf eure Bucket List setzen solltet.

Izumo Taisha: Der Schrein der Götter und Begegnungen

  • Die spirituelle Bedeutung: Wenn ihr euch für die religiösen Wurzeln Japans interessiert, führt kein Weg an diesem Schrein vorbei. Der Izumo Taisha gehört zu den ältesten und bedeutendsten Shinto-Heiligtümern des Landes. Die Legende besagt, dass sich genau hier im zehnten Monat des alten Mondkalenders alle Shinto-Gottheiten des Landes versammeln, um über das Schicksal und die Beziehungen der Menschen für das kommende Jahr zu entscheiden.
  • Das besondere Ritual: Schon beim Betreten des weitläufigen, von jahrhundertealten Kiefern gesäumten Geländes werdet ihr eine tiefe, fast greifbare Ruhe spüren. Ein absoluter Blickfang ist die monumentale Shimenawa – eine gigantische, aus Stroh geflochtene heilige Seilverbindung, die mehrere Tonnen wiegt. Achtet beim Klatschen während des Gebets darauf, dass ihr hier viermal statt der üblichen zweimal klatscht: zweimal für euch selbst und zweimal für eure (zukünftigen) Partner, da Izumo der Ort der glücklichen Fügungen ist.
Ein dickes, geflochtenes Strohseil, ein sogenanntes „Shimenawa“, an dem Strohquasten und weiße Papierstreifen („Shide“) hängen, ist unter dem hölzernen Dachvorsprung eines traditionellen japanischen Gebäudes in Shimane zu sehen.

© Depositphotos

Die majestätische Burg Matsue: Ein echtes Original

  • Historische Authentizität: In ganz Japan gibt es nur noch zwölf originale Burgen, die die Jahrhunderte, Brände und Kriege seit der Edo-Zeit unbeschadet überstanden haben. Die Burg Matsue, auch bekannt als die „Schwarze Burg“ aufgrund ihrer eleganten, dunklen Holzfassade, ist eines dieser seltenen Juwelen. Sie wurde im Jahr 1611 fertiggestellt und im Jahr 2015 völlig zu Recht zum Nationalschatz Japans erklärt.
  • Das Erlebnis vor Ort: Im Gegensatz zu vielen rekonstruierten Betonburgen im Rest des Landes könnt ihr hier über die originalen, knarzenden Holzdielen schreiten und die steilen Treppen bis in die oberste Etage erklimmen. Von dort oben bietet sich euch ein fantastischer Rundumblick über die Stadt Matsue und den nahegelegenen Shinji-See. Das umliegende Burggelände ist besonders zur Kirschblütenzeit ein absoluter Traum, wenn die zartrosa Blüten einen fantastischen Kontrast zu den dunklen Festungsmauern bilden.
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Ein traditionelles japanisches Schloss mit schwarz-weißen Holzwänden, Steinsockel und geschwungenen Ziegeldächern steht anmutig da, erinnert an die original-burgenländische Architektur, umgeben von grünen Bäumen und Büschen unter einem klaren blauen Himmel.

663highland, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Horikawa-Bootsfahrt: Matsue aus der Entenperspektive

  • Historische Wasserwege: Nachdem ihr die Burg Matsue aus der Vogelperspektive bewundert habt, solltet ihr die Perspektive wechseln. Die Horikawa-Bootsfahrt führt euch in kleinen, traditionellen Booten durch die alten Burggräben, die die Festung umgeben. Diese Kanäle wurden ursprünglich zur Verteidigung im frühen 17. Jahrhundert angelegt und sind bis heute wunderbar in das moderne Stadtbild integriert.
  • Ein interaktiver Ausflug: Während der rund 50-minütigen Fahrt gleitet ihr gemächlich an historischen Samurai-Residenzen und alten Weidenbäumen vorbei. Ein echter Höhepunkt dieser Tour sind die insgesamt 16 Brücken, die ihr passiert. Einige davon sind so niedrig, dass der Bootsführer per Knopfdruck das Dach des Bootes absenken muss – ihr müsst euch dann flach auf den Bootsboden legen, um unbeschadet unten durchzukommen. Im Winter werden die Boote sogar mit Kotatsu (beheizten Tischen mit warmen Decken) ausgestattet.

