Kyoto Kinkaku-ji - Der goldene Pavillon

Kyoto: Kinkaku-ji – Der goldene Pavillon

Kinkaku-ji – Der goldene Pavillon gehört für viele Besucher ganz oben auf die Bucket-Liste für einen Besuch in Kyoto. Kaum eine andere Sehenswürdigkeit lockt so viele Besucher an, die das kleine Goldene Gebäude im Norden von Kyoto – und das obwohl es in Kyoto etwa  1.600 buddhistische Tempel gibt. 

Grund genug, den Kinkaku-ji einmal näher anzuschauen und Euch meine besten Tipps für euren Besuch zu geben.

Wie komme ich zum Kinkaku-ji Tempel?

Der Kinkaku-ji Temepl liegt im nordwestlichen Teil von Kyoto. Ähnlich wie bei anderen Sehenswürdigkeiten in Kyoto gibt es leider keine großen Bahnlinien in der Nähe. Der beste Weg nach Kinkaku-ji ist also der Bus. 

Vom Bahnhof Kyoto aus könnt Ihr die Buslinien Nr. 101, 102, 204 oder 205 nehmen. Die Fahrt bis nach Kinkakuji-michi dauert etwa 40 Minuten.

Der Besuch im Kinkaku-ji lässt sich  übrigens gut mit einem Besuch in Arashiyama verbinden. Um vom Tempel nach Arashiyama zu kommen nutzt die Buslinie Nr. 205 bis zu Enmachi Station. Von dort könnt Ihr entweder mit der Buslinie Nr. 63 weiter fahren oder in die San’in Main Line umsteigen.

Wie komme ich zum Kinkaku-ji Tempel
Wie komme ich zum Kinkaku-ji Tempel
Wie komme ich zum Kinkaku-ji Tempel

Etwas Geschichte

Obwohl der Kinkaku-ji  heute wohl einer von Kyotos berühmtesten Tempel ist, wurde er ursprünglich gar nicht als solcher erbaut.

Der Pavillon wurde 1397 vom ehemalige Shogun Ashikaga Yoshimitsu  als Teil seines Alterssitzes in Auftrag gegeben.  Er diente damals als Reliqiuenhalle und wurde nahe dem Kitayama-Palast gebaut.

Der Pavillon war zur Zeit seiner Erbauung noch nicht mit Gold verkleidet. Die äußere Goldverkleidung erfolgte erst nachträglich – Jahre nach Yoshimitsus Tod – doch so wie es der dritte Ashikaga-Shōgun noch zu seinen Lebzeiten vorgesehen hatte.

Auch die Umwandlung des Pavillon und der gesamten Anlage in einen Tempel der Rinzai-Sekte fand erst nach dem Tod des Shogun statt, allerdings ebenfalls auf dessen Wunsch hin.

Über Jahrhunderte hinweg blieb der Kinkaku-ji  unbeschädigt, selbst als andere Gebäude der Tempelanlage niedergebrannt wurden. Er überstand diverse Kriege und die Meiji-Restauration. Bis zum 2. Juli 1950 – an diesem Tag fiel der Kinkaku-ji der Brandstiftung durch einen buddhistischen Kleriker zum Opfer, welcher die Schönheit des Pavillons nicht ertragen konnte. Bereits fünf Jahre später – im Jahr 1955 – wurde er allerdings detailgetreu wieder nachgebaut.

Seit 1994 zählt der Kinkakuji zusammen mit anderen Wahrzeichen zum UNESCO Weltkulturerbe „Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu)„. Die offizielle Bezeichnung des Tempels ist heute übrigens eigentlich Rokuon-ji.  Dennoch hat sich der Name Kinkaku-ji (der eigentlich nur den Pavillon bezeichnet) im Volksmund durchgesetzt.

Die Geschichte vom Brand des Kinkaku-ji könnt Ihr übrigens im Buch „Der Goldene Pavillon*“ von Yukio Mishima nachlesen.

Geschichtliches zum Kinkaku-ji-Tempel
Geschichtliches zum Kinkaku-ji-Tempel
Geschichtliches zum Kinkaku-ji-Tempel

Was gibt es außer dem Goldenen Pavillon noch zu sehen?

Die meisten Touristen besuchen den Goldenen Pavillon nur, um den Punkt auf ihrer Bucket-Liste abzuhaken. Ein Foto machen – und dann schnell weiter. Doch es lohnt sich, hier etwas mehr Zeit einzuplanen. Allein, um in Ruhe durch den wunderschönen Garten im Muromachi-Stil zu bestaunen. Egal ob Ichiigashi – eine riesige Eiche aus der frühen Edo-Zeit-, der Rokuonji-Garten mit seltsam geformte Felsen wie dem Hatakeyama-Stein oder der Ryumontaki-Wasserfall mit seinen 1,5 Metern. Dort entdeckt Ihr auch Karpfenstein, der auch als Drachentor bekannt ist. Es heißt, wenn sich ein Karpfen es schafft, den Wasserfall zu erklimmt, dass er sich dann in einen Drachen verwandelt. 