Das Adachi-Kunstmuseum: Wo Gartenkunst zum Gemälde wird

  • Der schönste Garten Japans: Bereitet euch darauf vor, aus dem Staunen nicht mehr herauszukommen, wenn ihr das Adachi-Museum für Kunst in Yasugi besucht. Obwohl das Museum eine beeindruckende Sammlung moderner japanischer Gemälde beherbergt, ist die wahre Hauptattraktion der umliegende Landschaftsgarten. Dieser wurde von internationalen Fachmagazinen seit über zwanzig Jahren in Folge ununterbrochen zum schönsten Garten Japans gewählt.
  • Das künstlerische Konzept: Das Besondere an diesem Ort ist das einzigartige Konzept: Gründer Zenko Adachi war der Überzeugung, dass der Garten selbst ein lebendiges japanisches Gemälde ist. Wenn ihr durch das Museum geht, fungieren die großen Fensterscheiben als Bilderrahmen. Sie setzen die perfekt gepflegten Moosflächen, die weißen Sandströme und die exakt gestutzten Kiefern wie ein dynamisches Kunstwerk in Szene, das sich mit dem Licht und den Jahreszeiten ständig verändert.
Stadtansicht in der Abenddämmerung mit beleuchteten Gebäuden, Straßen und fernen Hügeln unter einem klaren blauen Himmel in Shimane. Die Lichter der Stadt leuchten und bilden einen Kontrast zur dunkleren Umgebung; dabei ist eine Mischung aus moderner und traditioneller Architektur zu erkennen.

© Depositphotos

Iwami Ginzan: Auf den Spuren des historischen Silberrausches

  • Das globale Welterbe: Für die Geschichtsbegeisterten unter euch ist die Silbermine Iwami Ginzan ein absoluter Pflichttermin. Diese abgelegene Mine im Zentrum der Präfektur wurde im Jahr 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und war im 16. und 17. Jahrhundert eine der weltweit führenden Silberminen. Auf dem Höhepunkt ihrer Produktion stammte rund ein Drittel des weltweiten Silbers aus dieser Region.
  • Natur und Dorfidyll: Heute könnt ihr einen Teil der alten Transportwege erwandern und sogar in die Ryugenji-Mabu einsteigen – einen historischen Minenstollen, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Was Iwami Ginzan so besonders macht, ist die Tatsache, dass die Natur die Region komplett zurückerobert hat. Direkt nebenan liegt das wunderschöne, verschlafene Dorf Omori, wo ihr zwischen traditionellen Holzhäusern und gemütlichen Cafés spazieren gehen und historische Atmosphäre atmen könnt.

Die Oki-Inseln: Ein unberührtes Naturparadies im Ozean

  • Spektakuläre Geologie: Wenn ihr Sehnsucht nach dramatischer Natur und echter Abgeschiedenheit habt, müsst ihr die Fähre zu den Oki-Inseln nehmen. Dieser Archipel, der etwa 50 Kilometer nördlich der Küste von Shimane liegt, ist ein offizieller UNESCO Global Geopark. Die Inseln entstanden durch vulkanische Aktivitäten vor Millionen von Jahren, was zu einer atemberaubenden, rauen Küstenlinie geführt hat.
  • Highlights für Outdoor-Fans: Ein absolutes Highlight sind die Kuniga-Klippen auf der Insel Nishinoshima. Hier ragen monumentale, grüne Klippen bis zu 257 Meter senkrecht aus dem tiefblauen Meer empor – auf ihnen grasen friedlich Wildpferde, während unten die Wellen gegen bizarre Felsformationen peitschen. Auf der Insel Dogo solltet ihr zudem den Jizoki-Kerzenfelsen besuchen, der bei Sonnenuntergang aussieht wie eine brennende Kerze. Die Inseln bieten fantastische Möglichkeiten zum Wandern, Seekajakfahren und Schnorcheln.
Ein traditioneller japanischer Holzschrein in Shimane steht inmitten üppiger Vegetation und Steinlaternen, während das Sonnenlicht in dieser friedlichen Waldlandschaft durch die Bäume scheint.