Sehenswert ist auch der Anmin-taku-Teich, der auch als Ushi-taku und Bou-un-taku bekannt ist. Er ist von Bäumen umgeben und wurde als Gebetsort für Regen genutzt, da er selbst bei großer Dürre nie austrocknet. Auf einer kleinen Insel in der Mitte des Teiches befindet sich eine fünfrädrige Steinpagode namens Hakujazuka, die angeblich der Wächter der Familie Saionji ist.

Spaziergang im Park von Kinkaku-ji
Spaziergang im Park von Kinkaku-ji
Spaziergang im Park von Kinkaku-ji
Spaziergang im Park von Kinkaku-ji
Spaziergang im Park von Kinkaku-ji

Statt den Goldenen Pavillon nur als Fotomotiv zu sehen, solltet Ihr auch noch etwas mit seiner Schönheit beschäftigen. Die zweite und dritte Etage des Pavillon sind mit reinem Blattgold über dem Lack bedeckt, und das Dach besteht aus Kaki-Stroh, das wiederum aus vielen dünnen Sawara-Brettern (Sawara) besteht. Die erste Etage ist im Shinden-zukuri-Stil erbaut und heißt Hosui-in. Die zweite Etage ist im Samurai-Stil erbaut und heißt Cho-on-do. Die dritte Etage wurde im Zenshu-yo-Stil errichtet und heißt Kukkyōchō Gekrönt wird das Ganze von einem goldenen Phönix aus der chinesischen Mythologie. Trotzdem wurde es geschafft, dass im Goldenen Pavillon alle drei Stile perfekt harmoniert.

Die letzte Restaurierung fand im Herbst 1987 statt. Damals wurde der Lack neu gestrichen, das Blattgold ersetzt und das Deckengemälde sowie die Yoshimitsu-Statue restauriert. An einem Nachbargebäude findet Ihr übrigens auch Bilder aus dem Inneren des Goldenen Pavillon, den man leider nicht betreten darf.

Der Goldene Pavillon im Kinkaku-ji Tempel
Der Goldene Pavillon im Kinkaku-ji Tempel
Der Goldene Pavillon im Kinkaku-ji Tempel

Apropos Nebengebäude, auch hier hat der Kinkaku-ji-Temepl einiges zu bieten. Angefangen vom Somon – dem Eingangstor des Tempels über den Glockenturm mit der Glocke aus der Kamakura-Zeit bis zum Kuri, das für ein Gebäude einer Zen-Sekte einen einzigartigen Stil aufweist und wurde vermutlich während der Meio-Bunki-Ära (1492–1504) erbaut wurde.

Auch das Karamon, das Jyozokishotou (ein Gedenkturm für Jozo (891-964), einen Mönch des esoterischen Tendai-Buddhismus aus der Heian-Zeit), das Hojo und das Rikusyunomatsu sind einen kleinen Besuch wert. Es gibt hier viele kleine Ecken und Gebäude, die es zu entdecken gibt. Also schaut Euch einfach in Ruhe um und genießt Euren Aufenthalt.

Unterwegs im Kinkaku-ji-Temepl
Unterwegs im Kinkaku-ji-Temepl
Unterwegs im Kinkaku-ji-Temepl
Unterwegs im Kinkaku-ji-Temepl
Unterwegs im Kinkaku-ji-Temepl

Kinkaku-ji  – FAQ

Wann ist der Kinkaku-ji Tempel geöffnet?

Der Tempel ist das ganze Jahr über, täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. 

Wie teuer ist der Eintritt in den Kinkaku-ji Tempel?

Der Eintritt in den Kinkaku-ji Tempel beträgt aktuell (Stand 2023) 500 Yen für Erwachsene und 300 Yen für Kinder von 6-16 Jahren.

Der Kinkaku-ji im Überblick
  • Adresse: 1 Kinkakujicho, Kita Ward, Kyoto, 603-8361, Japan
  • Öffnungszeiten: Täglich von 9:00 – 17:00 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 500 Yen | Kinder (6-16 Jahre) 300 Yen
  • Weitere Informationen: www.shokoku-ji.jp/kinkakuji
Kinkakuj-ji FAQ
Kinkakuj-ji FAQ
Kinkakuj-ji FAQ

Fazit – Immer einen Ausflug wert

Der Goldene Pavillon ist einer der bekanntesten und beliebtesten Tempel in Kyoto. Ihr solltet ihm also auf jeden Fall einen Besuch abstatten und seine Schönheit bestaunen. Doch macht den Kinkaku-ji nicht nur zu einem Punkt auf Deiner Liste zum abhaken, sondern nimmt Dir genügend Zeit, um auch der Rest der wunderschönen Anlage zu bestaunen. Es lohnt sich.

Ein Spaziergang durch den Kinkaku-ji-Tempel
Ein Spaziergang durch den Kinkaku-ji-Tempel
Ein Spaziergang durch den Kinkaku-ji-Tempel

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Kathleen

Hallo! Ich bin Kathleen und Begründerin von "Verliebt in Japan". Hier teile ich meine Liebe zu Japan und möchte anderen Reisenden helfen, Ihr eigene Reise in das Land der aufgehenden Sonne zu planen. Eine Reise nach Japan gehört für uns mindestens ein bis zwei Mal im Jahr einfach dazu.

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