© Depositphotos

Tamatsukuri Onsen: Wellness und göttliche Hautpflege

  • Das Wasser der Götter: Nach all den Wanderungen haben eure Muskeln etwas Entspannung verdient, und wo ginge das besser als in einem der ältesten Thermalbäder Japans? Tamatsukuri Onsen blickt auf eine weit über tausendjährige Geschichte zurück. Das hiesige Thermalwasser ist legendär und wird aufgrund seines extrem hohen Gehalts an Kieselsäure und Mineralien im ganzen Land als natürlicher Feuchtigkeitsspender für die Haut gefeiert.
  • Idyllisches Onsen-Dorf: Das Onsen-Dorf selbst erstreckt sich malerisch entlang des Tamayu-Flusses. Ihr könnt in traditionellen Yukata-Bademänteln und Holzsandalen durch die Straßen schlendern, eure Füße in den kostenlosen Fußbädern direkt am Flusslauf wärmen oder am Tamatsukuri-Schrein einen magischen Wunschstein berühren. Ein Aufenthalt in einem der hiesigen Ryokans (traditionelle Herbergen) rundet das klassische Wellness-Erlebnis perfekt ab.

Kulinarische Genüsse: Izumo Soba und frische Meeresfrüchte

  • Die berühmten Buchweizennudeln: Eine Reise ist niemals komplett ohne kulinarische Entdeckungen, und Shimane wird euch auf ganzer Linie begeistern. Das absolute kulinarische Aushängeschild der Region sind die Izumo Soba-Nudeln. Im Gegensatz zu herkömmlichen Soba-Nudeln wird hier das ganze Buchweizenkorn mitsamt der Schale gemahlen. Dadurch erhalten die Nudeln eine dunklere Farbe und ein herrlich rustikales, nussiges Aroma.
  • Interaktiver Genuss und Meeresfrüchte: Traditionell werden sie als Warigo Soba in drei übereinandergestapelten, runden roten Lackschalen serviert. Ihr gießt die Würzsauce direkt über die oberste Schale, esst diese leer und gießt den Rest dann in die nächste Ebene. Da Shimane eine lange Küstenlinie hat, solltet ihr auch die Meeresfrüchte probieren – besonders die Shijimi-Muscheln aus dem Shinji-See und die luxuriöse Matsuba-Krabbe im Winter sind absolute Delikatessen.
Am Eingang in Shimane steht ein traditionelles japanisches Tempeltor mit Ziegeldach, umgeben von üppig grünen Bäumen und anderen Tempelgebäuden unter einem strahlend blauen Himmel. Eine Treppe führt vom Tor hinauf zum Tempel.

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Sonnenuntergänge am Shinji-See: Ein visuelles Meisterwerk

  • Einzigartiges Naturschauspiel: Der Shinji-See ist der siebtgrößte See Japans und liegt direkt am Rande der Stadt Matsue. Er ist berühmt für seine brackigen Gewässer, in denen sich Süß- und Salzwasser vermischen. Doch am späten Nachmittag zieht es Einheimische wie Reisende gleichermaßen an das Seeufer, um Zeuge eines spektakulären Schauspiels zu werden, wenn die Sonne langsam hinter den Bergen versinkt.
  • Das perfekte Fotomotiv: Wenn sich der Himmel in ein flammendes Meer aus Orange-, Rosa- und Violetttönen verwandelt, spiegelt sich dieses Licht perfekt auf der riesigen Wasseroberfläche. Das beliebteste Fotomotiv ist dabei die winzige, unbewohnte Insel Yomegashima, die einsam im See liegt und auf der sich ein kleines Shinto-Torii befindet. Am besten erlebt ihr dieses Highlight bei einem gemütlichen Spaziergang entlang der Uferpromenade in der Nähe des Shimane Art Museums.

Iwami Kagura: Die lebendige Welt der Göttertänze

  • Dynamische Volkskultur: Um euer Shimane-Abenteuer gebührend abzurunden, solltet ihr tief in die lokale Volkskultur eintauchen und eine Aufführung von Iwami Kagura ansehen. Dabei handelt es sich um eine traditionelle, rituelle Theaterform des Shintoismus, die in der westlichen Region von Shimane mit extrem viel Leidenschaft gepflegt wird. Vergesst steife Theaterstücke – Iwami Kagura ist pure, dynamische Energie!
  • Spektakuläre Darbietung: Zu den rasanten Klängen von Flöten und riesigen Taiko-Trommeln wirbeln die Darsteller in prachtvollen, schweren Kostümen über die Bühne. Die Stücke erzählen uralte Mythen von Göttern und Dämonen. Eines der beliebtesten Stücke ist „Orochi“, in dem ein Gott gegen eine gigantische, achtköpfige Schlange kämpft. Die packende Atmosphäre, die Spezialeffekte und die Begeisterung des Publikums werden euch garantiert tief beeindrucken.
Sonnenuntergang über der Skyline einer Küstenstadt in Shimane, mit Gebäuden, die sich gegen den Himmel abzeichnen, sanften Wolken und sanften Wellen auf dem Meer im Vordergrund. In der Ferne sind Berge schemenhaft zu erkennen.

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Fazit: Warum Shimane eure nächste Traumdestination ist

Wenn ihr auf eurer Reise durch Japan mehr als nur die klassischen, überlaufenen Postkartenmotive sehen möchtet, dann ist die Präfektur Shimane das perfekte Ziel für euch. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Region eine seltene und kostbare Gelegenheit bietet, ein Japan kennenzulernen, das tief in seinen eigenen Traditionen, Mythen und grandiosen Naturlandschaften verwurzelt ist, ohne dabei rückständig zu wirken. Von der tiefen Spiritualität am Izumo Taisha über die architektonische Echtheit der Burg Matsue bis hin zu den rauen, atemberaubenden Klippen der Oki-Inseln – Shimane schafft es mühelos, euch an jeder Ecke zu überraschen.

Es ist eine Region, die euch dazu einlädt, das Reisetempo bewusst zu verlangsamen. Hier hetzt ihr nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, sondern lasst euch treiben: sei es bei einer entspannten Bootsfahrt durch historische Burggräben, beim meditativen Blick auf den schönsten Garten des Landes oder beim wohltuenden Bad im mineralreichen Onsen-Wasser.

Die herzliche Gastfreundschaft der Menschen, die stolz ihre Kultur mit euch teilen, und die fantastische Küche machen den Aufenthalt perfekt. Wenn ihr bereit seid, die typischen Pfade zu verlassen, wird Shimane euer Herz im Sturm erobern.

Am Fuße einer Steintreppe in Shimane steht ein Torii-Tor aus Holz, das durch einen üppig grünen Wald hinaufführt. Sonnenlicht fällt durch die hohen Bäume. In der Nähe befinden sich eine Steinsäule mit japanischen Inschriften und ein Holzschild.

© Depositphotos

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Kathleen

Hallo! Ich bin Kathleen - das Gesicht hinter "Verliebt in Japan". Nachdem Japan 2022 über Nacht mein Herz erobert hat, schreibe ich hier seit Oktober 2023 über meine eigenen Japan Reisen (inzwischen war ich fünf mal in Japan), Ziele die noch auf meiner Bucket-Liste stehen und natürlich gebe ich Euch auch Reisetipps, Empfehlungen und Schritt-Für-Schritt-Anleitungen an die Hand.

Inzwischen haben sich hier fast 500 Beiträge angesammelt, die Euch hoffentlich dabei helfen, Eure eigene perfekte Japan-Reise zu planen und bei der Planung und vor Ort nicht in Fettnäpfchen tretet.

Anfang 2024 wurde mir zudem die Ehre zuteil, zum "Hiroshima Tourism Abassador" ernannt zu werden. Für mich eine ganz besondere Ehre, denn Hiroshima liegt mir besonders am Herzen.

Wenn ich nicht gerade für Euch Informationen über Reisen nach Japan zusammenstelle, plane ich meine eigene nächste Japanreise.

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